Das Ende eines Mythos

Die NZZ am Sonntag bezeichnet die Arena in einem differenzierten Artikel heute plakativ als »Parteistammtisch der SVP« und räumt dabei mit einem Mythos auf, der schon seit Jahren zwar von rechter Seite stets wiederholt wird, aber deswegen nicht wahrer wird:

Die SVP kritisiert ständig, dass Radio und Fernsehen der SRG links stünden und die SVP-Positionen nicht genügend beachteten. Die «Arena»-Statistik belegt das Gegenteil: Die SVP erhält mehr Gelegenheit, ihre Argumente am Schweizer Fernsehen vorzubringen, als jede andere Partei.

Das Hauptproblem ist dabei nicht nur die zahlenmäßige Dominanz der SVP, die ihr aufgrund des höchsten Wähleranteils auch zustünde (so argumentiert Ronnie Grob, dessen »Zahlenkontrolle«, mit der er die Wähleranteile 2007 mit den Arena-Auftritten 2009 vergleicht, allerdings gravierende Rechenfehler aufweist: Erstens erwähnt der Artikel auch die Auftritte von Christian Waber und Roger Köppel, welche zwar nicht zur SVP gehören, aber ideologisch ihrer Linie entsprechen, womit die SVP auf 35 Auftritte käme, zweitens müsste man Prozente mit Prozenten vergleichen und würde dann für 29 SVP Auftritte 32% erhalten [bei einem Wähleranteil von knapp 29%]); das Hauptproblem ist vielmehr die Themensetzung. Die NZZ schreibt dazu:

«Dem Klimaproblem hat die <Arena> 2009 keine Sendung gewidmet. Sie bringt lieber Themen, die auf der Agenda der SVP stehen», sagt Nationalrätin Maya Graf. Die SP findet es seltsam, dass die Arbeitslosigkeit in der Schweiz nicht thematisiert wird, während die «Arena» ständig über Ausländerprobleme diskutieren lasse.

Die journalistische Verantwortung (und der service public) des Schweizer Fernsehens würde gerade darin liegen, dass die Themen ausgewogen gewählt werden und relevant sind (die Themensetzung ist eines meiner Lieblingskommentare zum politischen Geschehen in der Schweiz, ich weiß). Spricht man nämlich über Minarette oder über Plakate oder Ausländer, dann muss die SVP prominent vertreten sein, weil sie eine pointierte Meinung dazu geäußert hat – spräche man über das Klimaproblem oder moderne Familienpolitik oder Armut in der Schweiz, kann man die SVP genauso ignorieren, wie sie diese wichtigen Themen ignoriert.

Mein Rat an die anderen Parteien: Nicht mehr hingehen, wenn über SVP-Themen diskutiert wird. Weil schon allein die Diskussion das Thema als bedeutsam ausweist, auch wenn es das nicht ist.

Nachtrag: Im Tagi wird Reto Brennwald heute interviewt und windet sich mit nichtssagenden Aussagen. Obwohl er bemängelt, die NZZ habe keine Quelle für die Aussage, er sei ein Anhänger Christoph Blochers, mag er sie nicht dementieren – was so viel heißt, wie dass die Aussage wahr ist.

30 thoughts on “Das Ende eines Mythos

  1. Rechenfehler hin oder her: Ich verstehe nicht, warum Parteien ihrem Wähleranteil entsprechend vertreten sein sollten. Breitgefächerte Meinungen sind doch die Grundlage einer angeregten Diskussion und können auch den grossen Parteien nicht schaden – solange deren Argumente stichhaltig sind. Aber vielleicht liegt hierin das Problem.

  2. Wenn man die Parteienverteilung irgendwie normieren sollte – dann wohl über den Wähleranteil.
    Das Problem mit der Diskussion ist eben das Thema: Angenommen, man spricht über kriminelle Ausländer. Wenn man dagegen ist, dass die a) hart angefasst, b) entrechtet, c) ausgeschafft etc. werden, dann ist man in einer öffentlichen Diskussion sofort die Person, die für kriminelle Ausländer eintritt; auch wenn man eigentlich nur sagen will, dass diese Massnahmen problematisch und wirkungslos sind und kriminelle Ausländer vielleicht den Blick auf wesentlichere Probleme verstellen.

    • Naja, wer gegen diese Massnahmen ist – sie sogar als wirkungslos und problematisch bezeichnet – ohne es belegen zu können, muss, wie alle anderen auch, mit Kritik umgehen können. Hier liegt nicht mal der Ansatz eines Problems vor.

      Wer/was ermächtigt dich eigentlich, für andere Menschen entscheiden zu können, was ihre wesentlichen Probleme sind?

      • Ich kann – so denke ich – gut mit Kritik umgehen. Die Frage ist immer: Wenn man so einen Blog betreibt – muss man dann wissenschaftlich vorgehen oder darf man einmal abkürzen und annehmen, dass die Leser nachvollziehen können, warum man solche Massnahmen als »wirkungslos und problematisch« bezeichnet? (Ich tue das, weil die Länder, in denen die genannten Massnahmen umgesetzt sind, die Länder sind, in denen niemand von uns leben möchte.)

        Mich ermächtigt, dass ich mir nicht von ungebildeten und unwissenden Politikern aus dem rechten Lager vorschreiben lassen möchte, worüber PoltikerInnen in diesem Land reden. Und ich spreche nicht davon, was eine einzelne Person als wesentliches Problem anschaut, sondern davon, was wesentliche Probleme eines Landes oder einer Gesellschaft sind. Wenn viele Leute denken, Jugendgewalt sei ein Problem, dann heißt das noch lange nicht, dass das so ist.

        Und noch zum Thema: Das Problem ist die Perspektivenlosigkeit junger AusländerInnen in der Schweiz (jede fundierte Untersuchung zeigt das auf). Damit will sich aber niemand auseinandersetzen, also bauscht man ein paar Schlägereien auf und führt Videoüberwachung etc. ein – und tut so, als ob damit die Perspektivenlosigkeit verschwinden würde.

      • „Ich tue das, weil die Länder, in denen die genannten Massnahmen umgesetzt sind, die Länder sind, in denen niemand von uns leben möchte.“

        Das ist ja dein gutes Recht. Aber versuch doch zu akzeptieren, dass es in diesem Land Menschen gibt, die eine differenzierte und fundierte Sicht auf das Thema haben. Selbst SP-Strafrechtsprofessor Martin Killias weiss, dass es keine Indizien für deine Behauptung gibt.

        Es ist also nicht so, dass du etwas verkürzt, du kolportierst simple Mythen aus dem 19. Jh.

        Ich kenne keine fundierte Studie, die Ausländergewalt auf Perspektivenlosigkeit reduziert. Zudem ist es beidseitig: Es ist vor Allem so, das Ausländergewalt Perspektivenlosigkeit verursacht.

        Es gibt übrigens sehr viele Leute (va Linke) die sich mit der Perspektivenlosigkeit von Migranten beschäftigen.

        Du hast eine sehr herablassendes Bild gegenüber Migranten: Das sind keine wilden Tiere ohne eigenes Bewusstsein. Soziale Faktoren führen nicht zwangsläufig zu kriminellen Handlungen.

        Die Schlägereien werden nicht aufgebauscht, sondern in der Regel von den Linken klein geredet, verniedlicht, relativiert. Eg die SP: „Vorfall für alle Beteiligten schlimm.“ Oder Cornelia Bessler, Date Rapes, seien lediglich ein Kommunikationsproblem unter Jugendlichen.

        Wenn du wirklich etwas gegen die Perspektivenlosigkeit junger ImmigrantInnen tun willst, dann fordere härtere Bestrafungen. Quartiere mit hoher Kriminalität verarmen schnell weil dort niemand investieren will (Siehe Banlieue, US-Afro-Ghettos).

      • Wollen Sie jetzt meine Argumente stärken, indem Sie auf die Banlieus und Ghettos hinweisen?
        In jedem Bericht zu Jugendgewalt wird klar gesagt, dass Perspektivenlosigkeit ein entscheidender Faktor dabei sei, dass Jugendliche kriminell werden (sonst würde ich gerne den Gegenbeweis sehen, Google kann schnell helfen, wenn man keinen solchen Bericht findet).
        Ich habe überhaupt kein herablassendes Bild von MigrantInnen – vielmehr habe ich eine realistische Vorstellung davon, was es bedeutet, im Leben kein Ziel zu haben und keine Möglichkeiten. Und das hat auch nichts damit zu tun, dass die Personen AusländerInnen sind.

        Und nein: Es beschäftigen sich viel zu wenige Leute mit perspektivenlosen Jugendlichen. Es gibt weder geeignete Institutionen noch schulische Angebote für sie. Härtere Strafen werden nicht den kleinsten Anreiz zur Besserung bieten, sondern eine weitere Verschlechterung der Perspektiven.

      • Die Verfasser der Berichte, auf die sie hinweisen, leben ja zum Teil davon, dass es diesen Leuten schlecht geht.

        Ich brauche Google nicht, rationale Überlegungen reichen aus:

        Angenommen, sie besässen eine französische Ladenkette und möchten eine neue Filiale errichten. Das Banlieue wäre sicher der letzte Ort, wo sie das tun würden, egal wo sie politisch stehen. Das Fehlen ihrer Filiale macht die Bewohner der Banlieue ärmer.
        Die nördlichen US-Afro-Ghettos verarmten wirtschaftlich erst durch die Rassenunruhen der 60er. Dank falsche Anreize (von weissen Politikern, die es so wie sie, gut meinen) hat sich die wirtschaftliche Lage der Schwarzen seit den 40er Jahren kaum Fortschritte erzielt.

        Als Pflegevater einer jugendlichen Migrantin weiss ich, dass es viele Leute gibt, die dafür bezahlt werden, sich mit Problemfällen zu beschäftigen. Aber wissen sie was? Sie haben recht. Denn es interessiert einfach niemanden (weder links noch rechts), ob diese Sozialpädagogen, Schulpsychologen ihre Arbeit seriös wahr nehmen. Geeignete Institutionen und schulische Angebote gibt es nicht, und wird es im staatlichen Rahmen wohl auch nie geben. Ausser man fände ein Anreizsystem, dass dazu führt, dass die dafür Bezahlten auch wirklich für diese Kinder da sind.

      • Ich bezweifle noch immer, dass die Herstellung von Banlieus und Ghettos eine anzustrebende Option ist – denke aber, es wird nicht mehr lange gehen, bis dieser Prozess in der Schweiz abgeschlossen ist.

        Ich bin völlig einverstanden damit, dass es falsche Anreize gibt: Lehrpersonen und SozialarbeiterInnen sind unterbezahlt und erfahren für ihren Job keine Wertschätzung. Zudem darf auch nicht ihnen die ganze Last aufgebürdet werden: Wenn Menschen in die Schweiz geholt werden, um niedrigste Arbeiten zu einem niedrigsten Lohn auszuführen, dann müsste man sich überlegen, dass diese Menschen auch Familien haben und evtl. nicht über die Fähigkeiten verfügen, einen Kulturtransfer zu leisten. Und da wären wohl auch andere Leute in der Pflicht, etwas zu unternehmen.

      • Unterbezahlt? Wie kommst du da drauf? Sie verdienen brutal besser als Leute, die nicht beim Staat angestellt sind.
        Da sie nicht mal versucht haben, auf meine Argumente einzugehen, ist folgendes klar: Es ist geht ihnen nicht darum, irgendwem zu helfen (wie sollte es auch?), sie wollen lediglich den Staat noch mehr aufblähen, und dazu zerren sie Migrantenkinder vor den Karren. Das ist, ehrlich gesagt, etwas widerwärtig.

      • Welche Argumente (bezüglich der Ghettos?) habe ich ignoriert? Dass es die Schuld der Minderheiten sind, dass sie dort leben – sorry, das ist mir zu billig, wenn man benachteiligte Minderheiten die Schuld für die Benachteiligung gibt.

        Und nein – Lehrpersonen und Sozialarbeitende verdienen nicht gut, und widerwärtig finde ich, ihnen pauschal eine Absicht unterzuschieben. Alle diese Berufe sind mit viel Idealismus verbunden: Wer sie ergreift, könnte ebenso auf einer Bank arbeiten und doppelt so viel verdienen.

      • Was sollend die Unterstellungen? Ich habe nicht den Menschen in Ghettos die Schuld gegeben, sondern den Linken. Die sich ein auf Kosten dieser Armen ein schönes Leben machen.
        Idealismus bringt einem Kind halt nicht zwingend etwas. Ich habe ihnen keine Absicht unterschoben, sondern die Realität beschrieben, wie sie jeder kennen lernt, der auf diese Personen angewiesen ist.
        Da sie offensichtlich deren Hilfe nicht benötigen, fällt es ihnen leicht, zu behaupten, die würden ihre Arbeit schon gut machen. Wer hat was davon?

      • Ich gebs zu: Ich verstehe nicht, was du sagen willst in Bezug auf Ghettos.
        Und ich verstehe auch nicht, warum eine Erfahrung im Umgang mit Pädagogen zu einem Urteil über sie berechtigt; bzw. woher Sie das Wissen nehmen, dass ich mit Pädagogen nichts zu tun habe. Wie auch immer: Ich bin überfordert mit Ihnen Argumenten und kann nur so viel bilanzieren: Ihrer Meinung nach wäre die Welt besser, wenn Rechte das Sagen hätten, und was auch immer Linke sagen ist deshalb falsch, weil Linke es sagen.

      • Nein, wenn Rechte das sagen hätten, kamen die ganzen Opportunisten ja zu denen. Schauen sie doch an, wie es früher war: Georg Kreis ging zur FDP, einfach weil die früher das sagen hatte. Dabei ist er linker als Jean Ziegler.

  3. „Solange deren Argumente stichhaltig sind. Aber vielleicht liegt hierin das Problem“. Ich würde dem zustimmen. Denn die Argumente der grossen Parteien (mit Ausnahme der SVP) sind meist differenziert. Sie lassen sich nicht im Sloganstil unter Peitschengeknalle durchbeten. Das heisst, ausser der SVP eignet sich keine Partei für Politshows, die ohnehin keine meinungsbildenden Anspruch haben kann. Ein Spiel für ewigpubertierende Schaumschläger. Und dafür bestens geeignet. Wer in der Arena also mitspielen will, sollte sich der Spielanlage bewusst sein. Brennwald ist der Domteur des Mainstreams. Dieser ist z.Z. rechtsnational. Weil einfach verständlich, die Unsicherheiten und Aengste kanalisierend und zudem dem Freitagabendzuschauergemüt wohl ziemlich aufs Seelchen geschnitten. Ich meine also: Wer hingeht, ist selber schuld!

  4. Ich kann mich Dominik anschliessen. Das SF sollte doch dafür sorgen, ein möglichst grosse Menge an Pro-/Kontraargumente auszustrahlen. Die SVP hat oft nur 2-5 Argumente die oberflächlich sind…
    Zudem ist es für die SVP sehr einfach sich in die Opferrolle zu zwängen, als ob sie ohne das SF die Schweizer Bevölkerung nicht erreichen könnte.

    Das Problem ist einfach, dass wenn man nur den Wählerstärkste(n?) Partei(en?) den Vortritt lässt, hat man nur oberflächliche Diskussionen wie bei der Minarettiniative.

    • Apropos Oberflächlichkeit: Gemäss der Parteienstärke war die SVP in der Arena untervertreten.
      Wieso sollte jemand auf dich hören, wenn du nicht mal deine eigenen Angabenüberprüfst?

  5. Durch diese Themensetzungen wird bereits jegliche intelligente Diskussion verhindert. Wie in der Arena so auch im Club. Eine ganze Club-Sendung war alleine dem PLAKAT gewidmet. Immer wieder meinte die Kindergärtnerin-Moderatorin Christine Meier, ‚wir reden heute nur über das Plakat, bitte schweifen Sie jetzt nicht ab zum Inhalt, darüber wird es dann noch eine weitere Sendung geben“. – Unerträglich. – Die SRG steht schon lange nicht mal mehr in der Mitte, sondern deutlich rechts davon. Manchmal bildet 10 vor 10 eine Ausnahme.

    • Über das Plakat wurde geredet, weil linke Kräfte versucht haben, es zu verbieten. Solche gravierende Einschnitte in den Meinungsbildungsprozess sind durchaus eine Club-Sendung wert.

  6. Lustig. Was Du einen „differenzierten Artikel“ nennst, schockiert Reto Brennwald:

    Ich bin aber schockiert über den Journalismus der «NZZ am Sonntag». Was sie liefert, sind reine Unterstellungen. Wer sagt denn, dass ich ein Blocher-Anhänger bin? Diese Antwort bleibt das Blatt schuldig. Dass ein Blatt von diesem Renommee solchen Journalismus betreibt, finde ich unglaublich. Erst vor einer Woche schrieb Chefredaktor Felix E. Müller, die «Arena» diene «der billigsten Stimmungsmache auf tiefstem Niveau». Ich frage zurück: Was tut da die «NZZ am Sonntag»?

    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wer-sagt-denn-dass-ich-BlocherAnhaenger-bin/story/22481382

    • Herr Brennwald stört, dass ein Blatt mit diesem Renommee, „solchen Journalismus“ betreibt. Ist das nicht erstaunlich. Herr Müller schreibt, was viele denken. Nämlich, dass die Arena „der billigsten Stimmungsmache auf tiefsten Niveau dient“. Tja. Wenn Herr Köppel in seinem reisserischen Blättchen, sogenannt „pointierte Aussagen“analog der SVP macht, dann wird das vom Mainstream als „klare Position“ gewertet. (Die WW verkörpert für mich den Mainstream:-) und Köppel tritt postwendend als „Experte“ in der Arena auf. Wann war Herr Müller das letzte Mal anwesend? Wie auch immer. Auch differenziertere Positionen, sind Positsionen.
      Nur ist Brennwald nicht in der Lage solche zu verstehen. Wird „Klartext“ gesprochen, reagiert er wie sein Geistesverwandter: Aggressiv, beleidigt und mit der ausgelutschten Anschuldigung: Die Linken machen die Schweiz kaputt. Sorry! Die Mitte will die Arena „kaputt“ machen., natürlich.
      Nur eben, viele sehen das anders. Brennwald macht, zusammen mit der SVP, die schweizerische Politkultur „kaputt“.
      Aber es ist ungeheurlich, wenn solches mal ausgesprochen wird. Nicht wahr? Armer Herr Brennwald. Seine Welt steht Kopf;-)

      • Was bei deinem, sowie grundsätzlich bei linken Kommentaren auffällt: Immer sind alle, die eine andere Meinung vertreten, dumm oder verstehen etwas nicht. Nie wird auch nur der Hauch einer Argumentation geliefert, wieso die Person dumm ist. Eine Ansammlung von Beleidigungen und Behauptungen ist selten ein gutes Rezept um jemanden zu überzeugen.

  7. Täter machen sich hier wieder zu Opfern, so auch auf diesem linken Blog: So wie man Roger Köppel zur SVP rechnen könnte, so könnte man auch die Professoren und Akademiker Imhof, Kreis, Kohler, Held, de Weck, Binswanger, Schawinski, Stämpfli und die Muslimas Keller und Hafner als regelmäßige Gäste der Arena ( in erster oder zweiter Reihe) und/oder des Clubs zu den Genossen dazurechnen. Mit nur 10% Wähleranteil sind die Grünen in den Sendungen auch immer übervertreten. Was soll also der absurde Vorwurf der SVP-Hörigkeit? Dazu noch immer die gleichen SP-Politiker in der Arena, die den Puls der Zeit nicht spüren und das Volk für dumm verkaufen.

    SF DRS ist nun einmal ein linker Schmierensender. Eine Umfrage die am 12.11 die Minarettgegner vorne sah wurde nie auf SF DRS veröffentlicht. Kein Einzelfall auf SF DRS. Stattdessen nur die dünnschissigen Erhebungen des Herrn mit der Fliege. Auf 10vor10 stellte dann neulich auch ein Journalist eine Frage an einen Minarettgegner, die journalistisch nicht neutral und diffamierend war. Der Moderator musste sich dann Tags darauf für diesen Fehltritt entschuldigen. So was gibt es andauernd zu Gunsten der Sozis. Im Club erhielten dann auch unlängst die Hassredner der Verliererseite zum Minarettverbot die Mehrheit der Sendezeit. Solche Beleidigungen und Volksverhetzungen gegen die Stimmbürger habe ich noch selten gehört, von Vischer, Samir und anderen Antidemokraten der verlorenen Abstimmung. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass in der Arena oder dem Club jemals Muslime eingeladen wurden, die für das Minarettverbot waren. Solche gibt es genug.

    Dazu noch die Satiresendung eines ehemaligen Maoisten, der auch parteiisch und herablassend über die Minarettgegner berichtete. Und jetzt noch der Gipfel der Unkorrektheit: In der letzten Staffel von Vis a Vis gab es fast nur Sozis und Alt68er als Gäste. Dazu noch das offene Bekenntnis vom Moderator zu einem EU Beitritt! Grund genug um diesem parteiischen Medium die Konzessiongebühren zu entziehen.

    • Belegen Sie doch einmal eine Ihrer Behauptungen:
      a) Gründe sind übervertreten.
      b) Ein Journalist von 10vor10 musste sich für eine Frage entschuldigen.
      c) SF steht links.
      etc.
      Das Argument, dass einige Experten auch Parteien zuzurechnen sind, stimmt natürlich, die entsprechenden Daten fehlen. Allerdings ist Schawinski weder Sympathisant der SP noch der Grünen (um nur ein Beispiel zu nennen).
      Etwas »links« zu nennen ist denn auch so sinnlos – was ich mag, sind stichhaltige Argumente, Belege, Zusammenhänge. Ob das jetzt »links« oder »rechts« ist, ist mir egal. (Generell gibt es aber eine Grenze – rechts-nationales Denken verfügt nie über Argumente, Belege und formuliert keine Zusammenhänge, weil die Prämisse, dass »wir« besser sind als die »anderen« (und deshalb mehr verdienen, haben etc. sollen als die »anderen«) per se irrational ist).

      • Bei Arena, Club, Rundschau, NZZ- oder Blick-Standpunkte sieht man sehr oft Grüne, mehr als dass ihrem Wähleranteil entspricht.

        Hier musste sich der 10vor 10 Moderator entschuldigen
        http://videoportal.sf.tv/video?id=216db6e5-1747-40e4-9355-dd84d0f03b8c&referrer=http%3A%2F%2Fwww.sf.tv%2Fsendungen%2F10vor10%2Findex.php%3Fdocid%3D20091201

        Man entschuldigte sich hier für die Aussage, dass die Minarettgegner alles Rassisten seien. Das ist dann auch der übliche Slang der Linken. Es ist wohl klar wo SF DRS politisch steht, wenn Tags zuvor ein Journalist sich diesem Jargon bediente.

        Es gab auch eine Umfrage vom 12.11 wo die Minarettgegner vorne lagen. Zu Ungunsten der Linken.

        http://www.vol.at/news/politik/artikel/mehrheit-fuer-anti-minarett-initiative-in-der-schweiz/cn/news-20091112-03302772

        Da SF DRS diese Umfrage nie publizierte ist wohl klar, was dieser Schmierensender für eine Gesinnung hat. Stattdessen nur immer die tendenziösen linkslastigen Umfragen eines ehemaligen CVP-Generalsekretärs auf dem Staatssender.

        Da gab es dann auch noch jene Sendung mit Frank A.Meyer, wo der Moderator im Gespräch mit Egon Bahr den Beitritt zur EU bekräftigte. Leider habe ich dazu keinen Link, da die Sendung anscheinend (zum Glück) abgesetzt wurde.

        Das Schawinski kein Sympathisant der SP und der Grünen sei ist blanker Unsinn. Ich mag mich da noch an ein Interview vom 2007 erinnern. Da erklärte Schawinski, dass er bis an hin immer SP wählte. Mit den Grünliberalen wähle er zum ersten mal eine Verena Diener. Sie können mir das glauben oder nicht, rot und grün sind seine Farben.

        Ob das nun links oder rechts ist beim Auftreten der Journalisten, empfinde ich bei einem Staatssender nicht als belanglos. Eine journalistische Neutralität wäre hier an gesagt, wo man nicht auf die politische Gesinnung schließen kann. Dazu noch das keine wichtigen Meldungen und Fakten vorenthalten werden.

        Sie bedienen sich dann auch der selben Mittel. Ich habe dann auch noch keinen einzigen Link gesehen, der Ihre zahlreichen Behauptungen und Interpretation als Fakten erhärten ( das Kommunistenblatt WOZ ist nicht ernst zu nehmen). Sie vertreten einfach nur ein linkslastiges Weltbild und sonst weiter nichts.

        In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes Neues Jahr! Mit dieser Philosophie werden Sie auch im 2010 an Rückhalt verlieren.

  8. Das Problem, das sich im Blogeintrag selbst, wie auch in den Kommentaren des Herrn, der beharrlich darauf besteht, das SF sei „ein linker Schmierensender“ (sic), darstellt, ist, dass die politische Einstellung eines Journalisten ganz und gar nicht zwingend in dessen Berichterstattung einfliesst. Das ihm Sanktionen drohen, falls er gegen die redaktionellen Richtlinien verstosst ,zeigt sich ja am Beispiel des sich entschuldigenden Moderators. In der Praxis gestaltet sich das natürlich anders, das ist mir klar.Es ist trotzdem nicht seriös, pauschal zu behaupten, das SF sei grundsätzlich rechts oder links gerichtet. Je nach Parteiaffinität werden hier verschiedene Beispiele instrumentalisiert um das „böse“ Schweizer Fernsehen in eine Ecke zu stellen
    Mich will es aber dünken, als sei für die Rechten aber sowieso grundsätzlich jeder Journalist ein halber Marxist. Ein anständiger Rechter würde dementsprechend nie etwas studieren, dass mit Kommunikation zu tun hat. Ich zitiere aus dem „odin“ offensichtlich nahe stehenden Winkelried-Blog: „Geschichte und Medienwissenschaften – zwei Hausfrauenfächer sozusagen, die einen durchschnittlich Begabten bestenfalls einen Tag in der Woche beanspruchen.“ Ich wundere mich also nicht, dass es – vorausgesetzt, diese Meinung ist in der rechten Szene geläufig – wenige rechte Journalisten gibt. Was aber das wirklich bezeichnende ist – und damit beziehe ich politisch Stellung – die Rechte hat offensichtlich kein Bedarf, das meiner Meinung nach inexistente Problem des linken Journalismus zu lösen, sondern es kommt ihnen gerade recht sich als Opfer darzustellen und das Bild einer absurden Verschwörungstheorie weiter zu zeichnen.

    • Ich kann diese Haltung nur unterschreiben.
      Das eingangs genannte Problem, die politische Haltung eines Journalisten müsse nicht in seine Texte einfließen, wird dann hinfällig, wenn man aus den Texten die politische Haltung rekonstruiert. Diese »Texthaltung« muss dann tatsächlich nicht mit der persönlichen Meinung des Verfassers übereinstimmen, aber darum geht es ja dann auch gar nicht; das spielt ja für die Lesenden keine Rolle.

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