Hello Goodbye

Nein, nicht der Beatles-Song, ein neuer Schweizer Film, dessen Aushang ich gestern zufällig gesehen habe und sofort an die CCPT denken musste:Gesehen hab ich ihn allerdings noch nicht, daher keine Kritik.

Oliver Stone

Am Zurich Film Festival bisher zwei Oliver-Stone-Filme gesehen: Wall Street und U Turn.

Während den letzten Jahren habe ich Stone immer als Vertreter des absoluten Main-Stream-Kinos wahrgenommen, was bei einem Blick auf seine Filmografie aber auch nicht täuscht. Doch die beiden Filme, vor allem Wall Street natürlich sehr mainstream, zeigen aber einerseits seinen bestechenden Umgang mit Schauspielern, die teilweise über sich hinauswachsen (Michael Douglas spielt in Wall Street einer seiner drei besten Rollen, J Lo wohl ihre absolut beste in U Turn) und einander auch ergänzen (interessant die Familiengeschichten, beide Brüder Phoenix in U Turn und Vater und Sohn Sheen als Vater und Sohn in Wall Street). Zudem kann Stone ganz verschiedene Arten von Filmen machen, U Turn hat beispielsweise in seinen Dialogen und in der Story viel von Tarantino-Filmen, geht aber in der Komplexität darüber hinaus.

Fazit: Gut, sich diese Filme mal wieder anzusehen, geben mehr her, als ich gedacht hätte.

Déjà vu

Ich liebe ja die amerikanische Aussprache dieses Begriffs, lautlich nachzuahmen traue ich mir kaum zu – aber der neueste Film von Tony Scott (und Jerry Bruckheimer) entspricht dieser Liebe kaum.
Der Topos der Zeitreise wäre ja an sich verheissungsvoll – tiefgründige Überlegungen und Hochspannung könnten sich vereinbaren lassen. Aber wenn der Film auf der gedanklichen und wissenschaftlichen Ebene (»we just bendt space« – hä?) so unbedarft daherkommt und die Figuren psychologischen so unglaubwürdig agieren, vergehen einem auch die guten Momente (z.B. die Brille, mit der man die beim Autofahren die Vergangenheit sieht). Letztlich stellt der Film ein paar Fragen, aber kaum die richtigen, und warum jetzt diese Fähre letztlich explodieren musste, weiss kein Mensch. (Ausser, dass es manchmal eine »divine intervention« braucht…)

Frisuren der 80er

Gerade Rain Man und Blade Runner geschaut – und mal wieder über diese Frisuren gestaunt. Während sie bei Rain Man schon fast natürlich wirken (hier die grossartige Szene im Lift, nimmt mich wunder, wie bauchfrei in den 80ern gewirkt hat) –
– so sind bei Blade Runner die Frisuren der Schlangenreplikantin und von Rachael zunächst sehr modern. Erst bei der Annäherung an den Blade Runner lösen Sie ihr Haar und zeigen sich von einer begehrenswerten Seite, indem sie diese Föhnfrisuren präsentieren (und der Föhn ist ja schon eine Klasse für sich, talk about 360°).

Quotes aus "The Departed"

Der Film (Scorsese, 2006) ist als Ganzes wohl kein Meisterwerk – doch einige Zitate übertreffen selbst Tarantino-Filme. Hier eine ungeordnete, kurze Liste. Mehr hier.

I’m the guy who does his job…. you must be the other guy.“

„There are guys you can hit and guys you can’t, now, that wasn’t exactly a guy you can’t hit but he’s almost a guy you can’t hit.“

„Fucking fireman getting pussy for the first time in the history of pussy…. or fire.“

„Maybe, maybe not, maybe fuck yourself.“

„Do you know what we are doing? No, you don’t know. Because if someone like you knew what we did, that would make us cunts. Are you calling us cunts?“

„I thought I was supposed to go into shock but im not – it fucking hurts.“

„I always did good in school too, that’s what they call a paradox.“

Perverses Kinovergnügen

Zizeks Film über Filme The Pervert’s Guide to Cinema begeistert mich immer mehr. Nicht nur hat man beim beiläufigen Reinhören den Eindruck, Slavoj spreche eine ganz eigene Sprache, sondern seine Gestik und sein Temprament machen ihn eigentlich selbst schon zum Filmcharakter.
Wünsche mir eine untertitelte DVD-Version, hier gibt es ein Transcript des ersten Teils.
Mein gedanklicher Transfer wäre, eine Zizek-Lektüre von ausgewählten Gotthelf-Texten (z.B. die Joggeli-Telenovela) vorzunehmen.
„Da müsste man mal in Ruhe drüber nachdenken“ – um mit Herr Lehmann zu sprechen.