Ist die »Heiratsstrafe« wirklich eine Strafe – über Sinn und Unsinn des Heiratens

Meine Großeltern haben geheiratet, damals.

Heiraten ist ein zentrale kultureller Ritus – mit viel Symbolik und viel Tradition. Gleichwohl kann man sich fragen, ob der Staat in dieser Form die Lebensentwürfe seiner Bürgerinnen und Bürger sanktionieren soll. Mit anderen Worten: Warum gibt es überhaupt heute noch die Möglichkeit, sich auf dem Standesamt zu verheiraten?

In einem Kommentar zu ihrer Kolumne (pdf) schreibt Monika Bütler auf ihrem Blog:

Mit der Heirat bietet der Staat ein Standardpaket an Versicherungen an insbesondere für Paare mit Kindern, welches sonst viel komplizierter konstruiert werden müsste.

Konkret heißt das wohl, dass die Heirat folgende Aspekte regelt bzw. automatisiert:

  • Unterstützungspflicht der Ehepartner
  • Möglichkeit der Erbschaft zwischen Ehepartnern
  • Besuchs- und Entscheidungsrechte in medizinischen Notfallsituationen
  • Anerkennung der Kinder
  • gemeinsames Sorgerecht für die Kinder
  • Unterhaltspflicht für die Kinder
  • gegenseitige Übernahme von Familiennamen

Dieses Vertragspaket bietet eine gewisse Sicherheit für die Vertragspartner (also die Eheleute), aber hat auch für den Staat einen Nutzen (in der klassischen Interpretation): Unterstützungspflichten, welche ansonsten der Staat übernehmen müsste, werden direkt von Bürgerinnen und Bürgern übernommen.

Man kann sich nun fragen, ob diese automatische Regelung vernünftig und sinnvoll ist. Vergleichen wir sie mit der Situation von unverheirateten Eltern mit Kindern:

  1. Muss der Vater sein Kind anerkennen (d.h. die Frage, wer der Vater eines Kindes ist, wird zumindest gestellt).
  2. Muss für ein gemeinsames Sorgerecht abgeklärt werden:
    a) ob es dem Kind im Zusammenleben mit den Eltern gut geht
    b) wie eine allfällige Trennung organisiert wird – sowohl in Bezug auf Betreuung als auch in Bezug auf Finanzen.
  3. Können weitere Verträge zwischen Konkubinatspartnern beliebig geschlossen werden (mit Ausnahme des Familiennamens).

Diese Lösung ist m.E. in jedem Aspekt besser für die Vertragspartner:

  • Sie ist präziser.
  • Sie macht keine stillschweigenden Annahmen.
  • Sie fordert Lösungen für Probleme, bevor diese auftauchen.

Nun gibt es zusätzlich das Phänomen der so genannten »Heiratsstrafe«. Bütler schreibt dazu:

Zu guter letzt heiraten viele Paare trotz grosser Liebe schon gar nicht, weil es sich nicht lohnt. Wer will, kann dies als stillen Protest gegen die Heiratsstrafe interpretieren, die einen Teil der Paare betrifft. Während Einverdienerpaare von der gemeinsamen Veranlagung profitieren, ist es für
Doppelverdiener günstiger, unverheiratet zu bleiben und getrennt Steuern zu zahlen. In diesem Sinne wäre auch „Heiraten-und-Aushalten-für-die-Aufenthaltsbewilligung“ ein stiller Protest gegen ein nicht ganz optimales
Ausländerrecht.

In meinem Kommentar zu ihrer Kolumne habe ich schon angemerkt, wie fragwürdig ich die implizierte Annahme finde, dass Liebe und Heirat (im staatlichen Sinne) miteinander in Verbindung stehen.

Interpretiert man Heiraten im obigen Sinne als den Abschluss eines Vertrages (eine ander Interpretation ist m.E. kaum möglich, wiederum im Sinne des Zivilstandsamtes) – dann ist den Vertragspartnern beim Abschluss des Vertrages ja bewusst, dass sich ihre steuerliche Beurteilung ändert, dass der Staat davon ausgeht, dass nur heiratet, wer eine Familie mit einem verdienenden Elternteil gründen will. Und tatsächlich ist in diesem Frau der nicht arbeitende Elternteil durch eine Heirat optimal geschützt.

Deshalb verstehe ich nicht, weshalb man von einer Strafe spricht. Bestraft wird niemand – schließlich haben alle Verheirateten diesen Zustand aus freien Stücken im vollen Bewusstsein der Konsequenzen gewählt.

21 thoughts on “Ist die »Heiratsstrafe« wirklich eine Strafe – über Sinn und Unsinn des Heiratens

  1. Natürlich existiert eine Heiratsstrafe: Angenommen beide sind voll erwerbstätig (aus welchen Gründen auch immer), erhalten beide eine maximale Rente von 150 % (zusammen!). Während unverheiratete Paare 200 % sprich, zwei vollständige Renten erhalten. Sowas kann man durchaus als „Strafe“ bezeichnen. Zumal, wie Du ja selber schreibst, eine Ehe auch Aufgaben übernimmt, die ansonsten an den Staat fallen. Und das ist es ja mitunter, weshalb man sich heutzutage – trotz Liebe – überlegen sollte, zu heiraten.

    Eine Alternative: Man lässt sich einfach scheiden. Dann erhalten beide wieder jeweils 100 %. Nur, wer macht das schon und was soll das?

    Ob diese Automatismen sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt. Spielen aber auch bei einer Hochzeit keine Rolle. Auch hier können Verträge, etc. abgeschlossen werden.

    Bzgl. deinem Punkt 1: Anerkennung der Vaterschaft. Also, ich weiss ja nicht. Aber wenn zwei zusammenleben, könnte man durchaus davon ausgehen, dass beide zusammen ein Kind haben und nicht etwa ein Dritter / eine Dritte mit im Bunde ist :-) Die Frage nach der Vaterschaft impliziert für mich eher so etwas wie: Ist es überhaupt der Vater… Und „Fremdgehen“, etc. gibts sowohl bei Verheirateten als auch bei Unverheirateten.

    Letztlich ist es doch so: Verheiratete Paare haben wahrscheinlich eher Kinder als Unverheiratete. Leisten also grössere Beiträge zur Erhaltung des Staates als Alleinstehende bzw. Menschen, die keine Kinder haben (wollen). Natürlich gibt’s auch hier die Grauzonen von Menschen, die keinen Partner finden oder keine Kinder bekommen können. Aber um die geht es (mir) nicht.

    „Bestraft“ werden demzufolge eigentlich Menschen, die für den Erhalt des Staates etwas tun – okay, das tun nicht alle, aber viele…

    Menschen, die Familien gründen, sollten vom Staat unterstützt und nicht gegängelt werden. Denn sonst ist ein Kind auf einmal ein Armutsrisiko und das will ja letztlich niemand.

    • Ich kann dieser Argumentation nicht folgen.
      Wer Kinder in die Welt setzen will und Aufgaben in Bezug auf seine Mitmenschen übernehmen will, kann das problemlos tun, ohne zu heiraten (mit entsprechenden Verträgen).
      Zudem gibt es recht viele Menschen, deren vermeintlicher Vater nicht ihr wirklicher Vater ist. Die Frage, ob hier ein Automatismus sinnvoll ist, ist nicht ganz irrelevant, finde ich.

      • Welchem Teil kannst du nicht folgen? Dem mit der AHV?
        Klar, jeder, der will kann heutzutage schon Kinder in die Welt setzen. Das ist aber nicht das Problem. Das Problem besteht doch eher darin, dass Menschen, die sich explizit für eine Heirat entscheiden finanziell benachteiligt werden und dem ggü. sind Unverheiratete deutlich besser gestellt. Bei einer Heirat kann man davon ausgehen, dass irgendwann Kinder geplant sind, etc. Eine Heirat, so altmodisch sie vielleicht sein mag, zeugt von einer gewissen Solidität (ja ich weiss, das ist heutzutage nicht mehr so…) An solchen Institutionen hat der Staat ein nicht zu unterschätzendes Interesse.

        Natürlich wird es immer Kinder geben, die nicht bei ihrem leiblichen Vater
        aufwachsen. Ist das wirklich ein Problem? Ist denn in einer Eltern-Kind-Beziehung so wichtig, welches der „richtige“ Vater ist? Ich bezweifle das sehr. Es ist natürlich menschlich immer schwierig, wenn die Verhältnisse nicht „stimmen“. Der Automatismus ist hier doch nur drum gegeben, weil man annimmt, dass beide Ehepartner die Eltern sind. Wenn man das abschaffen würde, würde das doch eigentlich mitunter heissen, dass die Menschen weniger treu sind…

      • Man kann sicher der Meinung sein, das Steuersystem müsse geändert werden.
        Aber es handelt sich nicht um eine Strafe. Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb das wie eine Strafe sein soll. Eine Strafe ist doch eine Reaktion auf eine unerwünschte Handlung. Das Steuersystem ist keine Reaktion, es handelt sich um ein Gesamtpaket. Wer heiratet, sagt: »Ja, ich will anders besteuert werden und viele Verträge abschließen.« Niemand wird gezwungen, niemand bestraft.

        Ich habe kein Problem damit, dass Kinder nicht mit ihren leiblichen Eltern aufwachsen. Elternschaft hat viele Facetten und biologische Zeugung ist keine notwendige Voraussetzung dafür, finde ich. Aber der rechtliche Automatismus ist doch sinnlos: Es ist rechtlich automatisch so, dass der Ehemann der biologische Vater ist – selbst wenn alle Beteiligten wissen, dass das nicht stimmt.

      • Dann ist das Wort „Strafe“ falsch. Okay. Aber trotzdem bezweifle ich, dass Verheiratete i. d. R. anders (=schlechter) besteuert werden „wollen“, nur weil sie eben verheiratet sind. Und als verheiratetes Paar muss man sich ja „bestraft“ vorkommen. Das ist je nach Sichtweise sicherlich anders…

        Man kann es auch altmodisch romantisch sehen: Wer heiratet sagt: Ja, ich will dir treu bleiben bis das der Tod uns scheidet :) (Aber ja, ich weiss schon was du meinst :) )

        Der Automatismus ist dann sinnlos, wenn die Mehrzahl der Kinder in den Verhältnissen „entstehen“ (blödes Wort, ich weiss), die du schilderst. Da bin ich mit dir einverstanden, dann ist es sinnlos. Aber: Jeder Vater hat, soweit ich weiss, die Möglichkeit die Vaterschaft anzufechten… Aber das ist dann ein anderes Kapitel und wenn es soweit ist, ist die Beziehung ohnehin in den Brüchen…

      • Und abgesehen davon, dass es tatsächlich viele unbemerkte aussereheliche Kinder gibt, finde ich es auch wertvoll, dem Vater quasi ein „Ja“ zu seinen Kindern zu entlocken, im Falle, dass es seine sind. Es nimmt der Vater-Kind Beziehung den Aspekt der Zufälligkeit und unterstreicht stattdessen deren gewollte Verantwortung.

        Damit Zustimmung zum Kommentar zum Kommentar.

      • Ich weiss nicht wie hoch die „Dunkelziffer“ an ausserehelich gezeugten Kindern ist. Aber wird es nicht zu einem Armutszeugnis für eine Gesellschaft, wenn man sich explizit zu seinem Kind bekennen muss, wenn man davon per se ausgeht, dass u. Umständen jemand anderes der Vater sein könnte?

  2. „Warum gibt es überhaupt heute noch die Möglichkeit, sich auf dem Standesamt zu verheiraten?“

    Obschon die Möglichkeit zur Ehe bestimmt nicht aus nachfolgendem Grund erhalten wird (Im Gegenteil kommen mir Ideen wie: Abschaffung der Ehe – Aus Liebe zur Schweiz), doch die mir bekannten bereits verheirateten Paare griffen alle genau deshalb und nur deshalb zum Ehevertrag: Ihr Wunsch nach einem gemeinsamen Zusammenleben sprengt die (doch sehr engen) Schweizer Landesgrenzen.

    Dazu auf konkubinat.ch
    „Ausländische Personen, die eine Person mit Schweizer Bürgerrecht heiraten, erlangen eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz. Nach fünf Jahren Ehedauer erlangt die ausländische Person zudem den Anspruch auf Niederlassungsbewilligung.
    Konkubinatspaare kommen nicht in den [!!]Genuss dieser Privilegien[!!]. Ein Anspruch auf Aufenthalt eines ausländischen Konkubinatspartners liesse sich zwar unter Umständen aus dem in der Verfassung und der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Grundsatz der Achtung des Privatlebens herleiten.
    Die Gerichte sind in der Anwendung dieses Grundsatzes jedoch noch sehr zurückhaltend. Sofern den Partnern zugemutet werden kann, im Ausland zu leben, wird ein Anspruch auf Aufenthalt des ausländischen Partners in der Schweiz zur Zeit noch verneint.“

    „Ein Genuss von Privilegien“ ist das sicherlich nicht, eine Ehevertrag eher eine Notwendigkeit statt Freiwilligkeit.

    Alle ideologischen Barrieren abgelegt, ist fraglich, ob der Staat in solchen Fällen sich nicht zu Recht aus der Verantwortung zieht und die finanzielle Verantwortungsübernahme mittels eines Ehevertrags von den Partnern verlangt, zumal oftmals die Partner ganz unterschiedliche finanzielle Perspektiven aufweisen.

    Die Frage, die sich mir stellt: Ist es möglich, (oder müsste es möglich sein) die sonst auch m.E. nach bessere Lösung auf nationalitätsübergreifende Partnerschaften anzuwenden? Zumal eine präzisere vertragliche Regelung auf allen Ebenen notwendig wäre, die Befreiung von der finanziellen Absicherung des anderen Partners aber auch eine berechtigte Forderung ist, um dem ausländischen Partner eine Aufenthaltsbewilligung auszustellen.

    • Danke – das ist ein sehr wichtiger Punkt, den ich nur im letzten Bütler-Zitat untergebracht habe.
      Meine Meinung deckt sich weit gehend mit deiner. Geht es nur um die finanzielle Verantwortung, so wäre es doch ehrlicher, man würde Menschen die Niederlassung in der Schweiz erlauben, sofern jemand für sie finanziell bürgt. Die Möglichkeit und Notwendigkeit, eine Ehe einzugehen um damit das Gesetz zu umgehen scheint mir recht absurd und wenig zeitgemäß.
      (Politisch werden sich – da habe ich keine Illusionen – solche Gedanken noch lange nicht durchsetzen.)

  3. Mal abgesehen von den Steuern, die bei Ehepaaren nicht überall in der Schweiz gesplittet werden und damit Ehepaare massiv benachteiligen ( Beispiel siehe hier http://www.cvp.ch/newsfilter/national/artikel/archive/2011/june/article/stopp-der-diskriminierung-heiratsstrafe-abschaffen/?tx_ttnews%5Bday%5D=23&cHash=e7b6f7cba9c9a4ea88586533fe19a9f5): Ich finde es total daneben, dass mein Mann und ich nur 150 Prozent AHV erhalten, bloss weil wir verheiratet sind. Und doch, ja, das ist eine Strafe. Das Argument mit dem freiwilligen Heiraten ist total bescheuert (sorry, Philippe). Natürlich haben wir freiwillig geheiratet. Aus Überzeugung und aus Bekenntnis zueinander, ganz bewusst. Aber das ist noch lange kein Grund, uns bei der Rente zu benachteiligen. Ich habe absolut nichts gegen das Konkubinat. Aber ich mag es nicht, wenn man auf uns Verheiratete hinabschaut, uns auch noch ein „selber schuld“ zuspuckt und damit so quasi eine Ungerechtigkeit legitimiert.

    PS: Müssten mein Mann und ich nur von der AHV leben, sprich, hätten wir keine weitere Altersvorsorge, müssten wir uns tatsächlich aus finanziellen Gründen aufs Alter hin scheiden lassen. DAS nenne ich einen Unsinn der Sonderklasse.

    • Ich habe nichts dagegen, dass man sich für eine Änderung der Rechtslage einsetzt. Ich bin auch der Meinung, dass die Lage nicht ideal ist. Aber m.E. ist die richtige Lösung nicht, das Steuersystem zu ändern – sondern die Möglichkeit abzuschaffen, zu heiraten.
      »Aus Überzeugung und Bekenntnis zueinander« – das klingt für mich nach etwas, wofür eine kirchliche Trauung oder eine private Zeremonie zuständig ist, nicht der Staat. Eine Überzeugung und ein Bekenntnis braucht für mich keine Legitimation des Staates, oder?
      Mir geht es wirklich nicht darum, eine Art der Beziehungsgestaltung als besser zu bezeichnen oder anderen aufzuzwingen. Es geht nur darum, sich zu überlegen, was staatliche Regelungen bewirken und welchen Sinn sie haben.

      • Das ist natürlich auch eine Möglichkeit :-) Aber in meinen Augen die falsche. Warum sollte man die Möglichkeit zu Heiraten abschaffen? Da du sonst sehr sozial eingestellt bist, verstehe ich nicht, warum du diese Lösung einer Änderung des Steuersystems vorziehst.

        Du hast recht, ein Bekenntnis braucht es eigentlich für niemanden. Oder etwa doch? Versuch mal ein Kind zu adoptieren, da werden solche Sachen ganz schnell enorm wichtig…

        Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Aber eine Heirat zeugt nun einmal von einer gewissen Stabilität, man kann davon ausgehen, dass man für längere Zeit zusammenbleibt. Auch wenn das heutzutage nicht mehr so ist. Heirat steht nun mal noch dafür.

        Ganz polemisch geäussert ist es doch so: Menschen, die Kinder haben, egal ob eigene oder nicht, sollten vom Staat gefördert werden, in jeglicher Hinsicht. Denn dem Staat nützen die besserverdienenden Doppel-Arbeitenden nämlich gar nix, wenn ihnen irgendwann mal die Leute ausgehen. Wie gesagt, ganz polemisch ausgedrückt…

      • Ich sehe heiraten nicht als etwas Soziales an. Ich hätte nichts dagegen, wenn man langfristige Unterstützungsverträge abschließen könnte (und dafür auch finanzielle Anreize erhielte) oder wenn das Kinderkriegen durch den Staat vereinfacht und unterstützt würde. Aber all das hat nichts mit der Beziehungsgestaltung und dem Heiraten zu tun.
        Die Tatsache, dass nur Verheiratete ein Kind adoptieren können, ist bedenklich und zeugt von einer Tradition, die längst überkommen ist. Du sagst es selbst – die Heirat symbolisiert etwas, wovon sich die Realität längst entfernt hat.

  4. Vorneweg: Mir ist völlig egal, ob jemand verheiratet ist oder nicht. Ich bin’s und ich bin’s gerne. Wieso abschaffen? Wer heiraten will, der soll, und wer nicht will, der soll nicht. Aber warum gleich wieder eine Regel, in diesem Fall einfach die „Nichtregel“, will heissen, Heiraten abschaffen? Wie wär’s mit leben und leben lassen – und einfach dafür sorgen, dass Menschen in ähnlichen Lebensumständen vor dem Gesetz gleich behandelt werden? (Was im Falle dieser Diskussion bedeuten würde: Ehepartner erhalten eine volle AHV-Rente und unverheiratete Menschen können Kinder adoptieren.)

    • Aber es geht doch um die Rolle des Staates. Ich finde auch, dass Menschen heiraten sollen, wenn sie das möchten. Aber ich finde auch, Menschen sollten Basketball spielen, wenn sie möchten. Oder sich im Kino Filme anschauen. Aber dafür müssen sie sich nicht beim Staat registrieren lassen. Und genau so wenig muss man sich meiner Meinung nach beim Staat registrieren lassen, wenn man heiraten will.
      Meine Rückfrage wäre also: Hängt die Tatsache, dass du gerne verheiratet bist, damit zusammen, dass der Staat diese Heirat eingetragen hat? Oder wärst du gleich gerne verheiratet, wenn der Staat damit nichts zu tun hätte?

  5. Ich bin grundsätzlich gerne verheiratet :-). Weil die Kirche für mich nicht in Frage kam, blieb das Standesamt. Ich hatte keine Lust auf Privatverträge und hätte auch heute noch keine Lust auf Privatverträge. Kurz: Mich stört es nicht, dass ich mich beim Staat registrieren liess. Ein gut funktionierender Staat, der für seine Leute da ist, ist gar kein schlechter Hafen. Ausserdem gibt es schon noch einen klitzekleinen Unterschied zwischen Basketballspielen, Filme gucken und heiraten. Finde ich. Aber ich bin in dieser Hinsicht eh ein bisschen altmodisch.

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