Was wir in zwei Wochen hören werden… – Abstimmungen und Rhetorik

Abstimmungssonntag – Gelegenheit für rhetorische Spezialtricks. Was wir hören werden – und was damit eigentlich gemeint sein wird.

  1. »Das Schweizer Stimmvolk…« – Dazu nur Brecht (1935):

    Wer in unserer Zeit statt Volk Bevölkerung sagt […], unterstützt schon viele Lügen nicht. Quelle

  2. »Die x %, die für die Minarettinitiative gestimmt haben, geben uns den Auftrag, die wachsende Islamisierung…« – Gemeint ist: Die x% sind auf unsere Propaganda reingefallen.
  3. »Die Ablehnung der Minarettinitiative zeigt, dass die Schweiz ein tolerantes Land ist, welches die Religionsfreiheit hochhält.« – Gemeint ist: Zum Glück ist noch keine Mehrheit der Abstimmenden latent fremdenfeindlich und islamophob eingestellt, sondern nur eine Minderheit.
  4. »Die Ablehnung der GSoA-Initiative drückt das Vertrauen des Volkes in die Schweizer Industrie aus.« – Gemeint ist: Irgendwie haben wir es geschafft, eine Abstimmung zu gewinnen, ohne »Waffenexport« sagen zu müssen.
  5. »Wir werden weiterhin Vorschriften strikt durchsetzen in Bezug auf Exporte.« – Gemeint ist: Wir werden weiterhin verdrängen, dass Leute andere Leute mit unseren Waffen totschießen werden, ohne dass wir den geringsten Einfluss darauf hätten, wie, wo und weshalb.

40 thoughts on “Was wir in zwei Wochen hören werden… – Abstimmungen und Rhetorik

  1. Was wir in den nächsten zwei Wochen noch hören werden ist eben so absehbar. Laut einer Umfrage von gestern hat die Minarettinitiative nun plötzlich eine Mehrheit für sich. Deshalb warte ich jetzt nur noch darauf, dass die Pappnasen von Economie Suisse ihre Angstmacherkampagne verschärfen. Mit dem Argument, dass uns die Araber wirschaftlich meiden werden wenn wir ja sagen, der UN-Menschenrechtsrat uns bla bla bla… die Schweizer Muslime uns bla bla bla…etc.

    Es werden also noch genügend Dumme auf dem Angstmacherzug der Wirtschaft und der Linken aufspringen, damit am Schluss wieder ein knapper Sieg resultiert. Die Linken werden ihrerseit auf den Plätzen und Strassen mit Plakaten ihre Schauermärchen unter die Leute bringen. Die Wirtschaft und die Linken sind dann wieder die Guten und Heilsbringer, die SVP die pösen Buben und Schwarzseher…

    • Das ist ein Kommentar, den ich nicht verstehe: Wer erzählt welche Schauermärchen? Und mobilisiert über Ängste, die durch die Kampagne auch gleich erzeugt werden?

  2. Wichtig sind auch folgende Elemente, die jeweils von der Verliererseite kommen:

    „Wir hatten natürlich einen schweren Kampf zu führen, denn alle waren gegen uns und die gegnerische Seite hatte viel mehr Geld für ihren Wahlkampf. Angesichts dieser Situation sind unsere xx % sensationell.“

    „Während des Abstimmungskampfes wurden Versprechungen gemacht. Wir werden nun genau beobachten, ob diese auch gehalten werden und gegebenenfalls reagieren. Die Gewinner sind nun in der Pflicht.“

  3. Hier ein Auszug von Schwarzenbachs Rede kurz nach der Niederlage der Überfremdungsinitiative am 7.Juni 1970. Wiedererkennungseffekt versprochen. Ob man darüber lachen oder weinen soll?

    „Wir werden in Zukunft ein wachsames Auge auf unseren Bundesrat haben. Im Vertrauen, dass er das eingegangene Versprechen auf Stabilisierung der Ausländerzahl erfüllen wird. Wir sind der Ansicht, dass Tausende von Stimmbürgern die Nein-Parole eingelegt haben, weil sie der Ansicht gewesen sind, dass Stabilisierung nicht nur Stabilisierung der Erwerbstätigen bedeutet, sonders Stabilisierung des Ausländerbestandes überhaupt. Und wir glauben, dass der Bundesrat sich auf dieses Ziel ausrichten muss, wenn er unser Volk zufrieden stellen will. Ganz besonders herzlich möchte ich diesen unentwegten Stimmbürgern danken, die ungeachtet eines ungeheuren Propagandaapperates der Gegenseite, eines millionenschweren, der sogar mit eigentlichen Terrormethoden gearbeitet hat, ihre Stimme für ein Ja bekundet haben.“

    Fragwürdig, dass man zusehen kann wie sich die Geschichte wiederholt und wiederholt. Lerneffekt verpasst. Die einzige Entwicklung, die sich abzeichnet ist, dass Schwarzenbach damals noch sagen konnte, worum es ihm tatsächlich ging.

    Ich würde, sässe nicht auch mir die Angst im Nacken, die Befürworter könnten doch noch siegen, für eine Stimmenthaltung plädieren, weil es lächerliche Fragen gibt, deren Antwort keiner Diskussion bedarf.

  4. Die Geschichte wiederholt sich tatsächlich, in dem gewisse Leute eine Ideologie installieren möchten, die nicht mit unserer Demokratie und Wertehaltung kompatibel ist. …

    Die SVP kämpft tatsächlich gegen eine gewaltige Übermacht: Eine 30% Partei gegen die 70% der Linksparteien, gegen die weitgehend linken Medien, Kirchen, linken NGO’s, Ausländervereinen, Wirtschaftsverbände, linken Künstler , linken Intellektuellen, linken Gutmenschen etc.

    • Solche Aussagen sind
      a) eine Umkehrung der Gegebenheiten: nur die »Ideologie« der SVP ist nicht mit »unserer« Demokratie und Werthaltung kompatibel
      b) nur möglich aufgrund einer völlig abstrusen Definition von »links« (nur ein Beispiel: auch wenn immer das Gegenteil behauptet wird, gibt es in der Schweiz keine linke Tageszeitung)
      c) verschwörungstheoretisch recht schlicht gestrickt: Alle sind irgendwie Übeltäter außer »uns«.

    • Diese Argumentation erinnert mich an irgendetwas…

      Ausserdem finde ich es schon bedenklich, die SVP als Erhalterin (oh, feministisch!) der Demokratie zu bezeichnen (Achtung: Die Werte der SVP sind umhimmelsgottswillen nicht demokratisch!). Eine Partei, die konsequent bestehende Verfassungsartikel zu Gunsten populistisch-idiotischer Vorschläge ignoriert. Eine Partei, die konsequent bestehende demokratisch legitimierte Organe kritisiert, obwohl sie selbst dabei ist.

      Und die SVP als Opfer darzustellen, ist so lächerlich, dass ich kotzen möchte.

  5. Ein selbstbewusster Politiker muss sich aber nicht für das Wahlresultat und seine Positionen entschuldigen. Genauso so wie ich mich nicht für das entschuldige, wo für ich in einer Demokratie stehen darf.

    • Wofür stehst du denn genau?
      Ich finde, jeder Mensch muss sich für irrationale, menschenverachtende Positonen entschuldigen – auch ein Politiker.

  6. Ich finde, jeder Mensch, und damit auch jeder Politiker sollte sich nicht für menschenverachtende, irrationale Positionen entschuldigen müssen, sondern solche nicht einnehmen.

  7. @Odin:

    Irrational: „Das zeigt mal wieder, was die EU taugt und was da für Knallerbsen in den Gremien sitzen. Einfach lächerlich, was sich diese linken Sockenstricker in Strassbroug erlauben. Diesem sogenannten Gerichtshof sind sofort die entsprechenden Kompetenzen zu entziehen, denn so eine Institution ist absolut untauglich!“

    Menschenverachtend:

    „Auch müssen die Möglichkeiten der Einbürgerungsgremien verbessert werden. Auf Fristen, wielange Einträge aus Straf- und Betreibungsregistern für eine Gesuchsbeurteilung verwendet werden dürfen, muss verzichtet werden. Zudem sind die Rekursmöglichkeiten im Falle einer Ablehnung zu restriktieren. Auf die Möglichkeit, dass Gesuchsteller Akteneinsicht in ihr Dossier verlangen können, ist zu verzichten. Denn zu oft können Hinweise aus der Bevölkerung nicht berücksichtigt werden, weil die Auskunftspersonen aus Angst vor Repressalien ihren Namen nicht nennen möchten.“

    Damit fordern Sie, Einbürgerungswilligen essentielle Grundrechte zu verwehren. Das ist menschenverachtend.

  8. @odin: die weitgehend linken Wirtschaftsverbände?? Wer sind denn die?
    @Michaela: eine verständliche Reaktion des Überdrusses, aber gefährlich. SVPler haben früh Tagwacht und befolgen gehorsam den Parolenbefehl. Also unbedingt stimmen gehen!

    Wir werden auch hören: „… man wird an uns denken, wenn dann alle Lehrerinnen gezwungen werden Burkas zu tragen und unser Strafgesetz der Scharia weichen muss!“

    (In den 80ern hiess das – O-ton Opa: Wartet nur bis die Russen ihre Pferde an der Limmat tränken!-)

  9. Flo, ich sehe bei Ihren Beispielen nichts das irrational oder gar menschenverachtend wäre. Sie haben einfach ein Problem mit diesen Meinungen, weil Sie ein anderes Weltbild haben. Nicht mehr und nicht weniger.

    @ Britta

    Wirtschaftsverbände die laufend linke Positionen übernehmen sind links. So z.B Economiesuisse und Swissmam. Wer wie Economiesuisse Steuererhöhungen propagiert ist linkslastig. So wie neulich bei der Mehrwertssteuer. Dazu noch mitten in der Wirtschaftskrise.

    Die beiden Verbände haben sich auch immer für die Personnenfreizügigkeit ausgesprochen, was nur die unkontrollierte Einwanderung fördert. Gleich wie bei Linksgrün die für alle Ausländer die Türen öffnen. Auch bei der Minarettinitiative schlagen sich diese Verbände auf die Seite der Linken.

  10. @odin: Ja, ich habe ein anderes Weltbild als Sie, was aber nichts mit meiner Argumentation zu tun hat.

    Der erste von mir eingebrachte Punkt: Ihre Position ist einerseits falsch: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist kein Organ der EU und hat mit dieser, ausser dass sämtliche EU -Staaten (neben zahlreichen anderen) Mitglied sind und die entsprechenden Konventionen unterzeichnet haben, nichts zu tun. Andererseits ist es nicht rational, einem Gericht, welches die Anwendung der von den Mitgliedsstaaten (freiwillig!) eingegangenen Vereinbarungen überwacht, zu unterstellen, die Richter seien „Linke Socken“ oder „Knallerbsen“, nur weil man ein einzelnes Urteil nicht verstehen kann, nicht verstehen will oder weil es nicht zur eigenen Weltanschauung passt. Es ist – unabhängig von der jeweiligen Weltanschauung – irrational, etwas ohne stichhaltige Argumente zu kritisieren, das man nicht versteht, nicht verstehen will und mit dessen Grundlagen man sich nicht auseinandergesetzt hat.

    Ebenso irrational ist es, einfach jede politische Position, die von der eigenen abweicht, als „links“ zu bezeichnen. Die Argumentationslinie „Rechts=gut=SVP“, folglich ist alles, was nicht auf der SVP Linie liegt (die auch nicht immer so schnurgerade ist, wie oftmals behauptet), einerseits schlecht, andererseits links. Oder würden Sie mir zustimmen, wenn ich behaupten würde, die Grünen, die PDA und die Gewerkschaften wären politische rechte Parteien und Organisationen, weil sie nicht in sämtlichen Fragen die Linie der SP vertreten? Diese Argumentation ist nicht nur irrational, sondern absurd.

  11. “ Ihre Position ist einerseits falsch: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte…“

    Sie zitieren den Falschen. Ich unterstütze aber die Aussage von jenem Schreiberling, der die Linken als Knallerbsen betitelte und die besagten Richter als Linke Socken bezeichnete.

    Warum sollen Kruzifixe aus dem öffentlichen Raum verschwinden, etwa an Schulen, wenn islamische Kopftücher nicht verboten werden? Zudem sind Kruzifixe ein Teil unserer Kultur, was von den islamischen Emblemen nicht sagen kann.

    Wenn nicht offiziell, so ist doch der Europäische Gerichtshof de Fakto ein Organ der EU. Diese übt nämlich immer grösseren Einfluss auf den Gerichtshof aus. Schon nur weil dieser Gerichtshof zu wenig Personal und Ressourcen hat, ist dieser zu einer engeren Zusammenarbeit mit der EU verdammt.

    Grüne ,PDA und Gewerkschaften liegen sehr nahe an der SP, was man von CVP und FDP in Bezug zur SVP nicht sagen kann. Früher gab es Links, Mitte und Rechts. Die einstigen Mitteparteien CVP und FDP sind Vergangenheit. Folglich gib es nur noch einen Rechts – und Linksblock im Land.

    Das christlich-konservative C der CVP und das freisinnig-liberale F der FDP sind mehr Schein als sein. Im übrigen kann die CVP mit diesem Wähleranteil auch das V aus dem Namen streichen

  12. @Odin: Nun, ich bin davon ausgegangen, dass Sie sich zumindest mit dem Autor des von Ihnen verlinkten (darf man das Ihnen gegenüber so ausdrücken?) Blogs soweit weltanschaulich einig sind, dass dies mit Fug und Recht auch als Ihre Meinung angesehen werden darf.

    Zu Ihren Einwänden: Die Begründung, weshalb es das Gericht nicht für angebracht hält, in staatlichen Schulen religiöse Motive anzubringen, finden Sie hier.

    Was „unsere“Kultur“betrifft, müssten die Fragen, was sie denn unter Kultur genau verstehen und vor allem wer „Wir“ und somit auch, wer „die Anderen“ denn sind (und weshalb) wohl in einem Rahmen geklärt werden, der diese Form deutlich sprengen würde.

    Der EUGH ist in keiner Art und Weise ein Organ der EU, er wird von 47 Staaten gebildet (die EU hat 25 Mitgliedstaaten, also nur knapp mehr als die Hälfte). Ihre diesbezüglichen Äusserungen lassen meine Vermutung, Sie hätten sich mit dieser Materie einzig dahingehend auseinandergesetzt, als dass Sie jedes Wort, das irgendwo die Buchstabengruppe „eu“ enthält als des Teufels, widerlich und ohnehin kommunistische Unterwanderung betrachten. Ich erkenne kein Argument darin.

    Ihre Umschreibung des Parteienspektrums beschränkt sich auf die schon erwähnte Gleichung. Diese in einige Worten mehr einfach zu wiederholen, ohne dies auch nur ansatzweise zu begründen, ist wenig zielführend. Ihre Aussage, die Mitteparteien seien Vergangenheit ignoriert geflissentlich die Tatsache, dass diese Parteien in der Bevölkerung über mehr Rückhalt verfügen als die SVP (Wähleranteil 2007: 30.4%). Meiner Meinung nach etwas dreist, eine Drittel der Wählenden einfach zu ignorieren.

    Ich bin gern zu einer Diskussion bereit, diese setzt aber voraus, dass von Ihrer Seite Argumente vorgebracht werden und nicht einfach Behauptungen in den Raum gestellt. Wenn ich mir die immer gleichen ideologischen Plattitüden zu Gemüte führen will, kann ich mir eine Weltwoche kaufen.

  13. Ach wissen Sie Herr Wampfler / Flo oder wie auch immer Sie heissen mögen, auf einem anderen Blog höre ich auch die Schallplatte eines Philippe Wampfler, der gegen die Exekutivkandidaten der SVP seine linke Leier zum besten gibt. Dazu höre ich auch keine geistreichen Argumente oder Begründungen, außer Ihrer gebetsmühlen artigen Wiederholung der SVP-Abneigung.

    Parteien die 30,4 % der Wähler abdecken sind für Sie also Mitteparteien?? Der Parteicharakter manifestiert wo eine Partei politisch steht und nicht der Wähleranteil. Mit einem ähnlich Wähleranteil müsste die SVP ja auch eine Mittepartei sei:)

    Aber Spass bei Seite, es ist schon abstrus, wenn ich Ihnen erklären muss, weshalb die FDP und die CVP keine Mitteparteien mehr sind. Wer sich deren Mandatsträger, Positionen, Parolen Abstimmungen und Abstimmungs Komitees so ansieht, der findet schnell eine Antwort. Markwalder, Wasserfallen, Egerzegi, Bütikofer etc. sind nur einige aufgezählte “ Freisinnigen “ die links ticken. Humbel, Ricklin, Hany, Schmid-Federer etc. die Linksticker von CVP.

    Parteien die nur immer bei der Einwanderung auf Quantität statts Qualität achten, sind nun einmal linkslastig. FDP und CVP propagieren das gleiche Gutmenschtum wie die SP. Das haben wir in den letzten Jahren oft genug erlebt mit FDP und CVP. Beide Parteien halten auch immer noch am EU-Beitritt fest. Beide Parteien verschleudern im Ausland unter Führung der Sozis wertvolle Steuergelder im Gießkannenprinzip: Entwicklungshilfe, Ostmilliarde, OECD und IWF- Zahlungen, UN-Fonds, Nato-Einsätze, Nation-Bullding, Stabilisierungs Beiträge, mitfinanzierte ausländische Infrastrukturprojekte usw.

    Aber auch brandaktuell sieht man bei FDP und CVP das linke Gebaren: Wer als Liberaler für Steuererhöhungen plädiert, dazu noch in Zeiten der Krise (FDP) und das Gesundheitswesen weiter aufbläht (FDP), zu lasten der Selbstverantwortung, der denkt sozialistisch. Wer als Wertechrist gegen ein Minarettverbot plädiert ( CVP) und die Verjährbarkeit von Sexualstraftaten ablehnt, der denkt sozialistisch.

    Mit unserer Kultur meine ich alle jene Menschen, die sich nach der Leitlinie des Abendlandes orientieren und sich auch so geprägt sind. Ich möchte dazu auch noch den Spirit von 1848 dazu nehmen. Aber ganz sicher nicht das, was uns in den letzten 50 Jahren alles an manchen Einflüssen aus kulturfremden Ländern “ bereichert“ hat. Für mich ist die “ Kultur “ und das “ wir „, dass jenige dass in 650 Jahren ( und zuvor) gewachsen ist, aber nicht unbedingt das was in den letzten 50 Jahren alles dazu kam an kulturfremden Einflüssen. Mit “ wir “ meine ich denn auch das eine Person, die nach “ unseren “ Sitten und Gebräuchen lebt.

    Das der Europarat keine Gelder und Personal mehr hat ist Fakt. Mit den hohen Fallzahlen ( 40% Osteuropa) ist dieser Verein völlig überlastet. Die EU hat schon immer mit dem Europarat zusammengearbeitet. In der Krise wird sich dieser Verein noch mehr an die EU anbinden. So wie unsere Sozis das mit der Schweiz machen.

    Apropos EU: Der Europart soll nichts mit der EU-Ideologie zu tun haben, obwohl sehr viele EU-Freunde ( Andy Gross/ SP, Dick Marty/ FDP u.a ) im Solde diese Vereins stehen? Die EU hat sich natürlich noch nie auf die Menschenrechtsberichte des Europarates bezogen und danach ihr Verhalten zu Milosevic oder Lukaschenko angepasst :) Eine EU-EUGH Mission in Weißrussland zur Untersuchung der dortigen Menschenrechtslage hat natürlich nichts mit einer Verbandlung dieser beiden Organisationen zu tun :)

    Sich als Gericht bei den Kruzifixen nach den Parametern der EUGH zu halten ist eine Sache, dass selbe auf den Islam zu übertragen eine ganz andere Sache. Aber hier hat man ja den St….. in der Hose. Aber Gesetze werden halt nicht bei allen Menschen gleich angewendet. Keine Kruzifixe mehr im Schulzimmer, dafür Kopftücher an Schulen , Unis, Verwaltungen, etc.

    • Ich heiße Philippe Wampfler. Und Flo heißt Flo.
      Ich gebe weder eine Leier noch eine Schallplatte von mir – sondern begründe, weshalb SVP-Politiker in Exekutivämter problematisch sind: Weil sie nie sicher sein können, dass die Partei hinter ihnen steht. Siehe heute: Geplante Steuersenkungen im Kanton Zürich, von denen Stocker nichts weiß.
      Ihre „Argumente“ hingegen basieren auf Anführungszeichen: Was ist denn „unsere“ Kultur? Wer sind „wir“? Wann „wächst“ etwas und wann „kommt etwas dazu“? Solche Redeweisen sind jenseits jeglicher Vernunft. Sagen Sie doch mal positiv, für welche Werte Sie stehen – nicht was Sie ablehnen.

  14. Herr Wampfler, glauben sie eigentlich selber den Blödsinn Sie hier verbreiten?? Bisher waren es vor allem SP-Exekutivpolitiker, die von der eigenen Partei gemoppt und ausgeschlossen wurden:

    http://www.nachrichten.ch/detail/305536.htm

    Seien sie also etwas leiser mit Ihrem Gebrüll. Aber Sie sind vielleicht noch etwas zu jung um sich daran zu erinnern.

    Ich habe absichtlich “ gesetzt, um damit unser wir und unsere Kultur zu unterstrichen und keine Kultur mit Einflüssen die dem nicht entsprechen.

    Sorry, wenn ich auch zwei verwechselt habe, aber von der Ideologie und Wortwahl her seit ihr siamesische Zwillinge.

    • »Bisher« heißt bis vor 20 Jahren. Heute »glaube« ich an das von mir dargestellte Problem. Und könnte sofort 10 Situationen aufzählen, in denen sich die Partei (SVP) nicht hinter ihre Leute in der Exekutive gestellt hat. Und damit meine ich nicht Frau Widmer-Schlumpf: Sondern Leute, welche von der SVP zur Wahl vorgeschlagen worden ist. Es ist ja schon bezeichnend, dass eine Partei einen Kandidaten mit Plakaten bewirbt, auf denen seine Parteizugehörigkeit nicht vermerkt ist.
      Aber zurück zu meiner eigenen Frage: Wofür stehen Sie? Was ist »unsere Kultur«?

  15. Herr Wampfler, glauben Sie eigentlich selber den Blödsinn den Sie hier verbreiten?? Bisher waren es vor allem SP-Exekutivpolitiker, die von der eigenen Partei gemoppt und ausgeschlossen wurden:

    http://www.nachrichten.ch/detail/305536.htm

    Seien sie also etwas leiser mit Ihrem Gebrüll. Aber Sie sind vielleicht noch etwas zu jung um sich daran zu erinnern.

    Ich habe absichtlich “ gesetzt, um damit unser wir und unsere Kultur zu unterstrichen und keine Kultur mit Einflüssen die dem nicht entsprechen.

    Sorry, wenn ich auch zwei verwechselt habe, aber von der Ideologie und Wortwahl her seit ihr siamesische Zwillinge.

  16. @ Odin: Ich kann gerne bestätigen, dass ich keineswegs Philippe Wampfler, mit diesem auch nicht verwandt, verschwägert und schon gar kein Zwilling. Wir kennen uns, sind uns öfters in politischen und anderen Fragen durchaus uneins, was immer wieder in anregenden Disputen endet. Gemeinsam haben wir aber das Bedürfnis, die eigene Position vernünftig zu begründen. Ohne auf Ihre letzten Kommentare inhaltlich einzugehen (ich werde dies, sollte ich die Zeit dazu finden, später gerne tun), erlaube ich mir den Versuch, zu erläutern, was zumindest ich – und ich entnehme dies seiner letzten Wortmeldung- wohl auch Herr Wampfler, auf einer grundsätzlicher Ebene gegen Ihre Positionen einzuwenden haben. Weil der Vorwurf an Sie, Ihre Position sei menschenverachtend sich auf Ihre inhaltlichen Aussagen bezieht, werde ich mich vorläufig auf den Vorwurf, Sie würden irrational argumentieren konzentrieren.

    Rationale Argumentation beruht gemäss dem klassischen Verständnis auf der Vorstellung, eine These durch eines oder mehrere Argumente zu beweisen. Ein Argument stellt dabei keineswegs einfach eine beliebige Behauptung dar, sondern besteht aus zwei Teilen, aus einer oder mehreren Prämissen – also einer Annahme oder einer Aussage- und einer Konklusion, einer Schlussfolgerung. Beides kann wahr oder falsch sein, was sich unterschiedlich auf die Gültigkeit des Arguments auswirkt:

    – „Alle Menschen sind sterblich“ (Prämisse).
    – „Ich bin ein Mensch“ (Prämisse).
    – „Ich bin sterblich (Konklusion).

    Dabei können zwei Dinge schiefgehen: Eine oder mehrere Prämissen können sich als unwahr heraustellen, oder die Schlussfolgerung kann falsch sein, letzteres stellte dann einen Fehlschluss dar. In einem Disput wird meistens davon ausgegangen, dass eine Prämisse als wahr betrachtet werden darf, wenn beide beteiligten Parteien sich darin einig sind. Der Schluss ist als gültig zu betrachten, solange es nicht gelingt, den Schluss als falsch zu belegen. Gelingt dies nicht, resultiert aus wahren Prämissen eine wahre Konklusion. Umgekehrt gilt jedoch nicht zwingend, dass eine Konklusion aus mehreren Prämissen zwingend falsch ist, wenn nicht sämtliche Prämissen wahr sind. Sind jedoch sämtliche Prämissen falsch, resultiert auf jeden Fall eine falsche Konklusion, unabhängig davon, ob ein Fehlschluss vorliegt oder nicht. Und darauf will ich eigentlich hinaus:

    Was ich ausführlich zu erreichen versuchte, waren vornehmlich eines: Ich habe Ihre Prämissen zurückgewiesen. Auf unsere Differenz bezogen, könnte man das so umschreiben:

    -„Einzig die SVP betreibt rechte, bürgerliche Politik“ (Ihre Prämisse, von mir als falsch erachtet)
    -„Jede politische Position, die nicht derjenigen der SVP entspricht, ist links“ (Dies ist ein Prämisse, welche aus meiner Sicht von Ihnen als Konklusion betrachtet wird. Von mir ebenfalls bestritten).

    – „Es gibt ausser der SVP nur linke Parteien“ (Schlussfolgerung, von Ihnen ausführlich erläutert).

    Unsere Hauptdifferenz besteht also nicht in der Schlussfolgerung. Bevor wir uns darüber streiten, ob Ihre Schlussfolgerung richtig oder falsch ist, müssten wir uns auf Prämissen einigen, von denen wir beide denken, dass sie wahr sind. Bezogen auf den erwähnten Diksussionspunkt würde ich folgendes Vorschlagen:

    Sie definieren, was Sie allgemein (und nicht auf spezifische Sachfragen oder Beispiele bezogen) was sie unter linker politischer Ausrichtung verstehen. (Prämisse: Links ist ……) Ein einfaches Mittel dazu findet sich hier (damit wäre ich übrigens sofort einverstanden).

    Sollten wir uns auf eine Definition einigen können, könnte die jeweilige politische Ausrichtung der von Ihnen als links bezeichneten Organisationen aufgrund dieser Definition überprüft werden. (Prämisse: Organisation X ist links).

    Diese Prüfung müsste für alle von Ihnen als links bezeichneten Organisationen durchgeführt werden. Für die SVP wäre eine Prüfung zwar interessant, aber das Resultat (rechts) wird von keinem von uns bestritten.

    Sollte dann in allen Fällen resultieren, das es sich um linke Organisationen handelt, abgesehen von der SVP, kann ihre Aussage als gültig betrachtet werden, ich würde mich geschlagen geben.

    Zugegeben, das ist kein einfacher Prozess. Aber er führt zu Resultaten und insbesondere dazu, dass sich eine Diskussion eben um Argumente und nicht einfach um immer wieder zu wiederholende Glaubenssätze dreht, die man sich gegenseitig an den Kopf wirft ohne jegliche Aussicht auf ein Resultat, weder für die Beteiligten noch für Dritte, welche sich Erkenntnisse aus dem Disput erhoffen.

  17. @Odin: Wie in meinen letzten Kommentar angetönt, erlaube ich mir noch einige Anmerkungen inhaltlicher Natur zu Ihren letzten Aussagen.
    Um eines Vorweg zu nehmen: Mir ist der Unterschied zwischen „Morgenland“ und „Abendland“ wirklich nicht ganz klar. Wo liegt denn die Grenze? Was oder wer gehört denn zu welchem dieser „Länder“? Jedes Unterscheidungskriterium, das mir einfällt (Geschichte, Geographie, politisches System, religiöser Hintergrund, Sprache) führt nicht zu eindeutigen Zuordnungen.

    Dies macht es für mich schwierig, eine „Leitlinie unserer Kultur“ in einem Masse zu erkennen, welche eine sinnvolle Abgrenzung zwischen „uns“ und „den anderen“ vorzunehmen erlaubt.

    Vor allem Ihre Unterscheidung zwischen „unserer“ Kultur und „kulturfremden Einflüssen“ ist für mich schwer nachzuvollziehen. Was mich wirklich befremdet, ist, dass Sie von „kulturfremden Ländern“ sprechen. Dies sagt, dass es Länder gibt, deren Einwohner keine Kultur haben, was gemäss meinem Kulturbegriff keinen Sinn macht.

  18. flowampf, könnten wir uns nicht einmal auf eine strukturierte Diskussion einigen?? Es macht doch keinen Sinn, wenn jeder von euch wieder die Fragen stellt, die eben gerade der jeweils andere gestellt hat. Zumal beide auf dem gleichen Level politisieren und schwadronieren.

    Nach antiken oder philosophischen Vorstellungen, war das Abendland bis Dato jenes Stücken bekannte Erde, dass der untergehenden Sonne am nächsten lag. Amerika kannte man da noch nicht als Kontinent. Damit bezog sich diese Definition auf Europa. Mit dem Morgenland meinte man alle Länder die ostwärts von Europa liegen, sprich in denen zuerst die Sonne aufgeht. Dort wo zuerst das Morgengrauen seinen Anfang nahm. Also der “ nahe “ Osten. Aber fragen Sie jetzt nicht was das Wort Europa bedeutet, weil ich dann Ihnen endgültig nicht mehr helfen kann bei Ihren Wissenslücken. Der Maghreb wurde dann aber bei den Arabern als das Land des Westens und der untergehenden Sonne definiert, was dem Abendland wieder nahe kommt. Der Maghreb hat dann auch nichts mit dem Morgenland zu tun. Das Abendland umschreibt dann auch fast das gleiche wie der Maghreb.

    Kulturell und Gesellschaftlich bezogen war das Morgenland ein Synonym für die arabischen Länder und insbesondere die islamischen Reiche ( ohne Maghreb), vor allem der arabischen Halbinsel. Also von jener Region, wo um 600 n. Chr der Islam seinen Eroberungszug antrat. Mit all seinen Charaktereigenschaften die aus dieser Ecke geboren wurden. Der Maghreb und Saudiarabien aber waren bis dahin christliches Land! Das Abendland wurde danach konträr als das Land der Christen betrachtet, mit deren Kultur, Errungenschaften und Geisteswissenschaften. Oder vor Christus als das Land des heiligen Römischen Reiches.

    In jüngerer Zeit beziehen die Begriffe Morgenland-Abendland auf den Kulturkampf und die Gegensätzlichkeit dieser beiden Pole, was sicher nicht übertrieben ist. Unter unserer Kultur verstehe ich dann auch alles, was nichts mit dem Islam zu tun hat und irgendwie auch christlichen Pfeilern, bzw. dem Abendland zu Grunde liegt ( jetzt nicht bloß auf die Religion bezogen). So gesehen wäre das unsere Aufklärung, unsere Reformation, unsere Wertevorstellungen, unsere Sozialisierung von geknechteten zu berechtigten Individuen, unsere Gewaltenteilung, unsere Geisteswissenschaften , die Demokratie ( begründet von den Alten Griechen), der Liberalismus, die Industrialisierung, die Selbstbestimmungsrechte, die Frauenrechte etc.

    Die genannten Begriffe kann man so nicht mit dem Islam und deren Kultur assoziieren. Deshalb auch spreche ich immer von unserer Kultur,bzw. der mitteleuropäischen im engeren Sinne. Und wenn ich von kulurtfremden Einflüssen rede, dann meine ich auch immer jene Dinge, die nicht aus unserer Kultur stammen. Da sind nicht alles durchwegs schlechte Dinge, aber eben schon vieles, das unserer Kultur und dem Abendland entgegen läuft. Heute sind wir noch bevölkerungsmässig etwa auf der Grenze zwischen Morgen- und Abendland. Mit der weiteren Zunahme der Muslime ist das Abendland aber bald passe. Noch nie gab es so viele Muslime in Europa wie heute.

    Was ich nun als linke Ausrichtung betrachte habe ich schon ausführlich versucht darzulegen. EDU und SD sind für mich zu unbedeutend, als dass ich diese in meine Betrachtungen einfließen lasse. Ich sprach immer von den alten Grossparteien SVP, FDP CVP , SP und den Newcomern BDP und GLP. Ob man eine Prämisse als falsch oder richtig erachtet hängt vom Betrachter ab ( komme gleich näher darauf).

    Einigen wir uns darauf, dass Politik zu machen und eine politische Position zu haben eigentlich fast das gleiche sind. Es stimmt das die SVP eine bürgerliche Politik macht ( Prämisse 1). Wir haben aber nur eine bürgerliche Partei in diesem Land ( Prämisse 2, aber nicht das was sie schon als meine Konklussion erachten). So sind alle anderen Parteien links, weil es gar keine zweite bürgerliche Partei gibt ( die Konklussion).

    Aber eben, ich denke das wir nicht auf den grünen Zweig kommen miteinander, weil Sie die SVP nicht als einzige bürgerliche Partei betrachten. Was Links, Mitte oder Rechts bedeutet hängt wohl vom Betrachter ab. So wie man sich darüber streiten kann, ob die Weinflasche nun halb leer oder noch halb voll ist. Für mich sind nun einmal die CVP und die FDP Linksparteien. Ich nenne das gerne so beim Namen und muss mich auch nicht in akademische Wortklaubereien hineinbegeben wie Sie es machen. Die grossen Wählerwanderungen von CVP und FDP zur SVP sprechen eher für meinen Standpunkt.

    Ich könnte jetzt auch 10 und mehr Situationen aufzählen, in denen sich die SP nicht hinter ihre Exekutivpolitiker gestellt hat. Hören Sie also auf mit Ihrer verlogenen Doppelmoral. Dazu gab weitaus mehr Zwiste als dies bei der SVP zu Parteiauschlüssen geführt hat

    http://www.nachrichten.ch/detail/305536.htm

    Der Fall Wernli liegt dann auch nicht lange zurück. Abweichungen von der Parteilinie gibt es wie gesagt bei jedem Exekutivpolitiker. Das wäre bei mir nicht anders. Die SP-ler am linken Flügel fragen sich doch auch, ob ein Jositsch wirklich gut ist, wenn die SP seine SVP nähren Papiere zur inneren Sicherheit beurteilt und von der SP abweicht.

    • Zur Klärung: Ein Teil des oben stehenden Kommentars bezieht sich auch auf diese Diskussion: http://ersatzwahl-regierungsrat-zuerich.politnetz.ch/?page=1#beitrag416

      Danke für die ausführliche Darstellung Ihres Verständnisses. Ich möchte nur einen Punkt aufgreifen: Zu den Errungenschaften der europäischen Kultur, um sie mal so zu nennen, gehört im Rahmen der Aufklärung die Trennung von Kirche/Religion und Staat/politisches Leben. Gerade der Rückgriff auf die »christliche« Tradition Europas (die Demokratie beispielsweise hat mit einer christlichen Tradition nichts zu tun, auch die Gleichstellung der Frau nicht) ist so auch ein Rückschritt hinter diese Errungenschaften.
      (Eine Nebenbemerkung: Eine muslimische Rechtsordnung kann für mich nicht zur Debatte stehen; weil sie eben diese Trennung von Glauben und politischer Ordnung unterlaufen würde. Aber eine solche Rechtsordnung wird auch von niemandem ernsthaft gefordert…)

      Noch ein letztes Mal zur SVP. Sie mag in ihrer Art die einzige Partei sein, aber das hat nichts mit dem Spektrum von links bis rechts zu tun. Es bringt auch nichts, alle Nicht-SVP Parteien links zu nennen, weil das einfach eine Verdrehung des Wortsinnes ist oder aber die politischen Realitäten missachtet. Vielleicht könnte man sich bei Smartspider mal umsehen.
      Die Parteiausschlüsse der SP mögen eine faszinierende Geschichte sein – sie haben mit meinem Punkt nichts zu tun. Jositsch vertritt die SP in allen Aspekten ausser dem Strafrecht (was für einen Strafrechtsprofessor problematisch genug ist) – und Stocker ist der Kandidat der SVP. Aber ob er die »richtigen« Positionen vertritt, zeigt sich erst im konkreten Geschäft; wenn nämlich Blocher/Bortoluzzi/Mörgeli und co. beschlossen haben, was die Parteilinie ist. Und wenn Stocker dann ein Dossier schon ein halbes Jahr bearbeitet hat und eine andere Lösung gefunden hat, spielt das in dieser Partei keine Rolle. In der SP – so behaupte ich – wäre das anders. Verallgemeinert: Die SVP ist unberechenbar in ihrer Politik; und der Grund dafür sind generell widersprüchliche Positionen, welche wiederum daraus resultieren, dass sie eine Partei der armen und ungebildeten Menschen geworden ist, aber ihre Exponenten reiche und gebildete Menschen sind, welche diese Basis ideologisch missbrauchen um ihre eigenen Interessen abzusichern.

      • Das Ihre Antwort noch die arrogante Sozi Rhetorik enthalten wird war absehbar: Die SP ist die Partei der guten und intelligenten ( auch Linken und Netten), die SVP der armen und ungebildeten Leute. Bei 30% Wähleranteil sind es aber ein bisschen viele Leute, die Sie hier als arm und ungebildet hinstellen. Finden Sie nicht auch??

        Was ist den für Sie gebildet und was ungebildet?? Wir haben ja in der Libyen Affäre gesehen, was für gebildete Bundespräsidenten und Außenministerinnen wir haben, die dennoch die dümmsten Fehler machen und Gaddafi nicht kennen.

        Ihr Statement zeigt das Sie von tuten und blasen keine Ahnung haben. In der SVP gibt es immer mehr Leute die nach Ihren Vorstellungen “ gebildet “ sind. Viele davon haben Jura studiert und kennen sich gut in der Juristerei aus. Daneben hat es auch reiche Leute wie Unternehmer, die es zu etwas gebracht haben. Bei den Sozis gibt es ja keine erfolgreichen Unternehmer.

        Das ist die eine Seite der SVP. Daneben gibt es auch eine breite Schicht der einfachen Leute und Wähler. Ein Toni Brunner, Alfred Heer, Toni Bortoluzzi oder Adrian Amstutz stammen aus einfachen Verhältnissen und haben keinen akademischen Hintergrund. Diese Leute sind aber blitzgescheit und gehören trotzdem zu den wichtigsten Exponenten der SVP. Solche Leute hat es auch an der Basis. Viele davon waren natürlich nie an der Uni ( so wie ich), dafür kennen diese Leute die Sorgen und Nöte der einfachen Leute am besten. Von der arroganten SP-Kaste kann man das leider nicht sagen. Das sind alles Theoretiker und Gutmenschen der naivsten Sorte, bestückt mit fetten Alt 68ern in Partei, Medien und Denkfabriken.

        Genau aber diese Mischung von Unternehmern, Akademikern, Bauern und Handwerkern verleiht einer Partei den Charakter einer Volkspartei. Und genau das finde ich an der SVP so gut. Jeder Berufsstand kann vom anderen etwas lernen und verstehen.

        Ich bin nicht kategorisch gegen Akademiker und Gutverdiener eingestellt. Gute Freunde von mir hatten auch das Glück zum studieren. Nur ist es eben halt leider schon so, dass die SP heute fast ausschließlich eine Partei der Akademiker und Gutverdienter geworden ist. Wenn Sie in der Fraktion nur lauter Gleichgesinnter haben, verlieren Sie die Bodenhaftung, als wenn ihr Ratskollege vielleicht ein Bauer wäre aus dem Toggenburg oder Arbeitersohn als Zürich-Höngg. Von daher gesehen ist die SP ziemlich einseitig aufgestellt. Darum auch ihre abgehobene Sprache, die viele Leute nicht mehr verstehen. Ein Grund von vielen weshalb die SP im 07 die Nationalratswahlen verlor. Der größte Teil der Schweizer sind dann immer noch die einfachen Angestellten, Arbeiter oder Bauern.

        Obwohl ich keine Akademiker bin kann ich mit einem Historiker als Freund ohne weiteres mithalten in Fachgesprächen. Bodenhaftung und Bescheidenheit sind für mich wichtige Tugenden. So etwas fand man früher noch bei Otto Stich oder Helmut Hubacher. Die SP von heute ist aber ein Laden, wo die meisten SP-Exponenten auch immer mehr an die eigene Karriere und ihre Pfründe denken. Ich zumindest verdiene mein Geld ehrlich und bin nicht mit dem Staat verfilzt oder gar der SP.

        Ob einer die richtige Position als Exekutivpolitiker vertritt sieht man immer erst im Geschäft und wenns konkret wird. Aber ich verstehe nicht warum Sie immer von den Parteien sprechen die hinter den Kandidaten stehen und deren Parteidoktrin? Die Partei von Jositsch ist doch diejenige die bei Exekutivwahlen ( Majorzwahlen) immer von Persönlichkeitswahlen redet und nicht von Parteiwahlen. Also kann es doch uns egal sein was die Parteien anders betrachten. Aber hier betrachten Sie das ganze wieder genau umgekehrt? Merken Sie die verlogene Doppelmoral?? Wichtig sind doch die Unterschiede zwischen Stocker und Jositsch und nicht zu den Parteien die dahinter stehen. Die Parteien schlagen lediglich ( unter Einbezug) der Konkordanz einen Kandidaten vor. Jede Partei weiß aber das ihr Kandidat dann das Amt führt und nicht seine Partei. Deswegen darf dieser auch Abweichungen zu seiner Partei haben. So lang aber der eigene Regierungsrat ideologisch nicht näher zu einer anderen Partei steht als der eigenen ist das den Parteien egal.

        Otto Stich ging oft von der Parteilinie weg und blieb dennoch in der SP hoch geachtet. Bei Stocker aber soll das für Sie anders sein??

        Das eine andere Lösung für die SVP keine Rolle spielt stimmt natürlich nicht. Die Partei mach schließlich Parteipolitik und Stocker Exekutivpolitik. Wo es keine Übereinstimmung gibt markiert die SVP schon den Unterschied. Genaus so wie wenn die SP ihre eigene Position darlegt, wenn Justitzminister Jositsch gegen kriminelle Jugendliche hart rangeht.

        Die vielen SP Ausschlüsse sind nicht faszinierend, sondern beschämend! Vor allem dann wenn die SP immer nur auf andere zeigt!!

        Und noch Etwas: Hören Sie mit dem Ammenmärchen auf, wonach Personen mit Migrationhintergrund alle die SP favorisieren :http://www.svp-biberist.ch/index.php?id=4

  19. Aus irgendeinem Grund kann ich nicht mehr unter Ihrem Kommentar antworten – daher ein neuer Kommentar.
    Ich meinte das weder rethorisch noch arrogant – sondern als einfache Behauptung: Von den Wählerinnen und Wählern aller Parteien haben die der SVP den niedrigsten durchschnittlichen Bildungsgrad und das niedrigste durchschnittliche Einkommen. (Korrigieren Sie mich, wenn das nicht stimmt.)
    Das ist keine Abwertung dieser Wählenden, darum geht es mir gar nicht: Sondern um den Widerspruch, dass die Partei die Anliegen dieser Gruppe SchweizerInnen nicht vertritt, sondern Politik macht für Einkommensstarke (Steuersenkungen) und Gebildete (indem Sie dem Bildungssystem Geld entzieht, erschwert sie den Zugang zu diesem System gerade für die Menschen, für die dieser Zugang erleichtert werden müsste).
    Das gesagt, etwas zur SP: Mit Ihrer Analyse bin ich weit gehend einverstanden (abgesehen vom billigen Vorwurf, linke PolitikerInnen würden sich nur um Ämter anstatt um Themen kümmern, weil dieser Vorwurf alle PolitikerInnen treffen würde, nicht nur linke). Die SP hat ein Imageproblem und keine klare Linie; sie hat aus verschiedenen Gründen wichtige Wählergruppen an die SVP verloren.
    Auch bezüglich der Vertretung aller Bildungs- und Einkommensschichten in der Schweizer Politik bin ich einverstanden, es muss niemand studieren oder reich sein, um diskutieren und mitbestimmen zu dürfen.
    Und noch einmal zu den Exekutivämtern und dem Parlament: Es geht um eine Art Kooperation. Und wenn Sie das Gefühl haben, diese Art der Kooperation zwischen der Partei SVP und ihren VertreterInnen in der Exekutive funktioniere, dann kann ich gegen dieses Gefühl nichts einwenden. Ich habe das starke Gefühl, diese Art von Kooperation stimme nicht; und SVP-ExekutivpolitikerInnen haben deshalb in Regierungsämtern das konstante Problem, dass sie keine Kompromisse schließen dürfen, welche von der Parteilinie abweichen. Diese Art von Problemen sehe ich bei der SP heute nicht – in der Vergangenheit, als die SP noch sozialistisch ausgerichtet war, gab es die sicher. Und dass MigrantInnen mit SP sympathisieren, habe ich wohl nicht gesagt.

  20. @Odin: Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, zu erklären was Sie unter „Abendland“ denn genau verstehen. Trotzdem halte ich die Unterscheidung nicht für sehr hilfreich, und zwar aus verschiedenen Gründen:

    Allgemein tendieren Sie dazu, die aktuelle Situation, wie Sie sie sehen, zu beschreiben und dann – sozusagen rückwirkend – aus der Geschichte zu erklären. Diese Sichtweise birgt einerseits die Gefahr, dass alles, was für die tatsächlich geschehene Entwicklung spricht, überbewertet, gegenläufige Entwicklungen dagegen wenig gewichtet werden. Ein Beispiel: Dass Sie den Gegensatz zwischen Islamischen und Nicht-Islamischen Ländern als zentral empfinden, liegt in der politischen Entwicklung der letzten Jahre begründet. Bis 1989 war dies Unterscheidung kaum relevant, die Welt war geprägt vom Gegensatz der „freien“ westlichen Welt und den Ländern des „real existierenden Sozialismus“. Diese Position beruht – gemäss Ihren Kriterien – auf den selben kulturellen Grundlagen, wäre also abendländisch. In gewissen Bereichen (unsere Aufklärung, unsere Reformation, unsere Wertevorstellungen, unsere Sozialisierung von geknechteten zu berechtigten Individuen, (…)unsere Geisteswissenschaften , (…) die Frauenrechte ). Die Frage, ob ein Land „christlich“ oder „islamisch“ ist spielte während mehr als fünfzig Jahren in der Art und Weise, wie praktisch alle die Welt betrachteten keine Rolle. Andererseits ist die Gefahr dabei gross, davon auszugehen, dass zwischen Dingen, die nacheinander passieren, ein kausaler Zusammenhang bestehe und die historische Entwicklung zwingend in der heutigen Situation hat enden müssen (teleologische Geschichtsbild), was durchaus nicht der Fall ist.

    Klar waren einige Vorstellungen, die zu demokratischen Verhältnissen geführt haben, von Überlegungen griechischer Philosphen geprägt. Wenn dies jedoch eine kontinuierliche Konstante in der Geschichte gewesen wäre, wie ist es dann zu erklären, dass zum Beispiel ausgerechnet Griechenland bis weit ins 20. Jahrhundert hinein keineswegs ein demokratischer Rechtsstaat war, tatsächlich die Demokratie ins der überwiegenden Mehrheit der Staaten des „Abendlandes“ erst nach dem zweiten Weltkrieg sich durchsetzen konnte? Wie lässt es sich erklären, dass die Schweiz – mit Ihrer grandiosen, angeblich jahrhundertealten demokratischen Tradition – das Frauenstimmrecht 1971 einführte, die Türkei aber schon 1930? Der demokratische Rechts- und Nationalstaat ist ein Produkt der Aufklärung, der Revolutionen in Frankreich und Amerika und stellt – auch in der Schweiz – einen klaren Bruch mit den Rechts- und Staatsvorstellungen des „Ancien Régime“ dar, auch in Kantonen, wo vorher protodemokratische Verhältnisse herrschten.

    Zudem wurden viele der von Ihnen erwähnten Vorzüge unserer „Kultur“ gegen – teilweise erbitterten – Widerstand der Kirchen und der christlich geprägten Politiker durchgesetzt. Kulturkämpfe beginnen nicht mit einem bestehenden Gegensatz, dieser wird vielmehr aus politischen Motiven konstruiert und oftmals in vermeintlich historische Zusammenhänge gestellt.

    Kurz: „Der Islam“ als Feindbild hat mehr damit zu tun, dass man ein Feindbild benötigt (weil sich „die Russen“ als BöFei dummerweise nur noch schlecht eignen), als mit einer tatsächlichen Bedrohung, auch wenn Integration eine grosse Herausforderung bleibt und bleiben wird, allerdings sind soziale Komponenten dabei viel schwieriger, aber auch wichtiger als die Religionsfrage.

    In einem Punkt sind wir wohl in der Diskussion weitergekommen: Die Frage, ob die SVP die einzige rechte Partei in der Schweiz sei. Sie führen Ihren Standpunkt nochmals detailliert auf, wofür ich Ihnen danken möchte. Genau darin liegt aber ein Fehler: Sie betrachten die Streitfrage als eine Prämisse. Ihr Schluss daraus ist durchaus korrekt, nur müsste genau diese Aussage schlüssig belegt werden, da ich sie ja bestreite. Ihre zweite Prämisse müsste die Konklusion darstellen, wie ich es unten beschrieben habe. Ihr vorgehen führt zu einem Zirkelschluss, sie beisst sich sozusagen selber in den Schwanz.

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