Legalize it? - Kinderpornographie

In der Auseinandersetzung der Ruhrbarone mit Jörg Tauss (bzw. umgekehrt) ist mir mal wieder bewusst geworden, dass Kinderpornographie so ziemlich das letzte Tabu ist, das es noch gibt. Man kann auf seinem Computer allerhand tun - sobald man aber Kinderpronos visioniert, hat man ein größeres Problem.

Warum eigentlich? Jede der Argumentationen wird darauf rauslaufen, dass Kinderpornographie deshalb verboten werden muss (und auch tabuisiert), weil letztlich Kinder gegen ihren Willen zu Schaden kommen - und man das verhindern muss. Dagegen ist nichts einzuwenden - auch wenn dieses Argument offenbar bei anderen pornographischen Produkten niemanden zu interessieren scheint.

Nun kann man sich fragen: Bewirkt das Verbot des Konsums (und seine Tabuisierung), was es soll?

Meiner Meinung nach - und ich höre mir gerne Gegenargumente an - nicht. Tauglich wäre ein ähnliche Praxis, wie sie bei Betäubungsmitteln zur Anwendung gelangt: Verkauf, Handel, Distribution und Produktion sind streng verboten - der Konsum hingegen nicht.

Nun könnte man einwenden, dass eben gerade über die Kinderpornographie Pädophile identifiziert und aus dem Verkehr gezogen werden können. Dieses Argument impliziert, dass wer einen Straftatbestand auf einem Medium konsumiert, mutmasslich diesen Straftatbestand auch begeht. Diese Implikation scheint mir grundsätzlich verkehrt zu sein, noch vielmehr in Bezug auf Kinderpornographie: Wäre sie nicht vielmehr ein Mittel für Menschen mit pädophilen Neigungen, gerade nicht zum Opfer (bzw. Täter) dieser Neigungen zu werden? (Den Einwand, dass gerade die mediale Auseinandersetzung mit pädophilen Handlungen auch Phantasie anregen kann, nenne ich schon einmal - ich gestehe: Dazu kenne ich keine Studien und keine harten Fakten).

Vor der Diskussion noch ein Disclaimer: Ich bin für alle Massnahmen, mit denen verhindert werden kann, dass Kinder Opfer von sexueller Gewalt werden (außer für höhere Strafen und mehr Stigmatisierung für Täter, wie ich bereits mehrmals dargelegt habe): D.h. wer Kinder betreut, soll professionell arbeiten müssen, grundsätzlich dem Vier-Augen-Prinzip unterstellt sein etc.