Mal wieder Löhne

In einem interessanten Artikel über eine Untersuchung zu Mangerlöhnen (zum Buch »Managersaläre« von Stephan Hostettler, der Mann ist »Lohnberater«) hält die NZZ heute Folgendes fest:

  • zwei Drittel der SchweizerInnen sind für staatlich festgelegte Obergrenzen für Löhne
  • diese Obergrenzen lassen sich nicht klar festlegen, ein Konsens scheint bei 1 Mio. Franken p.a. möglich
  • drei Viertel der SchweizerInnen denken, leistungsabhängige Löhne spornten zu mehr Leistung an
  • die Hälfte der SchweizerInnen hätte selber gern leistungsabhängige Löhne
  • die Hälfte der SchweizerInnen denkt nicht, dass ArbeitsgeberInnen in der Lage sind, Leistung zu messen.

Man kann wohl das Grundeinkommen-Paradox hier wieder beobachten: Beim bedingungslosen Grundeinkommen denken ja die meisten Menschen, sie selber würden nicht weniger leisten als vorher – aber alle anderen wären nicht motiviert, zu arbeiten, wenn sie ein monatliches Fixum erhielten.

Analog ist man wohl für leistungsabhängige Löhne, wenn man selber denkt, man würde dadurch mehr verdienen – und andere weniger; weil man ja subjektiv die eigene Leistung als besser einschätzt als die anderer. Gibt es Leute, die zum MitarbeiterInnengespräch gehen und denken, sie hätten ihre Ziele schlecht erfüllt und deshalb bereit sind, ein tieferes Salär zu beziehen?

Und noch ein Kommentar zur Obergrenze: Spannend wäre das Verhältnis zwischen den Leistungen einzelner Mitarbeitenden. Die meisten modernen Salärsysteme bestehen ja aus Lohnklassen und -bändern, also einer Aufgabenbeschreibung und einer Leistungs- und Erfahrungskomponente. Wenn wir – sagen wir in einer Bank – die einfachste Aufgabe mit der niedersten Leistungsbereitschaft und Erfahrung koppeln und sie mit der schwierigsten Aufgabe und der höchsten Leistungsbereitschaft und mit maximaler Erfahrung vergleichen: Wie sollte das Verhältnis zwischen den Löhnen sein? Kann jemand eine 10mal so schwierige Aufgabe wie jemand anderes haben? Kann jemand 10mal so viel Leistung erbringen wollen wie jemand anderes? Kann jemand 10mal mehr Erfahrung haben als jemand anderes?

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