Backlinks – oder ist bloggen arbeiten?

Mir wurde die Ehre eines Posts auf winkelried.info zuteil – was kaum verschwiegen werden kann und auch verlinkt werden muss. Jemand hat sogar mein Facebook-Profil gefunden. Etwas geehrt fühle ich mich, dass mein Bloggen als Arbeit taxiert wird, was man sich wohl nur so zurechtlegen kann, dass damit eine »linke« Form von Arbeit gemeint ist. Was darunter zu verstehen sein könnte, will ich nun nicht zu plastisch ausmalen, ich überlasse es der Phantasie des Lesers.
Eine Behauptung möchte ich gerne mit Fakten etwas widerlegen: Nämlich, ich hätte heute aufgrund des Links auf Winkelried »10 fache besucher als sonst«. Hier ein Auszug aus meiner Google-Analytics-Page:
Und zwei Vorwürfe möchte ich wiederholen: Was so genannte »Eidgenossen« oder sich bewusst rechts vom bürgerlichen Lager positionierende Menschen betrifft, so meine ich mit »braun«, dass sie nationalsozialistisches Gedankengut vertreten. Nicht immer ganz deutlich, aber immer wieder Holocaust-Leugner unter dem Deckmantel der Meinungsäußerungsfreiheit verteidigen, Rassenkonstruktionen mit Tatsachen verwechseln, den Begriff »Volk« verwenden, als handle es sich bei der Bevölkerung um eine Einheit, die so denke wie man selbst, Intellektuelle grundsätzlich verunglipfen und verhöhnen, bei Neonazi-Vorfällen nicht über die Sache sprechen, sondern auf andere Vorfälle mit Linksautonomen verweisen, genauso wie nicht über Nazi-KZ gesprochen wird, sondern über den russischen Gulag – ich will nicht weiterschreiben, das Muster dürfte bekannt sein. Das meine ich mit »braun«.
Zweiter Vorwurf: »Anti-Linkes« Gedankengut (wie kann eine Haltung vernünftig sein, die sich gegen etwas richtet?) ist

  1. nicht durchdacht (aus den Kommentaren im Winkelried.info-Beitrag: »In der Schweiz existiert eine Win-win-Situation zwischen den Parteien von ganz links bis tief ins bürgerlich liberale Lager: Die machen unser Land zur Sau! muss ich noch mehr schreiben….« (ja, gerne, denn wie soll ich das verstehen?) »in seinem neusten Post macht der Wefler – der Autor des verlinkten Artikels – uns auch noch für den Holocaust verantwortlich. Das kann man leider nichts mehr machen, der ist ein Fall für den Psychiater.« (mache ich irgendwen für irgendwas verantwortlich – ausser für unsauberes und unethisches Denken?) »Vielleicht habt ihr auch schon auf anderen Internet-Seiten Kommentare gelesen. Wenn jemand dort einen Kommentar etwas nach rechts schreibt, wurde er sofort von linker Seite in Beschuss genommen. Und so etwas nennen die also freie Meinung, da kann ich nur lachen.« (ja, die Meinung zu äußern nennen gewisse Leute tatsächlich »freie Meinungsäußerung«)
  2. auf der Annahme einer linken Verschwörung aufgebaut (»Die Linken machen das Land aus ideologischen Gründen […] und die angeblich so Netten aus purer Einfalt, Naivität, Blödheit und Dummheit kaputt.« – »Das ist sehr schlechte linke Propaganda aber etwas kann man daraus schliessen vor Winkelried.info haben die Angst und linke hören nie gerne die Wahrheit und darum braucht es eine ehrliche Meinung so einer wie Winkelried jeder Schuss ein Treffer ins Schwarze.« (Wahrheit hörte ich gerne, Meinung nur dann, wenn sie mit Warhheit etwas zu tun hat, auch wenn sie noch so ehrlich ist… Wahrheit ist aber das, was andere nachvollziehen können und nicht nur ein Kreis Eingeweihter) »Linke sind wie Pestbeulen die Hochkonjunktur haben und wollen sich überall Einnisten und Verbreiten, was Bazillen eben am besten können.« (okay, das scheint logisch zu sein)
  3. recht schnell beim Abfertigen Andersdenkender, ohne wirklich nachzuvollziehen, was da gedacht worden ist (»in seinem neusten Post macht der Wefler – der Autor des verlinkten Artikels – uns auch noch für den Holocaust verantwortlich. Das kann man leider nichts mehr machen, der ist ein Fall für den Psychiater.« (das wäre dann ich) – »Diese ca. 17-Jährigen Kretin muss man ja nicht wirklich ernst nehmen, der soll erst einmal arbeiten und in die tiefen Abgründe der Schweizer Selbstzerstörungspolitik schauen bevor er linke Parolen nachplappert.« (und das auch)

Vorläufig würde ich mal bei meinem Urteil bleiben. Und Angst bekomme ich immer, wenn viele Menschen ein Gedankengut vertreten, das in mehreren Hinsichten schief ist.
So, nun warte ich wieder auf Kommentare…

One thought on “Backlinks – oder ist bloggen arbeiten?

  1. Seiten wie winkelried.info haben durchaus was Faszinierendes – so eine Art Minderbemittelten-Porno –, aber Versuch, hier mit jemandem diskutieren zu wollen, ist vergeblich. Da kann man seine Zeit wahrlich besser nutzen.

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