[Anmerkung: Ich habe von Zalando einen Gutschein im Wert von 150 Franken für das Schreiben dieses Posts bekommen.]
Die Süddeutsche Zeitung nennt Zalando »das wohl auffälligste und zugleich geheimnisvollste Start-up« Deutschlands. Das Unternehmen gibt es seit 2008 - mittlerweile beschäftigt es 1000 Mitarbeitende und setzte 2011 rund 500 Millionen Euro um. Zalando ist - so kann man sagen - Sinnbild für die Möglichkeiten, die der Kapitalismus Unternehmen bietet. Das Beispiel zeigt auch, dass man Geld nicht »im Internet« verdient, sondern »mit dem Internet« - indem man die Möglichkeiten des Internets für die Verteilung realer Güter nutzt. Doch das scheint nur auf den ersten Blick zu stimmen, schreibt die Süddeutsche doch weiter:
Zalando braucht […] Geld. Kaum ein Markt ist für Internethändler schwieriger als das Geschäft mit Schuhen und Kleidern. Sortimente müssen im Voraus finanziert, gelagert und verschickt werden. Dazu kommt, dass viele Paar Schuhe, Kleider und Jeans zurückkommen. Bei Mode werde in der Regel jeder zweite bestellte Artikel zurückgeschickt, schätzt Payam Akbar von der Hochschule Niederrhein; bei Schuhen sei die Quote noch höher. Zudem blieben Kunden ihren Anbietern im Netz nur selten treu. Aber nur wenn ein Kunde mehrmals bestellt, lohnt er sich.
Zalando setzt in der Schweiz auf Schweizerdeutsch auf der Homepage - und an die Anbindung an Germanys Next Topmodel: Der Fernsehsehnder Pro7/Sat1 wird für die Werbung mit einer Umsatzbeteiligung belohnt.
Das Bestellen von Kleidern im Internet hat die Vorteile, die in meiner Kindheit schon der Jelmoli-Katalog bot. Es hat aber natürlich auch dieselben Nachteile: Wenn ich was bestellt habe, was mir nicht gefällt oder nicht passt, muss ich damit wieder auf die Post. Im Geschäft hätte ich das gar nicht erst gekauft.
Ich habe einiges bestellt mit meinem Gutschein. Von der Bestellung bis zur Lieferung (diese ist gratis) dauerte es eine Woche. Obwohl meine Lieblingsmarken bei Zalando nicht verfügbar sind, steht mir z.B. dieses T-Shirt von Selected ausgezeichnet, wie man hier erkennen kann:
Gleichzeitig habe ich aber auch einen Debütantinnen-Badeanzug bestellt, der so aussieht:
Und zum Schluss noch die Frage, weshalb ich diesen Post geschrieben habe. Ich kaufe fast alles im Internet. Meine Kreditkarte habe ich schon zwei Jahre nicht mehr in der Hand gehabt - ich brauche aber die Zahlen darauf täglich (was mich wiederum zur Frage bringen könnte, weshalb Geld einen Wert hat: Ich tippe Zahlen in einen Computer und erhalte Güter an meine Tür geliefert…) Deshalb bin ich an neuen Diensten interessiert und hatte Lust, Zalando auszuprobieren.
Die Anfrage von Zalando war äußerst freundlich, angenehm und transparent. Ich erhalte ab und zu Angebote von Leuten, die gerne möchten, dass ich Ihre Seiten auf meinem Blog verlinke. Meist sind die aber dubios und wirken so, als sollte ich ausgenutzt werden. Der Gutschein von Zalando entschädigt mich für meine Arbeit. [Auf Wunsch von Zalando habe ich den folgenden Abschnitt und den Titel geändert, 2. April 2012, 11.00.] Die Seite von Zalando wird im Netz sichtbarer, je mehr Links auf die Seite verweisen.


