Vor guter einer Woche habe ich per Twitter eine Frage in die Runde geworfen:
Die Frage darf selbstverständlich gerne auch in den Kommentaren beantwortet werden.
Folgende Antworten sind eingetroffen:
- Weihnacht ist grundsätzlich ein rein hedonistisches Fest. Der Rest ist Christen-Marketing. - @schfab
- Weihnachten: Der ritualisierte Versuch, den Wert „Familie“ über das Konzept „Konsum“ zu bestätigen. - Michèle Binswanger, @mbinswanger
- Zeit für einen Jahresrückblick. Und ausgedehntes Essen (und Gespräche) mit der ganzen Familie. - Rene Roediger, @djsojus
- Die Gesellschaft investiert ihren 13. in überteuerte Geschenke und hört schlechte Musik? - Denis Simonet, @scif0r
Antwort von Peter Stämpfli - @peter_staempfli: Kulturelle Tradition, ja. Aber wo wäre das Konzept?
Replik: Naja, es ist wohl der Placeboeffekt. Man gibt, man kriegt, man ist glücklich. Auch wenns geheuchelt ist. - Weihnachten auf kulturelles Event reduziert == Jahresendverkaufsmarathon. - Dir Husemann - @DrWho
Diesen doch recht gesellschaftskritischen Äußerungen gegenüber stehen natürlich viele positive gegenüber - entweder religiös geprägte oder einfach generell optimistische. So wird z.B dieses Video von David Attenborough (BBC) oft mit Weihnachten in Verbindung gebracht - weil es zeigt, wie toll die Natur und die Welt doch sind:
Meine Interpretation ist eine revolutionärere: Die Weihnachtsgeschichte sagt zunächst einmal, dass es in der Gesellschaft keinen Platz für das hat, wofür Jesus steht - damit meine ich: Nächstenliebe, Großzügigkeit und vor allem Vergebung. Menschen sind selbstbezogen, kleinmütig und nachtragend. In Betlehem und in Bettwil. Die kapitalistische Logik ist eine kalte, sie orientiert sich am Nutzen und sieht auch Menschen nur unter dieser Perspektive. Nur kann das großen Ideen und Idealen egal sein. Wer für sie eintritt, findet so schnell keinen Platz in der Gesellschaft - aber findet trotzdem immer wieder Möglichkeiten, diese Ideen einzubringen und und umzusetzen. Weihnachten ist für mich Symbol dieses Trotzdem.