Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
— Ludwig Wittgenstein, Tractatus
Diese Tage sind in Basel und im Wallis viele Menschen gestorben und verletzt worden. Bei vielen Menschen (und auch Medien) stellt sich darauf hin das Gefühl der Sprachlosigkeit ein: Ein Gefühl, das aber nicht in Schweigen resultiert, sondern im Ausweichen auf eine Meta-Ebene. So sagte der belgische Premierminister Elio Di Rupo:
Wenn man einen Angehörigen verliert, ist es dramatisch. Wenn man ein Kind verliert, gibt es keine Worte.
Offenbar doch. Das ist nicht spitzfindig, sondern zeigt, dass das Bedürfnis, etwas zu sagen, stärker ist, als das Bedürfnis, zu schweigen.
Das hat verschiedene Gründe:
- An einer Pressekonferenz muss man etwas sagen.
- Eine Zeitung muss erscheinen.
- Man möchte seine Gefühle ausdrücken.
Einige dieser Gründe mögen verständlich sein. Andere nicht: Wenn Zeitungen wie der Blick mit dem Leid von Menschen Geld verdienen, fällt die moralische Beurteilung nicht schwer. Wenn zudem dieses scheinbar zurückhaltende Titelbild mit medienethisch hochproblematischen Abbildungen der Opfer und der rücksichtslosen Ausschlachtung des Leids der Angehörigen kontrastiert, ist das an Zynismus kaum zu steigern.
Ich möchte für zwei Vorgehensweisen plädieren:
- Versuchen, über seine Gefühle zu sprechen. Worte zu finden, auch wenn es nicht leicht fällt. oder
- Schweigen.
Schweigen! Schweigen – ohne wortreiche Ankündigung des Schweigens…
That kind of thnkiing shows you’re on top of your game
Was der Blick hier versucht, ist „vögeln für die Jungfräulichkeit“.
Das kann nicht recht gelingen…
liebe Grüsse vom Muger
:- (
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3. Alle Angehörigen und Freunde der Kinder in Ruhe lassen. Ihnen kein Mikrofon ins Gesicht strecken, keine Interviews erschleichen.
4. Nicht die Trauer der Betroffenen vereinnahmen und zu seiner eigenen Story machen.