Qualitätsverbesserung – ein Vorschlag für Blogs

In den letzten Tagen habe ich viele Reaktionen auf meine Arbeit als Blogger bekommen. Darunter war auch Kritik – mit der ich mich hier kurz auseinandersetzen möchte.

Einen Blog zu führen bietet jedem Menschen an einem Computer die Möglichkeit, seine Gedanken der Welt mitzuteilen. Wenige der Bloggenden, die ich kenne, recherchieren dabei in der Welt außerhalb des Internets, sie nehmen kein Telefon in die Hand und sprechen nicht mit Betroffenen. Vielmehr lesen Sie (Online-)Zeitungen und verfassen Kommentare, die sie dann in ihren Blogs auch zur Diskussion stellen.

Das ist grundsätzlich kein Problem: Eine Meinung darf man äußern und jede Diskussion auf einem Blog bietet die Möglichkeit zur Diskussion wichtiger Themen und zu einer Meinungsbildung.

Gleichzeitig führt ein Blog einen auch in Versuchung, Personen direkt anzugreifen und sie mit Vorwürfen zu konfrontieren, auf die sie nicht direkt reagieren können. Das habe ich in der Vergangenheit schon mehrmals gemacht.

In der Richtlinie 3.8 des schweizerischen Presserats heißt es:

Aus dem Fairnessprinzip und dem ethischen Gebot der Anhörung beider Seiten («Audiatur et altera pars») leitet sich die Pflicht der Journalistinnen und Journalisten ab, Betroffene vor der Publikation schwerer Vorwürfe anzuhören. Deren Stellungnahme ist im gleichen Medienbericht kurz und fair wiederzugeben. […] Der von schweren Vorwürfen betroffenen Partei muss nicht derselbe Umfang im Bericht zugestanden werden wie der Kritik. Aber die Betroffenen sollen sich zu den schweren Vorwürfen äussern können.

An diese Richtlinie könnten sich Blogs ohne großen Aufwand halten. Ich schlage deshalb bei Vorwürfen an eine Partei und oder eine Institution vor (die Idee ist von einem Kommentar abgekupfert):

  1. Die Betroffenen über den (geplanten oder bereits veröffentlichten) Blogpost informieren und sie um eine Stellungnahme bitten.
  2. Diese Anfrage im Blogpost vermerken.
  3. Den Blogpost dann mit einer fairen Wiedergabe der Stellungnahme zu updaten.
Damit ist es weiterhin möglich, spontan zu bloggen – das aber fairer und qualitativ besser zu tun. Ich werde fortan so vorgehen.