Rezension "Indecision"

Habe mich ja grad über Determinismus ausgelassen – dazu passt wohl auch Kunkels Indecision. Ein urbaner New Yorker mit abgeschlossenem Philo-Studium ist unentschlossen: Er weiss weder, was er arbeiten soll, noch wo er wohnen soll und wie er eine Beziehung führen soll. Momentan arbeitet er im Tech-Support für Pfizer, wohnt in einer WG und ist mit Vaneetha zusammen, die ihn weder besonders begeistert noch besonders abstösst. Seine Familie ist ein Chaos, seine Mutter in der Midlife-Crisis, sein Vater vereinsamt zunehmend und seine Schwester in einer Art Dauerrebellion begriffen. Die ist es denn auch, die ihm in seiner Untentschlossenheit hilft und ihn überzeugt, seine Schulfreundin in Ecuador zu besuchen. Dort erlebt er dann einiges und verliebt sich schliesslich nach einigen Abenteuern noch so richtig – ohne dass das Themas Indecision vom Tisch wäre.
Ein unterhaltsames Buch, in dem angesprochen wird, was uns heute umtreibt – was bewegt einen, wenn man alles kann, wenn Geld genug da ist, das Leben ein leeres Blatt und man alle Entscheidungen von Grund auf selber treffen muss. Wogegen rebelliert man, wenn man alles darf, wofür soll man sich entscheiden, wenn alles andere vielleicht besser ist?
Doch letztlich fehlt dem Buch an Drive, die Hanldung plätschert vor allem im ersten Teil vor sich hin, die Exposition ist zu lang und die Dialoge zuweilen komisch und surreal, aber eben nur zuweilen.

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