T-Shirts – Dummes und Bedenkenwertes

Der Student Stefan Steiner hatte Ende des letzten Jahres eine tolle Idee: Er bietet an, gegen Geld ein T-Shirt mit einem Werbeaufdruck zu tragen. Das begründet er auf seinem Blog wie folgt:

Anstatt mich über die schlechte Wirtschaftssituation zu beklagen oder gegen die Bolognareform und die Studiengebührenerhöhung zu protestieren, ergreife ich selbst die Initiative mit der Idee “Ich trage Ihr T-Shirt”.

Man mag von seiner Idee halten, was man will – viel dümmer kann man sie nicht präsentieren. »Selbst die Initiative ergreifen« heißt so viel wie – die Initiative eben nicht ergreifen, sondern einfach mal ein bisschen Geld verdienen und die Vorurteile gegenüber Studierenden der BWL gleich auch noch bedienen. (Versteuert man eigentlich so eingenommenes Geld?)

Ich schlage daher Stefan Steiner vor, sämtliche Einnahmen seiner Aktion zu spenden – und zwar an die Aktion »Zehn Rappen für ein würdiges Leben« der Erklärung von Bern. Warum?

Weil die Frauen, welche die T-Shirts nähen, mit denen Stefan Steiner ab jetzt über 200 Franken pro Tag verdient, $2 Dollar pro Tag verdienen – und dafür 16 Stunden arbeiten.

P.S.: Falls Stefan Steiner bereit ist, die Einnahmen des Monats Januar an die Erklärung von Bern zu spenden, spende ich gleich viel an eine wohltätige Organisation seiner Wahl.

5 thoughts on “T-Shirts – Dummes und Bedenkenwertes

  1. Danke Philippe für deine grossartige Werbeplattform für Ich trage Ihr T-Shirt. Es freut mich, dass du deinen Blog nutzt um auf diese ach so dumme Idee so ausführlich einzugehen.

    Als BWL Student habe ich gelernt, dass man Einkommen versteuern muss, vielen Dank für deinen Hinweis. Ich frage mich allerdings gerade, woher du wissen willst, was für T-Shirts ich trage. Sowohl Spreadshirt (http://www.spreadshirt.de/hilfe-C1328/categoryId/314/articleId/1161) als auch Switcher haben zertifizierte Shirts.

    Aber anyway. Ich mache dir ein Gegenangebot. Wenn du diese Woche noch einen Werbetag buchst, dann spende ich das Geld von deinem Werbetag an die Näherinnen in Bangladesch. Es liegt nun also in deiner Hand.

  2. Ja, schlaue Marketingmenschen haben wohl mal gesagt, auch negative PR sei PR. In dem Sinne: Gern geschehen.
    Schön wäre gewesen, du hättest mir sagen können, dass deine T-Shirts eben nicht unter den von mir zitierten Bedingungen hergestellt wurden. Schreib doch mal einen Blogeintrag, von welchen Marken zu T-Shirt trägst und wie viel die Leute verdienen, die sie tragen. Die von dir verlinkten Zertifikate besagen in vielen nicht, dass Löhne bezahlt werden, mit denen Menschen ein würdiges Leben führen können.
    »Aber anyway« – ich gehe gern auf deinen Vorschlag ein, wenn du auf meinen eingehst, also:
    1. Wir beide spenden je deine Januareinnahmen.
    2. Ich buche diese Woche einen Werbetag – und du spendest diese Einnahmen.

  3. Da nicht ich die T-Shirt herstelle und bedruckte kann ich auch nichts konkretes zu den Produktionsbedingungen sagen. Die Herstellung habe ich outgesourced. Der Kunde muss mir sein T-Shirt zur Verfügung stellen. Ich kann dir nur sagen, dass viele T-Shirts von Spreadshirt und Switcher sind.

    Ich habe dir angeboten, dass ich deinen Werbetag spenden würde. Mit etwas Medienunterstützung könnte das noch eine gute Kampagne für euch werden, nicht? Aber der Januar ist schon vorbei, deshalb lassen wir das mal ruhen und konzentrieren uns auf den September und deine Buchung.

  4. Ich übersetze: Ich möchte kein Geld von mir spenden, sondern Geld von dir.

    Dann schlage ich noch einmal etwas vor – danach konzentriere ich mich auf meine eigenen Spenden und nehme einfach an, dass ich mit meiner Einschätzung so Unrecht nicht hatte und dir das eigene Geld wichtiger ist als die teilweise damit verbundene Problematik.
    Also: Wir beide buchen je einen Tag im September (ich nehme gern den letzten noch offenen) und du spendest die Einnahmen von beiden Tagen.

  5. Wenn die Herstellung „outgesourced“ ist, hast du also keine Verantwortung dafür? Genau diese Einstellung macht es möglich, dass unzählige Menschen unter Bedingungen arbeiten müssen, für die niemand verantwortlich sein möchte…

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