Zum Sicherheitsempfinden

Mich stört etwas: Die Präsenz von Sicherheitskräften. Keine Zugfahrt und kein Fest ohne private Sicherheitsleute und ihre Kontrollen.
Warum stört mich das?

  1. Weil es mir das Gefühl gibt, an Orten, wo ich mich immer sicher gefühlt habe, mit was Gefährlichem rechnen zu müssen.
  2. Weil die Arbeit dieser Sicherheitskräfte entweder unnötig ist oder von gut ausgebildeten und entschädigten Polizistinnen und Polizisten ausgeführt werden sollte.

Wenn ich in Luzern einen Fussballmatch schauen will oder in Baden im Biergarten ein Bier trinken will, geht man mit mir um, als wäre ich ein Verbrecher, der Waffen mit sich trägt. Diese Behandlung hinterlässt bei Jugendlichen, die ihr am meisten ausgesetzt sind, Spuren.

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Der Befund einer Studie (pdf) der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik und Militärakademie an der ETH Zürich zeigt einerseits, dass sich Menschen in der Schweiz immer sicherer fühlen – dass sich das Gefühl der Unsicherheit jedoch auf andere Faktoren bezieht. Diese Daten sind zwar veraltet, dennoch wird der Einfluss von Kriminalität im öffentlichen Raum wohl immer stärker gewertet, während aussenpolitische Faktoren eine geringere Rolle spielen.
Unklar ist mir, ob sich Menschen wegen der Präsenz von Sicherheitskräften sicherer oder unsicherer fühlen. Kennt jemand Untersuchungen dazu?

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