Zum Sicherheitsempfinden

Mich stört etwas: Die Präsenz von Sicherheitskräften. Keine Zugfahrt und kein Fest ohne private Sicherheitsleute und ihre Kontrollen.
Warum stört mich das?

  1. Weil es mir das Gefühl gibt, an Orten, wo ich mich immer sicher gefühlt habe, mit was Gefährlichem rechnen zu müssen.
  2. Weil die Arbeit dieser Sicherheitskräfte entweder unnötig ist oder von gut ausgebildeten und entschädigten Polizistinnen und Polizisten ausgeführt werden sollte.

Wenn ich in Luzern einen Fussballmatch schauen will oder in Baden im Biergarten ein Bier trinken will, geht man mit mir um, als wäre ich ein Verbrecher, der Waffen mit sich trägt. Diese Behandlung hinterlässt bei Jugendlichen, die ihr am meisten ausgesetzt sind, Spuren.

* * *

Der Befund einer Studie (pdf) der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik und Militärakademie an der ETH Zürich zeigt einerseits, dass sich Menschen in der Schweiz immer sicherer fühlen – dass sich das Gefühl der Unsicherheit jedoch auf andere Faktoren bezieht. Diese Daten sind zwar veraltet, dennoch wird der Einfluss von Kriminalität im öffentlichen Raum wohl immer stärker gewertet, während aussenpolitische Faktoren eine geringere Rolle spielen.
Unklar ist mir, ob sich Menschen wegen der Präsenz von Sicherheitskräften sicherer oder unsicherer fühlen. Kennt jemand Untersuchungen dazu?

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3 thoughts on “Zum Sicherheitsempfinden

  1. Die allgegenwärtigen Securitas stören mich auch. Sie erwarten oder provozieren doch fast Zusammenstösse. Wo ich allerdings ihren Einsatz sinnvoll finde ist zum Beispiel am Bahnhof Zürich bei den späten Nachtzügen am Wochenende. Da ist es oft wirklich sehr ungemütlich, und da sollen sie auch präsent sein. Sie stehen aber auch vor dem Coop Pronto zB. am Bahnhof Stettbach mitten am Samstag Nachmittag. Warum?

  2. Nein, kenne keine Untersuchungen. Aber finde deine Aussage interessant, dass Sicherheitskräfte auch ein Unsicherheitsgefühl hervorrufen können, wo vorher (bei ihrer) Abwesenheit keines bestand. Dass ein Ort als plötzllich als gefährlich erscheint.
    Also bei mir läufts eigentlich so ab, dass eine Person, die für „Recht und Ordnung“ schaut, das Gefühl der Sicherheit mir vermittelt. Aber eben: Diese Person muss dann auch tatsächlich für „Recht und Ordnung“ stehen. Dies ist bei einem Polizist oder bei der Bahnpolizei der Fall, aber so bei Türstehern oder sonstigen Aufpasser habe teilweise das Gefühl, dass sie selbst ein Unsicherheitsfaktor sind. Ich glaube, das Gefühl der Sicherheit ist extrem subjektiv und es kann extrem viele Gründe geben, warum man sich nun sicher oder halt unsicher fühlt.

  3. Pingback: Wird das Leben in der Schweiz unsicherer? | Warum alles auch ganz anders sein könnte.

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