Noch einmal: Wie viel Staat schon wieder?

Nun ist es also so („it is aso“) – am Montag breche ich zu einem „subsidiären Sicherheitsdienst“ auf, d.h. ich bewache in Genf und oder Bern Botschaften. Welche dürfte ich nicht sagen, selbst wenn ich es wüsste.

Ist das nun ein Auftrag, den der Staat übernehmen muss? (Gibt es einen militärischen Auftrag, den der Staat übernehmen muss, so ganz generell, aktuell?) Und: Wie rechnet sich das volkswirtschaftlich? Ich erhalte während drei Monaten von meinem Arbeitgeber und dem Bund meinen Lohn weiter bezahlt, während ich vertreten werde. Dafür leiste ich einen Dienst, für den ein Wachmann besser qualifiziert wäre (und für den er wahrscheinlich weniger verdienen würde, als ich verdiene). Rechnet sich das?

Und wenn es sich nicht rechnen muss, weil das halt das Milizsystem ist („it is aso“) und ein Staat wie die Schweiz vor seinen Bürgern keine Angst haben muss und nach Köppel-SVP-Logik ihnen deshalb ein Gewehr geben soll, das sie samt Munition zuhause aufbewahren; dann also leiste ich Militärdienst, damit das eben gerade kein Profi tut, der dann die Bodenhaftung verlieren könnte und etwas tut, was niemand will. Das scheint eine Begründung zu sein, der selbst ich mich, obwohl ich alles lieber tät als in diesen WK gehen, nicht verschliessen kann.

Wenn wir schon bei der Frage sind, warum ich das nämlich tue, denn es gäbe ja Psychiater, Ärzte und Zivildienst, dann wird es noch einmal schwierig. Wenn ich wüsste, dass es nicht Verdrängung und Bequemlichkeit gekoppelt sind, könnte ich vollmundig mein Prinzip verkünden, wonach man in einer Demokratie auch Pflichten erfüllen muss, für die man selber nicht eintreten würde. Und, dass es heuchlerisch wäre, zu sagen man sei krank, wenn man es nicht ist, und ebenso zu sagen, man könne nicht mit gutem Gewissen Militärdienst leisten, wenn man sich selbst und seine Angehörigen verteidigen würde. So prinzipiell und ehrbar würde ich dann argumentieren.

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