Wer kritisiert in der Weltwoche die HSG-Professoren?

Update, 11. Oktober, 17.55:
Florian Schwab hat mich angerufen. Er lässt festhalten, er habe die beiden Artikel nicht geschrieben. Der SMD-Eintrag sei falsch.

***
In der aktuellen Weltwoche werden zwei Professoren der HSG scharf kritisiert: Rolf Wüstenhagen, Management Erneuerbarer Energien, sowie Manfred Gärtner, Volkswirtschaftslehre bzw. Wirtschaftstheorie.

Die Kritik an den beiden Professoren ist dünn: Wüstenhagen wird im Wesentlichen vorgeworfen, staatliche Eingriffe in der Energiepolitik zu begrüssen, Gärtner ein Anhänger des Keynesianismus zu sein.

Verfasst wurden beide Artikel von einem Autoren mit dem Kürzel »gr« – über das das Impressum der Weltwoche keinen Aufschluss gibt.

HSG-Professorin Monika Bütler kritisiert auf ihrem Blog den Weltwoche Artikel heute, sie schreibt unter anderem:

So nach dem Motto: Die Wissenschaft solle sich nicht in die Politik einmischen. Wenn es Grund zur Besorgnis gegeben hätte, dann wäre es dieser Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit gewesen. Ich kann mich auf jeden Fall nicht erinnern, dass in St.Gallen je von linker Seite gegen einzelne HSG Professoren Stimmung gemacht wurde.
Ich teile, wie andere HSG Kolleg(inn)en, längst nicht alle Meinungen von Manfred Gärtner und Rolf Wüstenhagen. Doch die Ökonomie ist keine genaue Wissenschaft und man kann – wissenschaftlich fundiert – zu unterschiedlichen Schlüssen gelangen. Letztlich ist es der wissenschaftliche Diskurs, welcher die Forschung und dadurch auch deren wirtschaftspolitische Anwendung weiterbringt. Dazu tragen meine beiden Kollegen bei – zum Glück. Wären denn der Weltwoche weltfremde Modellschreiner im Elfenbeinturm lieber?

Auf diese Kritik antwortet Markus Schär, Journalist bei der Weltwoche, mit dem Hinweis, der Autor der Artikel sei nicht wie von Bütler angenommen Philipp Gut. Auf meine Twitter-Nachfrage (basierend auf der falschen Annahme, es sei Urs Gehriger gewesen, »gr«), wer denn die Artikel verfasst habe, schreibt Schär:

Damit meint er, an der HSG seien Repressalien gegen den Autor zu befürchten, wenn er die Uni öffentlich kritisiert – weil es rund um Philipp Guts harsche Kritik an der Uni Zürich Reaktionen an der Uni gab, wie Gut selber in einem Weltwoche-Artikel letzte Woche berichten durfte. Dort interpretiert er zwei Fakten zu seinen Ungunsten: Das Fehlen seines Namens – er durfte auf der Promotionsfeier sprechen – auf der Einladungskarte als Konzession an die aufgebrachten Professoren sowie die Aussage von Professor Sarasin, in der Privatwirtschaft hätte Gut längst die Schlüssel abgeben müssen, als Aufforderung an die Uni, ihn, Gut, zu entlassen.

Es geht also darum, Stimmung gegen Universitäten zu machen, indem man verzerrt und interpretiert. Im Fall der HSG-Professoren gibt ein Blick in die SMD-Datenbank Aufschluss, wer die Artikel verfasst hat, sie stammen von Florian Schwab, über den es auf der Weltwoche-Seite heißt:

Er studierte Volkswirtschaft und Finanzwirtschaft an den Universitäten St.Gallen und Tübingen, nebenbei eignete er sich unternehmerische Praxis an. Er schreibt für die Weltwoche über Wirtschaft, verfolgt ein Dissertationsprojekt und ist Assistent an der Universität St.Gallen sowie Delegierter des Direktors beim Liberalen Institut in Zürich.

Schwab hat die HSG auch schon unter seinem eigenen Namen kritisiert, rätselhaft, warum er sich hinter einem Kürzel versteckt, das nicht zu entschlüsseln ist.

One thought on “Wer kritisiert in der Weltwoche die HSG-Professoren?

  1. Pingback: Die Blogger-Generation – und die Frage, was aus der ersten Generation geworden ist | Warum alles auch ganz anders sein könnte.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s