Geschlechterquote statt Frauenquote

Die viel diskutierte Frauenquote in bestimmten Bereichen des politischen oder beruflichen Lebens geht implizit schon von einer Diskriminierung der Frau aus. Eine Quote ist deshalb ein sinnvolles Instrument, weil es Verantwortliche dazu zwingt, über die Kategorie Geschlecht nachzudenken, sie sichtbar macht – und damit auch Privilegien und Diskriminierungen. Idealerweise funktionierte das in Bezug auf alle Kategorien und alle Geschlechter (es gibt nicht nur zwei…). Aber um mal bei der eng gefassten Frage der Frauenquote zu bleiben: Was spricht eigentlich dagegen, sie als Geschlechterquote zu formulieren?

Beide Geschlechter müssen mit einem Anteil von mindestens 10/20/30/40/49% im Gremium X vertreten sein?

Eine solche Quote kann man gerne auch ausdehnen, auch auf Berufe, in denen Frauen dominieren oder solche, die nicht mit hohem Status und Gehalt verbunden sind.

Man darf sich gerne fragen, was passieren würde, wenn 10% der Angestellten einer Kinderkrippe Männer sein müssten, oder 10% der auf einer Baustelle Arbeitenden Frauen. Meiner Meinung nach wäre der Effekt äußerst heilsam und würde die Rollenprobleme, die unsere Gesellschaft auch nach Jahrzehnten feministischen Diskurses nicht ansatzweise lösen konnte, recht schnell aufbrechen.