Was Neujahrsvorsätze bringen

woodyguthrielistWas eine Liste mit Vorsätzen wie die von Woody Guthrie (Quelle mit Transkription) bringt, kann man sich vor und nach jedem Jahreswechsel fragen: Die Erfahrung sagt uns, gute Vorsätze seien vergeblich. Noch nie haben wir sie so umgesetzt, wie wir uns das vorgestellt haben. Vernünftig wäre, auf Vorsätze zu verzichten und sein Leben oder sein Verhalten dann zu ändern, wenn einem das möglich und sinnvoll erscheint.

Diese vernünftige Lösung leistet aber eines nicht: Uns zu zeigen, wie jämmerlich wir als Menschen scheitern. Wer sich jedes Jahr Vorsätze fasst und sich bewusst wird, wie weit sie/er von der Person entfernt ist, die sie/er gerne wäre, hat etwas gelernt. Über sich selbst, aber auch über andere: Andere wären auch gerne besser. Wenn sie uns enttäuschen, verletzen, langweilen, beunruhigen, dann tun sie das als die Menschen, die sie sind, nicht als die, die sie gerne wären.

Das finde ich sehr tröstlich.

7 thoughts on “Was Neujahrsvorsätze bringen

  1. Ich verwende ja lieber den Begriff „Ziele“ als „Vorsätze“. Und damit erinnere ich mich daran, freundlich auf meine Schwächen zu sehen. Diese Ziele formuliere ich so ambitioniert, dass sie mich in Bewegung bringen, und so freundlich/realistisch, dass das Scheitern nicht schon vorprogrammiert ist. Das ist, glaube ich, sehr wichtig. Auch wenn sich nicht alles umsetzen lässt, finde ich es schon sinnvoll, ab und zu mal innezuhalten im Alltagstrubel und abzurücken von mir, um mir zu überlegen, wohin es gehen soll. Das könnte natürlich auch im Juli geschehen, aber das alte Ritual des Jahreswechsels hat für mich durchaus eine besondere Energie, die ich mir gern zu Nutzen mache.
    Und es ist tatsächlich so: Wenn ich mir bewusst mache, wie schwer es ist, mich selbst zu verändern, kann ich vielleicht auch freundlicher auf meine Mitmenschen schauen, von denen ich Gleiches mitunter ganz selbstverständlich erwarte…

    • In der Schule spreche ich mit den Schülern auch lieber über Ziele – aber da habe ich nicht den Eindruck, sie würden sich nicht erreichen lassen; genau so, wie du das beschreibst… Danke für den Kommentar!

  2. Danke, wohltuende Wort, hoffentlich toleranzfördernd.
    Ich hatte diesjähig die Idee, anstatt konkrete Vorsätze, einige Prinzipen festzuhalten, nach denen ich mein Denken/Handeln ausrichten will. Idealfall sähe also folgendermassen aus: Ich stehe vor einer Entscheidung – erinnere mich an eines der wegweisendes Prinzipien und richte mich, ohne hin und her, danach. (Zum Beispiel: „Verzicht nimmt nicht, verzicht gibt.“ (Martin Heidegger)) Mit dem Motto: „Ausnahmen bestätigen die Regel“ – die Richtung ist mir wichtig. Und auch die steht unter der Gewissheit der permanenten Veränderung.

  3. Philippe, du hattest doch mal dieses tolle Poster mit ganz viel guten Vorsätzen, oder besser, Empfehlungen, Verhaltensweisen, wie zB. Never refuse homemade cookies, dort gibt’s sehr viele inspirierende Beispiele. Gibt’s das online?

  4. es war sowas ähnliches. Aber dieses Manifest finde ich auch sehr schön! For 2013 I want to open my mind, arms and heart to new things and people and keep them open for the ones I know!:)

  5. Die guten Vorsätze werden (wenn überhaupt) auf einen Zettel geschrieben, irgendwo hin gelegt, nicht wieder angeschaut und versickern. Ziele sollte man sich zwei Mal täglich vor Augen führen (nur in schriftlicher Form), damit man am Ball bleibt. Dazu gibt es zwei schöne Aussagen:
    “People often say that motivation doesn’t last. Well, neither does bathing – that’s why we recommend it daily.” (Zig Ziglar)
    und
    „Wer seine Ziele nicht niederschreibt, hat keine Ziele. Er hat Wünsche.“ (von wem das ist, weiß ich jetzt gar nicht).

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