Wenn Väter und Töchter… – »Purity Ball«

For Fathers
I (Daughter’s Name)’s Father, choose before to God to war for my daughter’s purity. I acknowledge myself as the authority and protector of my daughter’s virginity, and pledge to be a man of integrity as I lead, guide, and pray over my daughter and her virginity – as the High Priest of my home.
For Virgins
I (Name) pledge my purity to my father, my future/husband and my Creator. I recognize that virginity is my most precious gift to offer to my future husband. I will not engage in sexual activity of any kind before marriage but will keep my thought and my body pure as a very special present for the one I marry.

Solche »Pledges« legen Väter und ihre Töchter (die jüngsten sind vier Jahre alt) an einem so genannten »Purity Ball« ab. Was könnte das sein? Es ist ein »Formal«, d.h. ein Anlass, für den ein in den Augen Amerikaner festlicher Hotelsaal gemietet, dekoriert und von aufgebrezelten Vätern und Töchtern besucht wird, um dort die eigene Reinheit zu feiern. Nein, das ist nicht ein Anlass, der von wenigen Sonderlingen besucht wird – in den USA gibt es jährlich 4000 davon; neuerdings auch für Jungs [Quelle: Time]. Dass sowas gut zu einer Kultur passt, welche Abstinenz für eine poltisiche und erzieherische Massnahme hält, welche zur Prävention von Teenagerschwangerschaften und Ansteckungen mit HIV tauglich sei, versteht sich von selbst. Dass aber Väter eine libidinöse Verbindung mit ihren Töchtern treten sollen, ihnen einen Ring geben, sich zum Hüter ihrer Jungfräulichkeit ernennen – das ist dann doch etwas mehr, als ein durchschnittlicher Europäer verkraften könnte. Einer der Väter sagt: »I never planned to have nine children by seven women« – und das sei der Grund, warum er seinen Töchter nun das Konzept Enthaltsamkeit näher bringen wolle. (Er ist übrigens künstlicher Befruchter von Beruf; wie die Time auch verrät.) (Abgesehen davon ist es etwas schleierhaft, warum Jungfräulichkeit ein Geschenk sein soll und wie und wo Gott genau kommuniziert hat, dass man vor der Ehe keusch sein soll.)

Bevor uns Youtube zeigt, wie so was genau aussieht, noch der Pledge derjenigen, die schon einmal unrein gewesen sind, nun aber in den Stand der Jungfräulichkeit zurückkehren wollen, »secondary virgins«:

For Secondary Virgins (those who have engaged in promiscuous behavior) and wish to recommit themselves to lives of purity)
I (Name) re–pledge my purity to my father, my future/husband and my Creator. I now recognize that virginity is my most precious gift to offer my future husband. I deeply regret and will never again engage in sexual activity of any kind before marriage but will keep my thought and my body pure as a very special present for the one I marry.

Buchen kann man übrigens hier, oder hier.

One thought on “Wenn Väter und Töchter… – »Purity Ball«

  1. HAARSTRÄUBEND!!!
    Vor allem die Tanzszene, inzestuös oder wat?
    Ebenso bedenklich der Spannteppich der feierlichen Venue und die Ästhetik des fundamentalistischen Haushalts!

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