Elemente des Lifestyle-Sexismus

Die folgenden Gedanken, so viel sei als Disclaimer gesagt, resultieren aus der Diskussion auf dem Portal clack.ch (»interaktiver Versammlungsort für stilsichere Frauen«), insbesondere mit dem »Quotenmann« Réda el Arbi (»zürcher aus religiösen gründen / keine politik mehr«) über Ironie, Humor und Klischees in Bezug auf Geschlechterrollen und Sexismus. Triggerwarnung: sexuelle Gewalt. 

Was Sexismus ist, ist allen klar. Warum er problematisch ist, auch. Falls nicht: Ein bisschen nachdenken.

Erstaunlich ist, dass Sexismus richtiggehend modisch geworden ist. Man kann sich heute damit profilieren, sexistisch zu sein, und erhält dafür Anerkennung. Natürlich handelt es sich nicht um den Sexismus 1.0, bei dem Männer Frauen direkt gesagt haben, was sie dürfen und was nicht. Der Lifestyle-Sexismus ist subtiler. Hier ein paar typische Bestandteile:

  1. »Man muss heute gar nicht mehr gegen Sexismus einstehen, weil ja allen klar ist, wie doof Sexismus ist.«
  2. »Frauen WOLLEN einfach keine Karriere machen und mögen es, sich sexy zu präsentieren – lasst doch einfach alle Menschen das tun, was ihnen Freude macht!«
  3. Ein paar diffuse Gedanken zur Evolutionstheorie und Biologie, zur Steinzeit, Brüsten und Vergewaltigung. Fazit: Sexismus ist naturgegeben, Widerstand zwecklos.
  4. »Das ist alles einfach ironisch.« / »Hättest du genug Humor, würdest du das auch verstehen.« / »Hier werden Klischees nicht gefestigt, sondern subversiv benutzt.«
  5. »Es braucht doch eine gewisse Spannung zwischen den Geschlechtern, dieses Knistern schafft doch erst richtige Erotik.«
  6. »Die Diskussion um Sexismus ist so 1960 / 1970 / 1980 / 1990. Da kommen keine neuen Argumente mehr.«
  7. »Die jungen Menschen leiden gar nicht mehr unter Sexismus, habe ich gehört.«
  8. »Eigentlich ist Sexismus doch Pornographie. Und Pornographie ist doch gut!«
  9. »Wärst du nicht so unlocker / prüde / verklemmt / ewiggestern / stur / dumm / uneinsichtig / rechthaberisch / selbstgerecht / unsicher / ernst / unweiblich / unmännlich / unmodisch / benachteiligt, dann hättest du mit all dem doch kein Problem!«
  10. »Mädchen können doch heute auch mit Lego spielen und Knaben mit Barbies. Alles GAR KEIN PROBLEM!«
  11. »Die meisten Frauen mögen es doch insgeheim, wenn man ihnen an den Arsch fasst.«
  12. »Es gibt doch viel dringendere Probleme als das. Afghanistan, Saudi-Arabien, Pakistan.«
  13. »Eigentlich sind es ja die Männer, die benachteiligt sind.«
  14. »Früher hab ich deine Meinung auch mal vertreten, aber nun bin ich schlauer.«
  15. »Es gibt eine Studie, bei der ein paar Halbwissenschaftler 1953 herausgefunden haben, dass…«
  16. »Diese Argumente gibt es doch schon lange, gebracht hat das doch alles nichts.«
  17. »Heute sind Menschen einfach nicht mehr so prüde, das ist dir offenbar nicht bewusst.«
  18. »Ich schau mir jetzt lieber eine sexistische Sendung im Fernsehen an, anstatt darüber nachzudenken.«
  19. »Warum musst du als Mann über Sexismus nachdenken? Können das die Frauen nicht selber?« / »Logisch, dass du als Frau über Sexismus nachdenkst, so verschafft ihr euch ja eure Vorteile!«
»Sexy Legs«. Aide VANESSAHHHHHH Flores. society6.

»Sexy Legs«. Aide VANESSAHHHHHH Flores. society6.

Damit man mich richtig versteht: Ich will Sexismus nicht verbieten, Rassismus auch nicht. Ich diskutiere auch gerne darüber, wenn diskutieren heißt, dass man echte Argumente austauscht, offen ist und seine Position begründen kann. Der Rahmen für eine Diskussion ist nicht das eigene Empfinden. Dass Menschen viele klar sexistische Haltungen, Handlungen und Darstellungen nicht als störend empfinden, ist gerade das Problem. Nur wenn ein Bewusstsein entsteht, was Sexismus bedeutet und wie er Betroffene trifft, verschwindet er. Die Einstellungen von Menschen und Gesellschaften zu Geschlechterrollen wandeln sich. Sie sind nicht einfach gegeben, sondern das Resultat verschiedener Prozesse. Die kann man ändern.

* * *

Offenbar spricht man in den USA bei diesem Phänomen von Hipster Sexism:

»For the media savvy [generation], irony means that you can look as if you are not seduced by the mass media, while being seduced by [it] … [and] wearing a knowing smirk«

39 thoughts on “Elemente des Lifestyle-Sexismus

  1. Naja, scheinst ziemlich verletzt zu sein. Aber egal. Wenn du alle meine Kolumnen gelesen hättest, vor allem die erste, würdest du mich vielleicht anders einschätzen. aber was solls, du bist ein Kreuzritter, da helfen Argumente und Beispiele aus der Realität wenig. Tut mir leid f¨r dich.

  2. Schwangere Lehrerin in Sitzung: „Ich habe meinen Schülerinnen versprochen, dass für mich ein junger, knackiger Lehrer als Stellvertreter kommt…..“
    Sexistisch, oder? Die Diskussion hat sich überlebt.

  3. Ich habe nicht den Eindruck, dass er ausgeblendet wird – im Gegenteil, er ist allgegenwärtig. Aber er bewirkt nichts, er ist beliebig. Was ist daran speziell, wenn es alle tun?

    • Deine Argumentation verwirrt mich. Es gibt einen Diskurs, aber er bewirkt nichts, weil alle gleicher Meinung sind? Das erlebe ich ehrlich gesagt nicht so. Gruppen, in denen ein Bewusstsein für Sexismus da ist, erlebe ich als angenehmer für alle Beteiligten.

      • Es sind nicht alle gleicher Meinung, aber jede Meinung ist gleich viel wert und somit ohne jede Wirkung. Natürlich fühlen sich Vegetarierinnen unter Vegetariern wohl und Metzger unter Metzgerinnen.

      • Nein, das ist gerade nicht der Punkt. Sexismus ist nicht eine Meinung, zu der jeder und jede gleichermaßen berechtigt ist. Es geht mir nicht darum, dass ich mich unter Menschen wohl fühle, die dasselbe denken wie ich – sondern alle fühlen sich unter Menschen wohl, die den Menschen in den Blick nehmen und nicht sein Geschlecht als Referenz für Erwartungen und Normen heranziehen.

      • Dein Standpunkt. Wer verteilt die Berechtigungen? Du? Woher weisst du, dass alle Metzger dasselbe denken?

      • Die Berechtigung fehlt, weil die Meinung andere direkt betrifft. Natürlich können wir uns hier in sophistischen Auslegungen darüber üben, was Metzgerinnen denken. Möchte ich aber nicht unbedingt.
        Worum’s mir geht: Sexismus schadet den dadurch Diskriminierten, ganz analog zu Rassismus etc. Soll man ihn deswegen verbieten? Ich finde nicht. Soll man deswegen ein Bewusstsein für diese Wirkung schaffen? Ich finde ja. Warum: Weil das dazu führt, dass es allen Menschen in einer Gesellschaft besser geht.

  4. woher also diese subtilität? aspekte des sexismus‘, wie du sie hier anführst, geben zwar aufschluss über eine re-illusionierung im dialog, welche vom gefühl des scheinbaren überwunden-seins alter ansichten genährt wird. leider lässt du aber eine diagnose aus, wie dieser trend zustande kommt und wie es autoren wie reda gelingt, sich als wortführer einer neuen geschlechterdiskussion zu positionieren.

    • Danke für diesen Hinweis. Ich muss mir das weiter überlegen. Ich denke, das Angebot, dass man doch in gewisse traditionelle angebotene Rollen zurückfallen darf, ist besonders für die, die davon profitieren, eine Entlastung. Gerade die Abgrenzung von den Politischen, den Idealistinnen und damit den Uncoolen führt ja zu einer eigenen Positionierung. Jedes Mal, wenn Reda mir sagen kann, wie selbstgerecht ich bin, sagt er ja, dass er es eben nicht sei – und alle seine wohlwollenden Mitlesenden auch nicht.

  5. meine einschätzung: reda macht das v.a., um traffic/aufmerksamkeit zu generieren. dadurch steigt sein marktwert…;)

    ich verstehe es, wenn themen aufgegriffen und stile benutzt werden, um auf einer bestimmten seite verkehr zu generieren (das tue ich gelegentlich auch; z.b. hier: http://milieukoenig.posterous.com/jetzt-offiziell-ich-bewerbe-mich-als-nachfolg)
    die frage ist einfach, ob es einen ausgleich dazu gibt und/oder ob auch selbstkritik platz hat.

    diese tendenz beobachte ich schon länger bei vielen blogs von (gross)verlags. da zählt (fast) nur eine devise: polarisierung! (damit möglichst viel traffic entsteht; und die kommentare verstehen sie dann als interaktion…;)
    und so wirst auch du, lieber philipp wampfler, letztendlich instrumentalisiert.

    die chamäleonartige sexistische zuspitzung (wenns hart auf hart kommt, war es nur spass;)) reiht sich hier ein ins ausspielen von religionen und familienlebensstilen…

    • Völlig einverstanden, das ist mir auch klar. Allerdings hilft mir gerade das eigene Bloggen dabei, die Instrumentalisierung abzuschütteln und den Spieß etwas umzudrehen.

      Menschen sind ja dann interessant, wenn sie sich selber nicht ernst nehmen und eigenen Schwächen aufgeschlossen und mit Humor begegnen. In der Internetkommunikation scheint mir das aber sehr schwierig zu sein, ich erlebe oft Menschen, bei denen ich weiß, dass sie das tun, ernster im Internet. Und ich denke, auch ich erscheine härter und sturer, als ich es wirklich bin. Aber dann wieder ist die Frage, ob wir nicht einfach sind, wie wir erscheinen… 

      • in letzter zeit greift es in meiner bubble um sich, dass die emoticons nur noch kindisch seien. ich liess mich (und lasse mich gelegentlich) dahingehend beeinflussen, dass ich auch auf sie verzichte(te). meines erachtens sind sie jedoch unerlässlich. das problem: es würde den sexismus nicht besser machen, wenn ständig ein ;-) angehängt würde. aber es hilft den dialog aufzulockern…; gerade auch, um zu den eigenen schwächen zu stehen…

        wir sind viele. punkt! gerade gestern habe ich mich kurz gefürchtet, als mir in einer dunklen ecke der bullingerwiese ein dunkelhäutiger mensch (ich weiss schon gar nicht mehr, wie ich das korrekt schreiben sollte;)) begegnete. und heute morgen auf dem arbeitsweg ertappte ich mich beim gedanken, dass ich einen jungen schnösel (ein junge anfangs zwanzig) total doof finde, derweil ich seine gleichaltrige kollegin in derselben naiven oberflächlichkeit süss finde.

        ergo: rassismus und sexismus stecken in uns allen. irgendwie(…) wurden wir so geprägt. die frage ist nun, wie wir damit umgehen. bei reda fehlt mir gänzlich eine metaebene. er verlässt nie seinen sumpf (nix gegen sumpf; viel zu wenige waten drin rum und schauen nur mit rümpfenden nase drüber…;), um sich zu verorten. deshalb finde ich deine reaktion (trotz allem;) wichtig… (auch der vorletzte tagi-magi-beitrag zeigte, wie in dieser frage der zynismus und die unbedarftheit um sich greift; mir missfällt es einfach, ihnen die plattform zu bieten, die sie suchen….)

      • was ich nicht verstehe, lieber philipp ist, wie du das internet als diesen neuen, verheissungsvollen ort der verständigung preisen kannst, wenn diskurs und meinungsbildung allein von der publicity dominiert werden. das zielt in beklemmender weise darauf hin, dass die meinungshoheit hat, wer die grösste öffentlichkeit erreicht. in diesem sinne möchte man dir die alte parole adorno’s entgegenhalten: es gibt kein richtiges leben im falschen. vielleicht sollte man vom primat der öffentlichkeit wegrücken und im umkehrschluss sagen, sie bieten dir eine plattform, ihren falschen lack anzukratzen. genau das erreichen beiträge wie derjenige von p. wampfler allemal.

      • das stimmt doch einfach nicht (mehr), dass diskurs und meinungsbildung alleine von der (möglichst grossen) publicity dominiert werden. zumindest von mir kriegen diese formate immer weniger aufmerksamkeit (ich lese inzwischen mehr blogs als konventionelle nachrichtenseiten). deshalb versuche ich mich auch dieser instrumentalisierung zu entziehen; denn nochmals: mit jeder unserer reaktion auf ihr (letztes;) polarisierendes aufbäumen, bestätigen wir deren primat.

        wenn wir mal genau hinschauen, wer wo wie welche öffentlichkeiten erreicht, dann ist das heute enorm divers (wichtig: wir vergleichen das mit der zeit vor dem internet)
        oder, um es möglichst einfach zu schreiben: wir bauen keine glaubwürdige gegenöffentlichkeiten auf, wenn wir ständig auf die gegenseite reagieren, sie zitieren, etc.

        in einem sind wir uns jedoch einig: blogs, wie dasjenige von phwampfler, sind enorm wichtig (und noch lange nicht tot, wie aktuell wieder häufig rumgereicht wird…)

      • wie kann denn deiner meinung nach eine glaubwürdige gegenöffentlichkeit erzeugt werden? die grundprinzipien herkömmlichen debattierens (argumentation – gegenargumentation) erklärst du ja damit – zu gunsten einer überwältigenden meinungsvielfalt – für überholt. mit einer enthaltung wird aber m.e. gerade die dominanz der grössten öffentlichkeit gefördert.

      • alleine, dass ich hier mitdiskutiere, zeigt, dass meine haltung mindestens ansatzweise und natürlich nur in übertragenem sinne schizophren ist…;)

        ich finde nicht nur schlecht, dass die so genannten mainstream-medien beobachtet und kritisiert werden. interessant finde ich einfach (und hier beobachte ich einfach nur und teile diese beobachtungen mit euch), dass erstens die provokateure das erreichen, was sie wollen (und sie überleben lässt), möglichst viele reaktionen; und zweitens, dass dieser mechanismus nicht hinterfragt wird.
        ich ordnete den blog von phwampfler als eine dieser vielen, grossartigen metaplattformen ein, auf denen auch solche reflektionen möglich sein sollten.

        wenn der mit vielen medialen wassern gewaschene reda titelt «pornografie macht bessere menschen», dann tut er dies mit der absicht, dass sein beitrag möglichst viele kommentare einheimst (oke, dazu braucht es auch noch den dazu passenden, polarisierenden inhalt).
        btw: er ist im moment auch der beitrag mit den meisten kommentaren (ich habe ihn jedoch nicht mal angeclickt…;)

        bei diesen gedankengänge fällt mir gerade ein, dass man diese form von journalismus (wenn es denn journalismus sein sollte;) auch troll-journalismus bezeichnet werden könnte.
        in diesem sinne: http://www.dontfeedthetroll.de/

        sorry, irgendwie beantworte ich deine frage(n) viel zu wenig konkret. es geht überhaupt nicht darum, dass argumentation/gegenargumentation überholt sind (wo habe ich das geschrieben?).
        wir sollten einfach lernen, die (schein)argumente zu erkennen, die einfach nur dazu da sind, gegenargumente zu produzieren…

      • ich habe das (zugegeben: relativ frei) interpretiert aus deinem ansinnen, dich der debatte zu enthalten. entschuldige. doch begehst du nicht an dir selbst eine instrumentalisierung, wenn dein schweigen ein statement darstellen soll (apropos „don’t feed the trolls“)? ein gegenargument jedenfalls ist es nicht. deswegen der unterstellte bruch mit einer herkömmlichen form des debattierens. aber ja, du hast recht, wenn man sich – aufgrund eines traditionellen diskursverständnisses – unbedarft reingibt. lessons to learn. trotzdem sind für mich klicks kein grund zu schweigen.

  6. »Man muss heute gar nicht mehr gegen Sexismus einstehen, weil ja allen klar ist, wie doof Sexismus ist.« Nur weil es alle wissen, heisst das ja noch lange nicht, dass alle danach handeln (offensichtlich nicht). Das gilt übrigens auch für Rassismus: So lange Jugendliche mit einem fremdländisch klingenden Namen (und mit fremdländisch meine ich nicht französisch oder englisch) Mühe haben, in der Schweiz eine Lehrstelle zu finden, obwohl sie gute Empfehlungen haben, ist der Rassismus (oder sollte ich sagen: die Angst vor Fremdem?) bei uns noch lange nicht überwunden. Ich gebe Philippe recht, wenn er sagt, der Lifestyle-Sexismus sei subtil: Man sagt es zwischen den Zeilen und tut es unter dem Deckmantel des Humors oder der «Ironie» (oder was man dafür hält). Und das tun Frauen ebenso wie Männer.

    Wie dieser Trend zustande kommt, weiss ich nicht. Vielleicht hat es damit zu tun, dass wir in unsicheren Zeiten (bewusst oder unbewusst) gerne auf Altbewährtes zurückgreifen, auch wenn es noch so «doof» ist und wir es eigentlich besser wissen müssten. Offenbar gibt es immer noch genügend Nährboden für diesen alten Zopf.

  7. ich muss sagen, was mich an der gegenwärtigen diskriminierungsdiskussion aber ein wenig stört, ist, dass das problem vielschichtig aufgezeigt wird, es allerdings selten tatsächlich sozialpsychologisch, „dem mensch entsprechend“ analysiert wird – es werden kaum lösungsansätze entwickelt und aufgezeigt. insofern erinnert mich die diskussion etwas an die klimaerwärmungsdebatte. ich meine, die missstände sind zweifellos vorhanden – das problem liegt auf dem tisch wie ein stück kot, alle lamentieren darüber, wie gräuslich dieser sei, und jeder vermag wiederum irgendwelche neuen gerüche und brauntöne auszumachen. darüber zu diskutieren, wie schlimm das problem der diskriminierung ist, ist zwar unterhaltsam, aber zwecklos, solange sich daraus nicht ansätze ergeben, die zugrundeliegenden strukturen zu bekämpfen.

    • Auf einer ersten Ebene wäre es doch – um im Bild zu bleiben – ganz einfach: Einfach keine weitere Scheiße mehr auf den Tisch legen, weil da schon genug liegt.
      Ansätze gibt es immer problembezogen: Kinderbetreuung, Lohntransparenz, Erziehung etc. Es ist ja nicht so, als hätten sich schlaue Frauen und Männer nicht schon lange dazu Gedanken gemacht.

      • njein, das problem besteht imho ja in den köpfen und kommt aus der menschlichen pragmatik des kategorisierens. diese basiert wiederum auf wahrnehmung von attributen, welche im fall menschlichen attributen grösstenteils anerzogen ist. es fehlen wirksame, nicht selbst diskriminierende mittel, diese aufzuweichen.

  8. Der Sexismus ist halt sowas wie das Chicken im Witz über den Psychiater, den Patienten, das Huhn und das Korn.
    D.h. so ein Kampf dauert lange, die 40+ Jahre seit 68 sind ein Klacks verglichen mit der Menschheitsgeschichte, das ist tief drin in ‚the symbolic order of things‘.
    Humoristisch damit zu spielen ist nicht verkehrt, aber es ist im Bereich der ganz hohen Kunst des Humors, deshalb kommt da viel Mist.

  9. Mir scheint, dass hinter diesem neuen, salonfähigen, scheinbar ironischen ‚tongue in cheek‘ Sexismus allzu oft – zumindest bei Frauen – eine grosse Ängstlichkeit steckt, die total konventionell und angepasst ist. Nämlich die Angst, als ‚Emanze‘ verurteilt zu werden. Deshalb lacht frau lieber mit bei dummen Sprüchen, sonst fänden einem die Jungs ja verkrampft oder unsexy. Und das wäre wohl sehr schlimm. Warum sagen Frauen oft, ‚Also ich bin ja sicher keine Feministin‘, oder junge Frauen beeilen sich mir zu versichern, ‚…damit will ich natürlich nicht sagen, dass Sie eine Feministin sind!‘. Warum nicht? Wann wurde das F-Wort zu einem Schimpfwort? – Weil dieser Backlash so unverhohlen und selbstgerecht daherkommt finde ich genau solche Beiträge wie deinen, Philippe, die entlarven und Klartext reden, einfach immer wieder total wichtig. Humorlos?? Ich finde Sexismus grundsätzlich nicht lustig.

  10. Der ganze Diskurs um Sexismus wird-in meinen Augen-von einer kleinen, aber lautstarken Gruppe von Frauen (und Männern) angeheizt. Diese nehmen sich die Freiheit heraus, im Namen aller Frauen sprechen zu wollen. Gut: Sexismus mag existieren. Aber mir scheint auch eine Tendenz männlicher Selbstkasteiung vorhanden zu sein: Männer, die sich beinahe schon dafür entschuldigen, Mann zu sein. Wir sollten auch einmal darüber nachdenken.

    • Ich denke nicht, dass diese Diskussion zu kurz kommt. Sexismus zu kritisieren schränkt mich als Individuum nicht dabei ein, meine Bedürfnisse zu artikulieren und reflektieren. Und Sexismus ist nicht an ein Geschlecht gebunden.

  11. Ich bin unsicher, wie ich das Schweigen auf meine Fragen interpretieren soll.

    Und woher kommt diese Angst? Wieso ist frau ängstlich?
    Woher kommt der Backlash? Wer hat ein Interesse daran?

    • sorry, integrated. Ich diskutioere nicht so gern online, und merke immer nur zurfällig, wenn jemand auf einen Post geantwortet hat. Der Backlash ist in Zeiten wirtschaftlicher Krisen immer präsent und eine allgemeine Verunsicherung des starken Geschlechts, das noch immer in Werbebüros, Erziehungsdepartements, Schulleitungen, wie auch sonst überall Entscheidungen trifft, versucht Sexismus als sexy zu verkaufen – mit Erfolg wie man sieht.

      • Ja, das verstehe ich – hier zu diskutieren ist nicht sehr erstrebenswert. Die Frage war nicht nur an dich gerichtet. Es zeigt auch auf, dass meine These nicht ganz falsch ist….nach zwei Tagen interessiert sich kein Mensch mehr dafür…alle hetzen zum nächsten hot topic.
        Ich verstehe die Worte deiner Antwort aber nicht deren Sinn. Die Krise kann ich nicht so richtig wahrnehmen. Warum reagiert das so genannt starke Geschlecht auf eigene Verunsicherung mit Sexismus? Und worin besteht die Verunsicherung? Ich sehe keinen Zusammenhang mit den erwähnten Entscheidungsträger – ich erlebe weder Erziehungsdepartemente noch Schulleiter als sexistisch. Werbebüros müssen verkaufen, da gelten andere Regeln. Was funktioniert, ist erlaubt.
        Und warum frau ängstlich ist, hast du mir noch nicht erklärt.
        Aber ich verstehe, wenn du darauf nicht mehr eingehen möchtest. Sie hat etwas hamsterradartiges….die ganze Diskutiererei.

      • Maschmeyer.Man flickt ihm nur mit lersratiechin Mitteln am Zaumzeug. Ich habe einige Zeit f r den AWD gearbeitet, nach meiner Broker-Zeit. Zu Maschmeyers Methodik geh rte es damals, neue Mitarbeiter auf den Rummelplatz einzuladen: er bezahlte alles, was sie wollten. Was er wollte aber auch. Wir wurden alle an einen Schie stand gebracht, dort sollten wir Troph en schie en. Dann sagte Maschmeyer: Zielen Sie auf die Augen der Teddyb ren. Was kaputtgeht, bezahle ich. Machen Sie sich keine Sorgen. Die meisten Mitarbeiter folgten. Ich legte das Gewehr hin. Sie sollen auf die Augen der Teddies schie en , sagte er zu mir. Ich antwortete: Nein, denn ich werde auch auf die Augen von Menschen nicht schie en. Seither waren wir Gegner. Ich zerst rte ihm eine Struktur. Dar ber gab es dann sp ter einen Proze , bei dem er klein beigeben mu te.Eine seiner Gesch ftsleiterversammlungen, sehr gro , nahezu 1000 Leute, habe ich in nacherz hlt. Selbst mein Lektor hielt das f r eine dunkel-utopische Vision. Die Versammlung endete mit der Verk ndigung der Gebote des AWDs, die von den Anwesenden im Chor mitgesprochen werden sollten und wurden. berhaupt steht in Thetis vieles ber den AWD drin.

  12. Pingback: Ein kleiner Jahresrückblick | Warum alles auch ganz anders sein könnte.

  13. Pingback: Hipster Sexismus – Lifestyle-Sexismus – Ironic Sexism | Tomatenwurf

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s