Kuriositäten am Montagmorgen – Von Grünen, Autos und Hasspredigern

Es ist zwar heller am Morgen – aber offenbar ist das nur ein Wetterphänomen und hatte noch keinen Effekt denkende Menschen:

  1. Bastien Girod.
    Natürlich ist der Zürcher Beau der Grünen auch ein Intellektueller. Und ein begnadeter Kommunikator. Und ein Populist. Anders kann man es sich nicht erklären, dass er
    a) zusammen mit Yvonne Gilli ein Positionspapier entwickelt, in dem eine Beschränkung der Migration als eine Massnahme für die Erhaltung der Lebensqualität in Erwägung gezogen wird
    b) dieses Papier dem Sobli zuspielt
    c) mit dem Titel »Einwanderung bremsen!«dort auch erscheint.
    Damit darf er gerne den Wechsel zu den Grünliberalen in Erwägung ziehen – von der grünen Basis sollte er wohl keine Stimmen mehr erhalten.
  2. Die Freiheitspartei Autopartei
    Was ich in Blogeinträgen schon oft gesehen habe, sind durchgestrichene Wörter. Den Effekt wollte ich auch mal einbauen: Voilà.
    Die Partei hat schnell den Namen gewechselt, weil man als Freiheitspartei kaum Minarette verbieten lassen kann. Die offizielle Argumentation hat irgendwas damit zu tun, dass Autofahrer als »potenziell Kriminelle« behandelt würden. Das Problem bei dieser Argumentation: Autofahrer sind potenziell Kriminelle. Auch Jean Ziegler ist ein potenziell Krimineller. Auch ich bin ein potenziell Krimineller. Und so werde ich auch behandelt, also kann das nicht wirklich der Grund sein.
  3. Der Tages-Anzeiger
    Die Anbiederungspolitik bei der Zielgruppe des Boulevards geht konsequent weiter: Mit einem Artikel, der aus der Feder einer der Weltwoche-Edelfedern (auch Wortspiele wollte ich mehr machen) stammen könnte, wird in bester Verschwörungstheoriemanier die drohende Radikalisierung von Muslimen beschworen: Hassprediger in Schweizer Moscheen. Die Argumentation läuft so: Gerade weil Muslime (außer »Ali Tunali, ein 42-jähriger Slawist, Taxifahrer und Dolmetscher«) leugnen, dass eine Radikalisierung stattfindet, findet sie wohl statt. »Wahhabitischen Glaubenssätze« wie ein Verbot des Musikhörens und ein Wachsenlassen des Bartes mit rasiertem Schnauz sind denn auch (natürlich versteckt) immer mehr zu beobachten. Gerade weil es scheint, viele Moslems hörten Musik und hätten sich rasiert, muss man annehmen, dass sie insgeheim doch keine Musik hören und sich einen Bart wachsen lassen, ergo Fundamentalisten sind.
  4. Cédric Wermuth vs. Doris Leuthard
    Während Wermuth eine mediale Kampagne scheinbar unbeschadet überstanden hat und in den Einwohnerrat in Baden gewählt worden ist, reagiert Doris Leuthard im Sonntag auf der Metaebene auf das Bluthändeplakat; und meint wohl, »guter Geschmack«und eine »integrierende Politkultur« beinhalteten, Waffenexporte aus wirtschaftlichen Gründen nicht als Blutvergießen darzustellen:

Seit mehreren Jahren werden politische Themen personalisiert, emotionalisiert und visualisiert. Das ist legitim, führt aber leider immer wieder zu Aktionen, die die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Das untergräbt letztlich eine lebendige, integrierende Politkultur. [Quelle]

    Wermuth hingegen hat gesagt, das Plakat meine »wortwörtlich« das, was es darstelle (während beispielsweise bei dem Minarett-Plakat immer gesagt wird, es zeige eben nicht das, was es darstelle) – und dagegen einen Einwand außer den »guten Geschmack« zu finden, ist wohl schwierig. Schwierig ist es auch, mit »gutem Geschmack« über Waffenexporte zu sprechen.

One thought on “Kuriositäten am Montagmorgen – Von Grünen, Autos und Hasspredigern

  1. Gibt es eigentlich im Kanton Zürich irgendein ungeschriebenes Gesetz, dass man sich rechts der Rechtsparteien positionieren muss, um als Linkspartei Erfolg zu haben?

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