Eine Bemerkung zur Frauenquote

Für einmal verweise ich nicht auf die Newsnetz-Diskussion zur Frauenquote, sondern auf ein sensationelles Interview, in dem Leo Fischer, Titanic Chefredaktor, sagt:

Wie andere führende Medienhäuser glauben wir, dass eine Quote mehr schadet als nützt. Wir wollen weiterhin bei der Besetzung offener Stellen lieber Sympathie, nackte Willkür und Kumpanei entscheiden lassen können als die planwirtschaftlichen Wahnvorstellungen einer Frau von der Leyen.

Satire beiseite. Diese Stammtisch- oder Pausenraumdiskussion über Frauenquoten geht von folgendem Argument aus:

  1. Angestellt werden die Mitarbeitenden mit den besten Qualifikationen.
  2. Das Geschlecht spielt bei Anstellungen keine Rolle.
  3. Ergo führt eine Frauenquote dazu, dass schlechter qualifizierte Frauen besser qualifizierten Männern vorgezogen werden.

Selbstverständlich sind die Prämissen 1. und 2. zweifelhaft. Um nur ein Beispiel zu nennen: Frauen sind, sobald sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben, potentielle Mütter und also auch ein potentielles Risiko für einen Arbeitgeber, weil sie einen Mutterschaftsurlaub beanspruchen könnten. Folglich wäre es nicht undenkbar, dass ein schlechter qualifizierter 30-Jähriger einer besser qualifizierten 30-Jährigen vorgezogen wird.

Frauenquoten dienen dazu, eine offene oder versteckte Diskriminierung zu korrigieren. Umgekehrt könnten Männerquoten dazu dienen, dass bestimmte Berufe aufgewertet werden (z.B. Pflegeberufe oder Kinderbetreuung).

One thought on “Eine Bemerkung zur Frauenquote

  1. ich halte die frauenquote für komplett unbrauchbar. vor allem für kleinere kmu’s, die den grössten teil der schweizer wirtschaftsleistung ausmachen. wie soll denn das funktionieren? ab welcher firmengrösse soll sie gelten? für welche berufe? wer will das überprüfen? welche ausnahmen sollen erlaubt sein?

    das problem muss anders gelöst werden. mit anreizen, nicht mit quoten.

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