Mein Leserbrief im Tages-Anzeiger – auch das gibt es noch

Eben habe ich eine Mail von einem mir unbekannten Absender erhalten:

Ich habe gerade deinen Leserbrief im Tagi gelesen. Super Sache, dass Du versuchst, auch durch die Printmedien Vernunft zu verbreiten. […]

Tatsächlich habe ich dem Aufruf der Facebook-Gruppe »Ausschaffungsinitiative 2xNein« Folge geleistet und auf dem Forum des Tages-Anzeigers einen Leserbrief verfasst (online), der tatsächlich publiziert worden ist:

Mein Leserbrief ist unten rechts. Klicken zum Vergrößern.

Die Geschichte zeigt, wie online mein Medienkonsum geworden ist: Ich brauche, um ehrlich zu sein, eigentlich nur noch Twitter für meine tägliche News- und Hintergrundlektüre. Twitter erlaubt mir, alle relevanten Medien gleichzeitig zu lesen und mit mächtigen Filtern das auszublenden, was mich nicht interessiert. Und doch liegt mir daran, dass JournalistInnen anständig bezahlt werden und viel Zeit haben, um zu recherchieren. Ein Fazit möchte ich jetzt nicht ziehen, sonst kommt mir noch der Gedanke eines Leistungsschutzrechtes.

Die Initiative zur Einführung der Todesstrafe – eine Nachlese

Ein paar Anmerkungen zum geglückten Versuch, per Initiative einen PR-Stunt zu lancieren:

  1. Die Initiative spielt auf einen Bereich an, der nicht vom Strafrecht abzudecken ist und auch nicht davon abgedeckt sein sollte: Das unaussprechliche Leiden von Angehörigen eines Mord- und Vergewaltigungsopfers. Sie suggeriert, dieses Leiden könnte dadurch gelindert werden, dass man Täter härter bestrafe, bzw. umbringe.
  2. Die Haltung, eine Strafe müsse im Sinne des Opfers sein, ist nicht durchdacht. Strafen sind nicht ein Mittel für Menschen, und mögen sie noch so betroffen sein von einer Tat, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Niklaus Oberholzer, Richter, formuliert den Sinn einer Strafe im lesenswerten Tagi-Interview wie folgt:

    Erstens ist eine Strafe Vergeltung für eine Verfehlung. Zweitens erhofft man sich von ihr eine erzieherische Wirkung: Die Strafe soll dazu beitragen, dass der Verurteilte seinen Fehler nicht wiederholt. Drittens soll sich eine Strafe generalpräventiv auswirken: Potenzielle Täter sollen abgeschreckt werden. Viertens hat die Strafe eine gesellschaftliche Funktion. Sie muss den Rechtsfrieden wiederherstellen. Dieser wird durch Normverletzungen gestört. Es braucht eine staatliche Handlung, um die Ordnung zu restaurieren.

  3. Oberholzer verortet die Initiative auch völlig richtig in dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach einer Einbahn-Justiz (nur die anderen sollen bestraft werden, siehe auch diesen Post):

    Der Einzelne ist immer dann für drakonisches Durchgreifen, wenn er das Gefühl hat: So etwas kann mir nie passieren. Also zum Beispiel bei schweren Gewalt- oder Sexualdelikten. Überall dort, wo er nicht ausschliessen kann, dass er selbst mal dreinläuft, plädiert er hingegen für Milde: bei Fahren im angetrunkenen Zustand, Park- und Geschwindigkeitsbussen, Steuerhinterziehung.

  4. Härtere Strafen bringen aus zwei Gründen, wie Oberholzer ausführt:

    Leute, die im Vollzug tätig sind, sagen mir: Strafen, die länger dauern als fünf, sechs Jahre, bringen eigentlich nichts. Fünf, sechs Jahre lang kann man mit den Inhaftierten arbeiten, sie eine Ausbildung absolvieren und eine Therapie machen lassen. Danach wird es immer schwieriger, sie sinnvoll zu beschäftigen. Und es wird für die Betroffenen immer schwieriger, draussen wieder Tritt zu fassen. Im Übrigen sollte man sich bewusst sein, dass schärfere Strafen keine abschreckende Wirkung haben. Was potenzielle Täter hingegen beeinflusst, ist die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden. Ist diese hoch, verzichtet manch einer auf eine Straftat.

  5. Der schweizerische Umgang mit Initiativen bringt die direkte Demokratie an ihre Grenzen, wie dieser Post aus dem Wahrscheinlich-Blog schön zeigt. Oder mit den Worten von Stefan Bühler in der heutigen NZZ am Sonntag:

    Denn der viertägige Spuk um die Todesstrafe ist nur der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, welche die direkte Demokratie in letzter Zeit mehrmals an ihre Grenzen gebracht hat: Die Häufung von Initiativen nämlich, die aus dem Bauch heraus lanciert werden statt aus dem Kopf. Initiativen, bei denen nicht tragfähige Lösungen im Zentrum stehen, sondern der Ausdruck eines angeblichen Unbehagens oder der Wunsch nach Vergeltung von Verbrechen. Initiativen, die Völkerrecht und Menschenrechte hintanstellen. Initiativen, die vom Parlament mehrheitlich abgelehnt werden – die vom Volk aber trotzdem gutgeheissen werden. Konkret: Die Initiative zur Unverjährbarkeit pornografischer Straftaten an Kindern, die Verwahrungsinitiative für gefährliche, nicht therapierbare Straftäter und die Initiative gegen den Bau von Minaretten.

  6. Ganz allgemein wäre es wohl sinnvoll, das Strafrecht nicht öfter als alle 15 Jahre zu ändern – und Initiativen nur dann zur Sammlung von Unterschriften zuzulassen, wenn geprüft worden ist, ob die InitiantInnen überhaupt über die personellen und materiellen Ressourcen verfügen, um die Unterschriften zu sammeln.

Die Weltwoche als KMU – eine iApp als Geschäftsmodell

Apps sind – wie die FAZ im »Netzökonom«-Blog darlegt – ein »Übergangsphänomen«: In der Zukunft werden Inhalte nicht in Programmen dargestellt, die nur auf spezifischen Plattformen laufen, sondern im Internet – so dass man von jeder Plattform darauf zugreifen kann.

Gleichwohl steigt die Weltwoche ins App-Business ein und lanciert nach dem Tages-Anzeiger, dem Blick und der NZZ auch eine iPhone-App. Das Spezielle daran: Während der Blick alle Inhalte gegen eine Monatsgebühr zur Verfügung stellt (inklusive pdf-Download), der Tagi eine Gratis-App anbietet und die NZZ zwar nicht die ganze Ausgabe in der App abbildet, aber sehr viel Content in der App abrufbar ist – hält die Weltwoche ihren Paywall auch in der App aufrecht: Obwohl die App stolze 5.50 kostet. Sprich: Für 5.50 kann ich die wenigen schlechten online-Texte lesen und zusehen, wie Köppel seine »Eloquenz«  seinen Nonsense (immer wieder lustig und so »bloggig«, das Durchstreichen von Wörtern, oder?) in Videokommentaren verbreitet. Alle anderen Texte sind nur Abonnenten zugänglich – die also zusätzlich zu ihrem Abo 5.50 zahlen müssen, um ihr Abo auch aufs iPhone auszudehnen.

Nicht, dass irgendjemand die Weltwoche lesen möchte, der sie nicht jetzt schon liest, also handelt es sich auch um kein Problem. Aber die wirtschaftliche Logik ist zumindest fragwürdig. Auf meine Nachfrage schreibt die Weltwoche per Twitter:

Weil wir als KMU uns diesen Kanal nur leisten können, wenn er auch Einnahmen hat, und die iApp ein grosses Kundenbedürfnis ist.

Offenbar hat da jemand einen Auftrag bekommen, das Kundenbedürfnis abzuschätzen und dann gerechnet, wie viel einen Informatiker die iApp kostet, dividiert und voilà: 5.50. (Eine iPad-App wird es nicht geben, weil eben: Kein Kundenbedürfnis oder sich das nicht rechnet. Wie einfach es gewesen wäre, gleich auch ein Angebot in groß, sprich eine universale App zu basteln, kann ich nur vermuten: Sehr einfach.)

Aber die finanziellen Nöte der Weltwoche haben mich dann doch noch etwas zum Schmunzeln gebracht, vor allem weil es in der Beschreibung der App heißt:

Die Weltwoche ist das einzige unabhängige Polit- und Themenmagazin der Schweiz.

So unabhängig, dass sie nicht einmal sagen muss, welcher SVP-Exponent Köppel das Geld gegeben hat, um die Weltwoche ideologisch ganz nach rechts-außen zu rücken.

Update: Um noch etwas Konstruktives anzumerken – so würde ich vorgehen:

  • Die Kosten für die App auf die Abogebühr vom nächsten Jahr daraufschlagen – und eine Gratis-App veröffentlichen (Mehrwert für Abonnenten, viele Downloads von Interessierten).
  • Die App gratis anbieten und einzelne Ausgaben (oder Texte) für Nicht-Abonnenten als In-App-Purchase anbieten und die Sache so finanzieren.

Schlechte Wikileaks-Kommentare Teil 2: Der Tagi

Der Tagi schlägt in Bezug auf Wikileaks in die gleiche Kerbe wie die Weltwoche, allerdings ohne direkt auf den Mann zu spielen: Walter Niederberger plädiert dafür, die Dokumente zu ignorieren, und zwar aus folgenden Gründen:

  1. a) Wikileaks untersteht keiner nationalen Rechtssprechung.
    b) Es ist unklar, wie Wikileaks finanziert wird.
  2. Bradley Maning ist der wichtigste Informant von Wikileaks, er verfügt aber über eine zu niedrigen Dienstgrad, um überhaupt brisante Informationen einsehen zu können.
  3. Wikileaks bearbeitet die Daten nicht journalistisch, übernimmt also auch keine »Verantwortung« dafür.

Diese Argumente sind meines Erachtens nicht tauglich für eine Kritik an Wikileaks:

  1. a) Wikileaks kritisiert ja gerade Instanzen (das US-Militär), die sich weitgehend jeglicher Rechtssprechung entziehen und nur über mediale »exposure« verurteilt werden können.
    b)  Wikileaks hat insbesondere in Bezug auf Europa Stellung genommen, woher die Mittel kommen und wie sie mit Spenden umgehen. Im übrigen sagen viele etablierte Medienhäuser auch nicht, von wem sie finanziert werden (z.B. die Weltwoche).
  2. Niederberger hat keine Ahnung, wer die Informanten von Wikileaks sind – er akzeptiert einfach die US-Propaganda in dieser Hinsicht. Wikileaks sagt ja nicht, woher sie das Material haben. Ohne es zu sichten, kann man nicht sagen, wie wertvoll die Informationen sind.
  3. Wikileaks hat drei namhafte Redaktionen (New York Times, Guardian, Spiegel) gebeten, das Material zu sichten und darüber zu schreiben (man fragt sich, warum sie den Tagi und die Weltwoche wohl nicht gebeten haben, da mitzumachen…) – es übernimmt also durchaus jemand journalistische Verantwortung, aber nicht ein Dienst, der Rohmaterial bereitstellt, nicht aber journalistisch operiert.

Man kann’s kurz machen: Offenbar muss man diese Tage als Journalist einen Weg finden, wie man einen Text über etwas publizieren kann, ohne dieses etwas wirklich zu kennen. Einfachste Lösung: Man sagt einfach, man brauche das etwas gar nicht zu kennen.

Mal wieder Lewinsky – oder wie der Tages-Anzeiger Ausländerfeindlichkeit schürt

Nach seinem brillanten Eidenbenz-Essay im Tages-Anzeiger, mit dem er die Minarettabstimmung kommentiert hatte, meldet sich Charles Lewinksy auch zur »Volksbefragung« der SVP zu Worte (so füllt man sie übrigens richtig aus).

Seine Aussagen sind durchaus vernünftig oder klar:

Einfache Argumente haben die Tendenz, das Richtige zu schlagen, wenn das Richtige kompliziert ist. Probleme zu analysieren, ist schwieriger.

Im Moment ist das Störende ausländisch oder islamistisch. Es wird immer eine Gruppe geben, die als Zielscheibe für einfache Antworten dient.

Man muss mit allen Mitteln die Integration fördern. Dazu braucht es Geld, aber auch eine gewisse Pflicht zur Integration.

Wir können nicht Leute ausgrenzen und gleichzeitig von ihnen Integration fordern.

Doch bis jemand ein Parteiprogramm entwirft, das ich zu hundert Prozent unterschreiben kann, werde ich zu alt sein, um noch den Kugelschreiber zu halten.

Absolut unerträglich ist aber das Interview. Daniel Foppa stellt nicht nur Fragen, die Lewinsky provozieren oder ihm die andere Seite seiner Argumentation vorhalten, sondern absolut tendenziös sind und Aussagen voraussetzen, die so nicht stimmen:

  1. Die SVP [greift] Probleme auf, die die Leute tatsächlich bewegen.
  2. Dann ganz ohne Bildungs- und Vereinfachungsdünkel gefragt: Wie soll man beispielsweise mit schlecht integrierten Ausländern umgehen?
  3. Die Minarett-Initiative war auch ein Votum gegen Parallelgesellschaften.
  4. Verwirkt ein krimineller Ausländer nicht sein Gastrecht?

Man stelle sich nun vor, wer dieses Interview liest (die Kommentarfunktion ist verdankenswerterweise abgeschaltet auf Newsnetz): Leute wie ich, die denken: Okay, Lewinsky, der hat wirklich was drauf, der bringts auf den Punkt. Und Leute wie Eidenbenz, die denken:

»Eben, die SVP behandelt schon die Probleme, mit denen ich mich auseinandersetzen sollte (1.), zum Beispiel die schlecht integrierten Ausländer, die es allenthalben gibt (2.), so dass es schon eine Reihe von Parallelgesellschaften gibt in der Schweiz (3.). Ausländer sind schließlich Gäste hier, Kriminelle gehören ausgeschafft (4.).«

Das ist ein Problem – diese Voraussetzungen, die Foppa macht. Das andere Problem ist die Agenda des Tages-Anzeigers, Sommerloch hin oder her – er greift gerade auf, was die SVP will, dass er aufgreift: Schlecht integrierte und kriminelle Ausländer verbunden mit der EU-Frage. Diese beiden Themen gehören nicht zusammen, aber die SVP unternimmt alles, dass eine negative Einstellung zur EU mit der Ausschaffungsinitiative und umgekehrt verbunden werden kann, weil sie sowohl bei der Ausschaffungsinitiative wie auch beim EU-Beitritt zahlreichen Argumente der Gegenseite rational nicht  begegnen kann.

Man würde sich wünschen, dass Lewinsky sagt: »Gibt es in der Schweiz schlecht integrierte AusländerInnen?« »Wo erleben Sie denn Parallelgesellschaften?«

(Dazu noch eine Statistik am Rande: Die NZZ berichtet zwar auch über den Basler Islamisten Osmanoglu, der seine Töchter nicht zum Schwimmen schickt, stellt seine Position aber als Einzelposition dar – und erwähnt, dass in Basel 7 von 1033 muslimischen PrimarschülerInnen dem Schwimmunterricht fernbleiben: Ein Problem also, das sieben Promille der Kinder betrifft.)

Pressdisplay und PressReader – die Schweizer Zeitungen auf dem falschen Fuss erwischt

Wie der Beobachter meldet, kann man mit dem Dienst von Pressdisplay die wichtigen Schweizer Zeitungen (u.a. die NZZ, die NZZ am Sonntag, den Tages Anzeiger, die Bilanz, Finanz und Wirtschaft) komplett im Internet und auf dem iPad oder iPhone lesen (dafür gibt es die Anwendung PressReader [iTunes-Link]; die Anwendung gibts aber auch für Blackberry und Windows Mobile – also für alle mobilen Geräte, praktisch).

Pressdisplay bietet eine Economy-Option an, die pro Monat $10 kostet – also rund 120 Franken pro Jahr. Der Beobachter schreibt dazu:

Doch Newspaper Direct hat die Möglichkeiten der digitalen Ver­marktung der Produkte konsequenter umgesetzt als die Schweizer Verlage. Auch der neue Leiter Digitale Medien bei der NZZ, Peter Hogenkamp, bezeichnet das Angebot als «in der Tat zu günstig». Kein Wunder: Allein für die Online-Ausgabe der NZZ müssen Leser heute 368 Franken im Jahr bezahlen, wenn sie das Abo bei der NZZ kaufen. Bei News paper Direct erhalten sie für 120 Dollar noch eine Sonntagszeitung nach Wahl dazu.

Offenbar meinten die Schweizer Verlage, die Newspaper Direct würde nur den Druck ihrer Zeitungen in Hotels anbieten – der Vertrag erlaubt aber offenbar auch die Distribution übers Internet.

Ich habe das Abo gelöst und bin begeistert. Hier noch ein Screenshot der Anwendung auf dem iPad:

Die Boulevardisierung der Islamophobie

In der Schweiz herrschen ideale Voraussetzungen für islamophobe Hetze: Eine Abstimmung wurde gewonnen, mit der man es den Muslimen einmal so richtig gezeigt hat, und zudem wird ein Schweizer in einem muslimischen Land festgehalten. Jede Art von anti-islamischer Stimmungsmache würde einen fruchtbaren Boden finden, doch allein: So weit man sucht, man findet keine negativen Erscheinungen des Islams. Man beschwört zwar Burkas herauf (»Da, eine Burka!« titelt der Tagi), aber man sieht keine, man rechnet mit Terroranschlägen, nach der Abstimmung sowieso, aber keine Terroristen interessieren sich für die Schweiz, und auch sonst passiert nicht das, womit man beim Islam offenbar ständig rechnen muss: Einführung einer neuen Rechtsordnung, Zwangsverheiratung sämtlicher Frauen, religiöse Diktatur, Tötung aller Ungläubigen und Ähnliches. Passiert einfach nicht. Aber irgendwie wissen doch die sich völlig rational gebenden Islamkritiker, dass da irgendwo eine Art Parallelgesellschaft lauert, dass Zwangsverheiratungen an der Tagesordnung sind und gerade wenn man eben nichts davon mitbekommt, die Gefahr am größten ist.

Was also tun, wenn man die Islamophobie noch etwas anheizen will? Richtig: Ihr ein Gesicht geben, wie das das Boulevard schon seit Urzeiten tut. Man gehe wie folgt vor:

  1. Man suche einen Muslim, der a) etwas durchgeknallt aussieht, b) etwas durchgeknallt ist und c) das Rampenlicht sucht.
  2. Man hieve ihn durch ein islamophobes Hetzblatt (die Weltwoche) ins Rampenlicht, so dass dann staatliche Medien (die Arena) nachziehen und letztlich die Sonntagspresse den Steilpass aufnimmt.
  3. Der Öffentlichkeit ist klar, dass es a) den radikalen Islamismus in der Schweiz gibt, b) Islamist und Muslim Synonyme sind und c) jeder, der an den Koran glaubt, die Menschenrechte mit Füssen tritt und lieber heute als morgen eine Frau steinigt.
  4. Man kann die Story beliebig erweitern und zur Kampagne ausbauen: Eine »Konvertitin« taucht ab und auf, die natürlich einer »Gehirnwäsche« unterzogen worden sein muss (Tagi), weil wer würde schon freiwillig zum Islam konvertieren, zudem lebt sie in »muslimischer Käfighaltung«, wie die Weltwoche weiss.

Dazu kann dann abschließend (das Muster dürfte klar geworden sein: man hat keine relevanten Sachverhalte, also spielt man auf den Mann und die Frau) die Weltwoche zitiert werden, die zu Blancho schreibt:

Wer den Studenten und zweifachen Familienvater ohne Einkommen finanziert, ist unklar.

Was mir daran gefällt, ist, dass ebenso unklar ist, wer den »Journalisten und einfachen Familienvater« Roger Köppel finanziert (und damit auch das Hetzblatt Weltwoche) – und warum das nicht transparent gemacht werden kann, wie hier (NZZ), hier (Tagi) und früher schon (2007) in Blogs (Netzwertig von Ronnie Grob u.a.) nachzulesen war.

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