Das ganze Blogspiel

„Wotsch en Brief, so schribsch en Brief“, hiess es doch mal. In einer Zeit, wo mich 16-jährige fragen, was A-Post sei, ist ein solches Diktum natürlich schon etwas passé. Aber wenn man im ganzen Blogspiel bestehen möchte, d.h. eine treue Schar Lesende um sich versammeln möchte, so müsste man andere Blogs lesen, kommentieren und so seinen Blog anpreisen; das gleiche Prinzip wie ehedem also, mein meine Blogberatung. Da es für solche Angelegenheiten an Zeit nie mangelt, gibt es nur ganz prinzipielle Probleme – wie will man sich mit seinen Kommentaren positionieren? Kommentiert man Dutzendblogs auf der Jagd nach Aufmerksamkeit, oder wagt man sich an die herausragenden Prachtsexemplare, wo sich die „Weisheit der vielen“ tummelt?

Ausrichtung dieses Blogs

Die Frage, ob keine Ausrichtung der Ausrichtung aller Blogs entspreche, ob ich quasi den heute-Durchschnittsmix repräsentiere (ein bisschen Meinung über irgendwas, etwas Promitalk, Tech-Buzz und ab und zu ein Zitat), lässt mir keine Ruhe.
Was ich mache, muss doch irgendwie originell, einmalig, lesenswert sein – könnte man denken. Eventuell denkt man dann falsch, befürchte ich gerade. Dem sagt man wohl eine Blogkrise.

Tingler und Roten

Gerade Tinglers Blog entdeckt und mich recht amüsiert, er triffts recht gut (gut gefällt mir auch das Video bei Äschbi auf seiner Homepage (bzw. auf SFs Homepage), der Äschbi ist ja recht gereizt):

Frau Roten verkörpert nämlich den Typ der Kolumnistin, deren gesamtes Schreiben immer nur ein Kampf gegen die eigene Komplexbeladenheit ist, und da die Sorte Selbstironie nicht mal dann erkennt, wenn man ihr damit auf den Kopf haut, wirkt das Ganze so gewollt und verkrampft, wie die Sorte Roten eben ist. Und überdies fällt das ganze Getue so ’n bisschen in sich zusammen, wenn man sie trifft und sie kein Wort rauskriegt und sich zusammenkauert. Aber gegen die Roten als Person hab ich gar nichts. Ich kenne sie ja überhaupt nicht. Ich habe während des Fluges nur, während ich, wie Frau Roten richtig schreibt, gewohnheitsmässig unaufhörlich auf Richie einquasselte, in meinem indirekten Blickfeld gesehen, wie sich am Ende der Sitzreihe ein stummes kleines Geschöpf gegen die Kabinenwand presste.
Eine andere Frage ist die, warum das Magazin des Tages-Anzeigers überhaupt seine Spalten für so Mädchengetue auf Pausenhof-Niveau breit macht

Burning Sand

Ein ganz nettes Programm, mit dem man Stunden vertreiben kann – Sand in allen Farben und formen auf verschiedenste Arten zu „verbrennen“ – ist von Max Nagel und macht Spass. Leider nur unter Windows – schaut man sich den Screenshot genau an, sieht man auch, wie nett mit Parallels auf meinem MacBook Windows und OS X gleichzeitig laufen. Auch das macht Spass.

Lifecycle of a Blogger

Da ich nun weniger zu schreiben beginne, fragt man sich, ob es mit diesem Blog schon wieder zuende geht, obwohl er erst gerade eine Lesergemeinde gefunden hat. Mitnichten.

Hier kann man nachlesen, welche Karriere mir bevorsteht. Auf dem Lifecycle bin ich wohl erst auf Stufe 2 angelangt, aber das kann ja mal heiter werden…

Liesme

Knitting, as they call it, scheint nicht nur in der Schweiz, wo man gelegentlich von Schweizermeisterschaften (die von Männern organisiert und dominiert werden), total in zu sein, sondern vor allem in der USA. Wenn man diesen Blog liest, wird einem deutlich, was da wirklich abgeht.
Die Autoren von Freakonomics haben in ihrem Blog eine Einsendung veröffentlicht, wonach diese Strick-Community dermassen viel Strickwolle kauft, dass die Bank der Firma, die dieses krasse Material herstellt, ihre Konten gesperrt hat, weil sie so viel Geld eingenommen haben.

Soweit musste es kommen

Mit diesen Worten wird auf meinen Blog verlinkt:
„Habt ihr einen Blog, aber euch fehlen die Leser? Dann hackt ein bisschen auf «heute» herum. Dies kann nun doch jeder, nicht wahr?“
Hab mir schon fast gedacht, das heute-Bashing müsse eine Ende nehmen, aber dann liegts halt doch wieder so verführerisch in der S-Bahn und ich ertappe mich beim Tippen.