Wehrpflicht

Auch wenn allein eine Beschreibung der Zustände in der Schweizer Armee ausreichen würde, um einzusehen, dass es nicht weitergehen kann, oder ein Blick auf die politische Karte Europas zeigen würde, wie anachronistisch eine Wehrpflicht ist – es gibt eigentlich nur ein Argument, das zu beachten ist.

Wehrpflicht in Europa. Via Andreas Kyriacou

Wehrpflicht in Europa. Via Andreas Kyriacou

Ein Staat muss die Freiheit und die Rechte der Menschen beschützen, die in ihm leben. Das Recht, selbst bestimmen zu können, wie und wofür man arbeitet, ist höher zu gewichten als abstrakte Erwägungen zur Sicherheit. Wäre die Wehrpflicht das einzige Mittel, mit dem man sicher stellen könnte, dass die Menschen in einem Land überlebten – dann könnte man darüber diskutieren.

Heute ist Wehrpflicht aber klar Zwangsarbeit – auch wenn der entsprechende Passus im Übereinkommen Militärdienst explizit ausschließt. Der Vorschlag, die Dienstpflicht auf alle Menschen auszuweiten, verbessert das Problem nicht, sondern verschlimmert es.

Sicherheitskräfte sollen in der Schweiz wie in jeder zivilisierten Nation ausgebildet und angestellt werden – nicht gezwungen.

7 thoughts on “Wehrpflicht

  1. Ich bin für die Abschaffung der Armee.
    Der Abschaffung der Wehrpflicht, stehe ich aber kritisch gegenüber. Was denken Sie über die Gefahr der Militarisierung? Ich glaube, sie ist real und muss um jeden Preis vermieden werden.

  2. ich sehe das ähnlich wie Daniel. Armee ist mir völlig egal, ich bin aber für eine Dienstpflicht.

    Aber nicht nur wegen der Gefahr einer Berufsarmee.

    Warum soll nicht jeder junge Mann (von mir aus auch Frau) einen Dienst für die Gesellschaft leisten? Muss nicht Militär sein. Ich wäre für die freie Wahl zwischen Armee und Zivildienst. Aber die Dienstpflicht einfach abschaffen und damit noch den Drall hin zu einer individualistischen und völlig auf Konsum und Eigennutz beschränkten Gesellschaft verstärken? Bedenkliche Entwicklung.

  3. Gefallen hat mir damals, ich glaube es war 2001, die Initiative zum Zivilen Friedensdienst, zumindest von der Grundidee her. Eine Art „Obligatorischer Dienst an der Gesellschaft“, den man mit den verschiedensten Inhalten füllen könne, von Katastrophenschutz bis hin zu Konfliktvermeidungstraining, würde in unserem Land vieles zum Besseren wenden.

    • @Daniel Delgado: Die Initiative für einen zivilen Friedensdienst wollte KEIN Obligatorium, sondern den Staat verpflichten, ein entsprechendes Ausbildungsangebot zu erstellen. Die Freiwilligkeit wäre ein entscheidender Erfolgsfaktor gewesen. Engagement und Zwang vertragen sich äusserst schlecht.

      • Ich kann mich nicht mehr genau an die Initiative erinnern, fand aber die Idee interessant. Was Sie zu Zwang und Engagement sagen, mag stimmen, da kenne ich mich nicht aus.

  4. Obwohl ich für die Abschaffung der Armee gestimmt habe und auch bei dieser GSOA-Initiative ja stimmen werde, finde ich sie im Grundsatz unehrlich und eigentlich dumm. Letztlich geht es ja doch wieder um die Abschaffung der Armee, ein Anliegen, das ich zwar unterstütze, mit dem die GSOA aber bereits zweimal gescheitert ist und das in immer neuen Varianten vors Volk gebracht wird.

    Es ist nun mal eine Tatsache, dass nach wie vor eine deutliche Mehrheit der Schweizer Bevölkerung für eine Armee ist. Dass die GSOA alle paar Jahre mit einer neuen Variante ihres Anliegens kommt, nur um dann Schiffbruch zu erleiden, finde ich eher jämmerlich.

    Bei dieser Initiative finde besonders stossend, dass es von Seiten der Initianten überhaupt keine Vorstellungen gibt, wie eine Armee ohne Wehrpflicht funktionieren soll. Das ist insofern auch logisch, weil es gar nicht um die Wehrpflicht geht. Es wäre aber weitaus ehrlicher, ein drittes Mal mit der Armeeabschaffung zu scheitern, oder dann eben einzusehen, dass dieses Anliegen nicht mehrheitsfähig ist.

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