Mehr lebende als tote Menschen – das Hamlet-Problem

In Jonathan Safran Foers letztem Roman, Extremely Loud & Icredibly Close, erwähnt der Ich-Erzähler, er habe in National Geographic gelesen, es gäbe mehr lebende Menschen als je gestorben seien. Oder anders formuliert: Wenn jede lebende Person gleichzeitig Hamlet spielen möchte und dazu einen Totenkopf braucht, gäbe es zu wenig Totenköpfe. Stimmt das? Nicht so einfach zu beantworten. Angenommen, es habe einmal den Moment gegeben, an dem es gleich viele Tote wie lebende Menschen gegeben hat, z.B. 10 oder 10’000 oder 10 Millionen.
In diesem Moment überlegen wir uns: sterbende Menschen pro Zeiteinheit (z.B. an einem Tag) – neu geborene Menschen pro Zeiteinheit.
Angenommen, an einem Tag sterben 2 Menschen und 3 werden neu geboren. Dann gibt es sicher Bevölkerungswachstum. Doch sind immer noch gleich viele tot wie lebendig? Nachrechnen ergibt:
Tote: 10+2 = 12
Lebende: 10-2+3 = 11
Wir sehen schnell: Es müssten doppelt so viele Menschen geboren werden, wie sterben, und das jeden Tag. Ob das so ist, oder nicht (bzw. schon immer so gewesen ist), können Demographen beantworten. Und sie sagen Folgendes:
Es gibt ungefähr 100 Millarden tote, aber nur ungefähr 7 Millarden lebende Menschen. Schluss: Stimmt nicht. Urban Legend. Faktoid. Aber ein Partyklassiker, wenn man nur die Zahlen etwas hinbiegt, z.B. pro Sekunde sterben 1.3 Menschen, aber es werden 3 neue geboren, also…

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