Michael Manns Filme

Güzin Kar, die mittlerweile den Status einer Cervelatprominenten beanspruchen kann, Weltwoche sei Dank, meldete sich dort kürzlich zu Manns neuestem Film Miami Vice zu Wort (Zitat siehe unten).
Die beiden Filme stehen unter dem Motto „A man’s gotta do what a man’s gotta do…“ und zeigen, dass diese Männer auch noch Frauen haben – die, so sieht man, nicht ganz so begeistert sind, dass sich ihre Männer bis zur Sinnleere in ihre Aufgabe stürzen, irgend einen Gangster zu jagen, irgendwelche Millionen anzuhäufen – und sie ja was anderes machen würden, wenn sie nur könnten. Und letztlich sagen Sie, dass es keine Beziehung zwischen Männern und Frauen geben kann, da nur Frauen sich anpassen können und Männer keinen Schritt neben ihre Natur machen können.
Und letztlich sind diese Filme auch eine Absage an die Vorstellung, eine Tätigkeit habe eine Form und einen Inhalt, es spiele eine Rolle was man tut, nicht wie man es tut. Ob Drogendealerin oder Undercoveragent, ob Raubüberfaller (ob es dieses Nomen wirklich gibt) oder Inspektor – eigentlich tun sie alle das gleiche, fahren teure Autos, arbeiten Tag und Nacht, opfern sich, andere und ihre Ideale für das, was sie tun.
Und damit, hier liegt Frau Kar ganz richtig, zeigen Sie uns etwas aus unserem Leben – so leben wir nämlich häufig auch. Wir werden zynisch, wir lassen uns auf nichts mehr ein, wir können nicht anders – auch wenn wir keinen Ferrari fahren und keine geladene Waffe tragen.

Schauen Sie sich den Film gemeinsam mit dem Menschen Ihres Herzens an. Wenn er oder sie den Film nicht mag, rate ich Ihnen, Monsieur oder Madame galant zum Ausgang aus Ihrem Leben zu begleiten und zu verabschieden. Für immer. Er oder sie wird Sie nicht verstehen. Nie. Wenn Sie selber den Film auch nicht mögen, können Sie sich gemeinsam aus der nächsten Videothek einen Western holen und Ihr Kind Kevin taufen. Aber falls auch Sie nach dem Film das Gefühl haben, die Männer (und Frauen) etwas besser zu verstehen, muss ich Sie vorwarnen: Das Gefühl hält nur zwei Tage an. Danach ist alles wieder beim Alten. Aber zwei Tage sind mehr, als wir je zu hoffen gewagt hätten.
Güzin Kar, Weltwoche 33/06

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