KünstlerInnen und der freie Markt: Ist Kunst Arbeit?

Auf dem Substanz-Blog von David läuft eine intensive Diskussion. Ich poste daraus mal meinen heutigen Kommentar, verweise aber gerne auf die ganze Diskussion:

Sollen künstlerische Leistungen und/oder journalistische durch den Markt finanziert werden oder nicht? Meine Antwort: Der Markt führt nicht zu zufrieden stellenden Ergebnissen, wenn es sich nicht um einen Gemüsemarkt handelt sondern die Produkte, Interessen und Bedürfnisse komplexer und widersprüchlicher werden.

Heißt das, dass ich Flattr nicht nutzen sollte? Nein – weil es für mich ein Weg ist, den JournalistInnen Geld für ihre Texte zu geben, die ich auch gratis lesen könnte. Weil ich dafür bezahlen will. Nicht ein Trinkgeld – sondern so viel, wie ihre Leistung kostet. Aber ich will nicht unbedingt eine ganze Zeitung kaufen.

Und nun noch zu meiner Aussage, KünstlerInnen sollte nicht wegen des Geldes Kunst machen. Kunst zu machen ist keine Arbeit, weil Kunst das Verhältnis von Mittel und Zweck, von Form und Inhalt, von Frage und Antwort und Angebot und Nachfrage reflektiert, überschreitet, darstellt, hinterfragt. Eine echte Künstlerin, ein echter Künstler drückt – so mein Verständnis – etwas aus, was sie oder ihn bewegt; ohne einen Gedanken daran, ob dieser Ausdruck sich in ein ökonomisches Konstrukt einfügen lässt.

KünstlerInnen sollen leben – aber nicht von einem Markt abhängig sein. Deshalb gibt es staatliche Kulturförderung und deshalb befürworte ich das System eines bedingungslosen Grundeinkommens. Weil nicht nur KünstlerInnen leben sollen, sondern alle Menschen.

13 thoughts on “KünstlerInnen und der freie Markt: Ist Kunst Arbeit?

  1. Das Grundeinkommen ist im Moment Vision, weshalb eine Diskussion über ein Künstlerleben in einer Zeit des bedingungslosen Grundeinkommens den Künstlern, die im Hier und Jetzt überleben müssen, nichts bringt.

    Die eher realistischere Variante ist staatlich subventionierte Kunst. Da stellen sich schon heute unangenehme bis beklemmende Fragen.

    – Wer definiert, was Kunst / Kultur ist?
    – Wer entscheidet über die Beiträge?
    – Wie hoch sollen / dürfen / müssen sie sein?
    – Wer garanitert dem Künstler die künstlerische Freiheit, wenn er vom Staat finanziert wird?
    – Wo liegen die Gefahren staatlich subventionierter Kunst (der Staat könnte sich die Kunst zu eigen und die Künstler von sich und seinen Absichten abhängig machen, da sie keine andere Einnahmequelle haben)

    Ich für meinen Teil möchte als Künstlerin nicht finanziell vom Staat abhängen, was bedeutet, dass ich mich in dem System, wie es ist, zurechtfinden und darin überleben muss. Ich bin also darauf angewiesen, dass man meine Kunst als Arbeit sieht und entsprechend honoriert, sprich, sich meine Bücher nicht kostenlos irgendwo runterlädt, sondern sie kauft, sei es als E-Book oder als Printausgabe.

  2. Ich sehe diese Schwierigkeiten bei der staatlichen Kultur- und Kunstförderung bzw. -subvention. Die letzten beiden Befürchtungen halte ich aber im heutigen System als eher irrelevant, lasse mich aber gern eines besseren belehren: Gibt es KünstlerInnen, deren Freiheit durch Einflüsse des Staates bedroht worden ist? Sind diese Gefahren wirklich realistisch im heutigen System?

  3. Ob diese Gefahren realistisch sind? Hast du die SVP-Breitseite gegen „Künstler“ nicht mitbekommen? Sie ist im provisorischen Parteiprogramm der SVP. Ganz offiziell werden verdiente Schweizer Künstler zu Staastschmarotzern erklärt …

    Zudem: In einer Zeit, in der nicht nur SVP-Vertreter, sondern auch andere PolitikerInnen aus bürgerlichen Lagern das Wort „Intellektuelle“ konsequent in Anführungs- und Schlusszeichen setzen, würde ich mir da schon langsam Gedanken machen, ob eine solche Gefahr nicht doch vielleicht realistisch wäre.

    Der Tonfall in unserem Land hat sich geändert. Künstler- und Intellektuellenbashing ist ein beliebter Sport geworden (ich habe Leserkommentare zu Zeitungsartikeln über den SVP-Parteiprogrammentwurf gelesen … da könnte es einem speiübel werden ob all dem „Rattenpack, das besser arbeiten gehen und sich sein Geld auf ehrliche Weise verdienen sollte). Das heutige System ist nicht mehr das vor gestern und vor dem morgigen System graust mir im Moment ziemlich.

  4. PS: Ganz generell eine Anmerkung:

    Im Moment werden Künstler von der rechten Seite als Staatsschmarotzer bezeichnet, eine Einstellung, die von vielen Schweizerinnen und Schweizern geteilt wird.

    Von der linken Seite her besteht die Vision einer Gesellschaft, in der jeder kostenlos Zugang zu Kunst und Kultur hat (in der man also auch Musik und Texte gratis vom Netz laden kann).

    Als Kulturschaffender sitzt man zwischen zwei Fronten und fragt sich, von welcher Seite der tödliche Schuss schlussendlich kommen wird. Eins steht auf jeden Fall fest: Geld wird uns weder von der einen noch von der anderen Seite zugstanden. Womit man uns vielleicht gar nicht abschiessen muss – aushungern funktioniert auch.

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    • mixali,nomiza oti xerate pou pgianete.tin kopela den tin gnoriza mexri xthes kai gia na po tin alitheia den xreiazotan na tin matho.diorthono loipon…amixanoi logo synthikon….kai tora ti ? ayto itan ? den tha yparxei alli eukairia…;-)

  5. Ich sehe die Bedrohung durch die rechtsbürgerliche Revolution und die Gefahren, die bei einer Staatsabhängigkeit drohen würden. Es gibt aber keine Möglichkeit, politisch unveränderlich ein Auskommen für KünstlerInnen zu garantieren. Und mir geht es nicht im Entferntesten darum, aus dem Kunst- und Kulturbereich Mittel abzuziehen. Sondern um zwei Aussagen:
    a) Der Markt taugt nicht für die Finanzierung von KünstlerInnen.
    b) KünstlerInnen dürfen ihre Produktion nicht den Erfordernissen des Marktes anpassen, weil sie sonst das verlieren, worum es in ihrer Kunst geht. Mit diesem »Dürfen« drücke ich nicht ein Verbot aus: Sie können selbstverständlich tun und lassen, was sie wollen; aber es ist gefährlich, wenn ökonomische Faktoren ihr Schaffen beeinflussen.

  6. Aber… das heutige System der staatlichen Künstlersubventionen (Stipendien, Werkbeiträge u.s.w.) unterliegt doch auch einer Art „Marktgedanke“ – die Künstler müssen das machen, was der Staat für förderungswürdig hält, wenn sie Geld erhalten wollen. Ich fände eine alleinige Subvention durch den Staat viel einseitiger, als ein Gemisch aus staatlicher Unterstützung und «freiem Markt».

    Ich halte Kunst zudem sehr wohl für Arbeit und ehrlich mir graut davor, wieviele Leute bei einer Einführung des freien Grundeinkommens dann «Künstler werden wollen würden». Es gibt schon heute sehr sehr viele Hobbykünstler, wo man einfach nur froh sein kann, dass «der Markt» spielt und sie sich aus finanziellen Gründen hauptberuflich auch weiterhin als Detalhygienikerin oder Elektroingenieur betätigten, weil sie das einfach viel besser können.

  7. Zu staatlichen Subventionen empfehle ich den heutigen Weltwocheartikel, der die Sache ziemlich genau trifft. Da kann ich nur sagen: Nein, danke! Dann lieber freier Markt – und nebenher einen „Brotberuf“ haben.

  8. Weder staatliche Subventionen noch der sogenannt freie Markt sind letztlich wirklich geeignet, das Kunstschaffen in Freiheit zu ermöglichen. (Und Freiheit ist der Nährboden von Kunst.) Denn beide steuern auf je eigene Weise die Erzeugnisse der von ihnen finanzierten Kunstschaffenden. Der Markt, indem er nur Kunst ermöglicht, die sich auch verkaufen lässt – was sich zunächst ja recht vernünftig anhört, denn Kunst lebt ja von Geben und Nehmen. Da indessen der Markt heute „aus dem Häuschen ist“ und längst nicht mehr nur auf die Bedürfnisse der Konsumenten reagiert, sondern diese „Bedürfnisse“ erst erzeugt, um sie dann – wie geplant – zu befriedigen, würde eine rein marktgesteuerte Kunst arm und leer, vielleicht massentauglich, aber dadurch auch nicht unbedingt substanzbildend.

    Der Staat wiederum steuert die Kunst im Extremfall über die Zensur – oder verfolgt die Künstler gar. Es geht aber auch subtiler, wie zum Beispiel der Fall Hirschhorn oder die Neuformulierung des Kulturleitbildes in Basel-Stadt zeigt. Näheres dazu und über das Spannungsfeld Kunst und Politik in meinem Artikel Zum Spannungsfeld Kunst – Politik.

    Das es trotzdem freie, ungegängelte Kunst gibt, ist den vielen unerschrockenen Künstlern zu verdanken, die sich entweder irgendwie durch den Finanzierungsdschungel durchschlängeln, ohne ihre Identität aufzugeben, oder die ohne Rücksicht auf Verlust „ihrer Mission“ treu bleiben.

    Adäquat zu finanzieren wäre Kunst wohl einzig durch (bedingungsloses) Schenkgeld.

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