Vorstellung einer bemerkenswerten Idee: Rolling Jubilee

Die Occupy-Bewegung, genauer Occupy Wallstreet, hat ein neues Projekt gestartet, das am 15. November offiziell eröffnet wird: Rolling Jubilee. Die Idee ist einfach: Mit Spenden werden Schulden von Menschen aufgekauft und somit getilgt.

Die Idee ist aus mehreren Gründen gut: Erstens ist ein enormer Hebel im Spiel. Pro gespendetem Dollar können mindestens 20 Dollar Schulden aufgekauft werden. (Ich habe eben 20 Dollar gespendet und damit 400 Dollar Schulden aufgekauft.) Zweitens sollte so eine Bewegung ausgelöst werden: Wer Schuldentilgung erlebt, sollte einen Teil davon spenden und so wiederum weitere Schulden aufkaufen. Drittens wird ein Mechanismus gebraucht, der die Wirtschaftskrise ausgelöst hat: Schulden werden gehandelt, oft zu reduzierten Preisen (weil sie nicht einfach einzutreiben sind). Viertens wird so darauf aufmerksam gemacht, wie viele Menschen Schulden haben und wie wichtig es wäre, das Prinzip, dass Schulden unter allen Umständen zurückgezahlt werden müssen, zu lockern. Fünftens zeigt die Bewegung, wie gefährlich Schulden sind: Sie sind ein Motor, der die Wirtschaft brummen lässt, aber immer wieder das Potential für eine Krise birgt, die viele andere mitreissen kann. Man schaue sich nur die enormen Summen an, um die es geht:

 

In einem Video wird die Idee näher vorgestellt:

Wer also noch Weihnachtsgeld spenden will – das wäre eine Idee.

(Andreas Burger machte mich auf ein ähnliches Projekt in Bezug auf die griechischen Staatsschulden aufmerksam: Greece Debt Free.)

 

 

2 thoughts on “Vorstellung einer bemerkenswerten Idee: Rolling Jubilee

  1. Das ist eine tolle Idee – und mal wirklich etwas Neues. Was man gemeinhin tut, um ein Problem zu lösen, ist oft genau dasselbe wie das, was das Problem verursacht hat, und damit kommen wir nicht weiter. Gefragt sind unkonventionelle Lösungen, das Denken «out of the box» – nicht nur bezüglich Finanzsystem, sondern ebenso punkto Gesundheits- und Bildungssystem (unter anderem).
    The Rolling Jubilee ist meines Erachtens eine solche Lösung. Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen davon erfahren. Interessantes über unser Geldsystem und was daran faul ist, schreibt meiner Meinung nach Charles Eisenstein in seinem Buch «Sacred Economics»: http://charleseisenstein.net/books/sacred-economics/

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