Ich oder sie…

I am back.
Drei aktuelle Themen, bei denen mich interessiert, ob ich falsch denke – oder andere…

  1. Die SBB ist an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt und denkt laut darüber nach, Pendler mit negativen Anreizen dazu zu bewegen, die Stosszeiten zu meiden.
    Reaktion: Ein Aufschrei der Pendler, die – so das beliebte Argument – ihre Arbeitszeiten nicht wählen können.
    Ich: Aber sie können ihren Arbeits- oder Wohnort wählen. Niemand wird zum Pendler gezwungen. Tiefere Steuern in der Agglo und Steuerabzüge für Arbeitsweg sind Anreize zum Pendeln, Aufschläge der SBB korrigieren diese falschen Anreize. Die Schweiz kann es sich nicht leisten, immer mehr Transport zur Verfügung stellen zu müssen, die Leute müssen vermehrt wohnen, wo sie arbeiten.
  2. Finanzkrise. Meine Analogie zu einer Bank wäre ich. Ich habe etwas Geld, verdiene etwas Geld, gebe etwas Geld aus. Nun lege ich das Geld an. Ein bisschen hier, ein bisschen da, aber immer so, dass ein Teil verloren gehen könnte, ohne dass meine Einnahmen, meine Ausgaben, mein restliches Geld gefährdet sind. Nun ist mir klar – eine Bank arbeitet auf einer anderen Komplexitätsstufe. Was ich aber nicht verstehe: Wie kann es sein, dass einige Banken ihre ganze Existenz auf Spiel gesetzt haben (oder das tun mussten, um genügend profitabel zu sein)?
  3. Digitale Downloads seien Diebstahl, habe ich eben in der Zeit gelesen. Wert der Kreativität, Künstler arbeiten nicht für gratis etc. Aber: Wie bemisst sich denn der Wert von etwas – z.B. von einem Musikstück? Die Analogie der Musikindustrie: Der Künstler stellt ein Produkt her, für das Produkt muss bezahlt werden. Fehler in der Analogie: Erstens gibt es kein Produkt, bevor es nicht einen Vertriebskanal gibt, zweitens stimmt das mit dem Bezahlen nicht, weil wir nicht für Laub aus dem Wald bezahlen, sondern nur für Dinge, die rar sind und uns nicht zufliegen.
    Künstler müssten für ihren Aufwand entschädigt werden. Nur werden sie das ohnehin nicht, nur sehr weniger erhalten sehr viel Geld, die meisten erhalten fast nichts. Das hat nichts mit illegalen Downloads zu tun, sondern damit, dass Künstler nicht für ihren Aufwand entschädigt werden, sondern für einen obskuren Erfolg, dessen Bedinungen die einer Industrie sind, die sich wiederum scheinbar an Bedürfnissen der Kunden orientiert, die aber gleichzeitig selbst zu kreieren vermeint.
    Oder noch einmal: Von einer gekauften CD erhält der Künstler im besten Fall 2 Franken. Seine Idee ist pro Song gerade mal 20 Rappen wert. Verkaufe mich digitale Songs für 20 Rappen (die der Künstler erhält), und ich kaufe die Platte. Die Infrastruktur für den Vertrieb stelle ich selbst zur Verfügung, meine Harddisk ist gekauft und nicht gestohlen, mein Internetzugang abonniert und nicht schwarz. Ich brauche die Industrie nicht – und gerade hier liegt das Problem.
  4. Und noch etwas, ich weiss, vier Punkte wären genug, aber was ist mit den Lobbyisten im Schweizer Parlament los? Die Pharmalobby diktiert Abstimmungsergebnisse nach Belieben, Parallelimporte bleiben verunmöglicht, hohe Preise erhalten – ohne dass Argumente in Sichtweite wären. Da denkt man doch, wir lebten in einem wenig korrupten Land.

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