Was mich am Schweizer Fernsehen aufregt

Die Punkte sind nummeriert, aber nicht geordnet.

1.
In Schweiz Aktuell und in der Tagesschau wird im Abstand einer halben Stunde über das Gleiche berichtet.

2.
a) Eine Wettersendung wird von einem Dach gesendet (auf dem sich ein Swimmingpool befindet).
b) Sie wird moderiert von Moderatoren und Moderatorinnen, die mit korrektem, flüssigem Schweizerdeutsch Mühe haben.
c) Zum Glück gibt es keinen roten Knopf mehr (wofür brauchte man den genau?).

3.
a) Die Fernsehzuschauer bezahlen Gebühren für SF.
b) Z.B. für Sendungen wie MusicStar, Deal Or No Deal, Glanz&Gloria. Populäre Sendungen ohne Anspruch und Niveau – die auch bei Privatsendern angeboten werden.
c) Obwohl die Zuschauer zahlen – können Sie noch Clubmitglied werden, um wirklich „mitsprechen“ zu können. Aber sie bezahlen ja schon!

4.
Service Public bei den Medien bedeutet kaum, die ganze Schweiz mit Gebührenunterhaltung zu versorgen. Wer Unterhaltung will, kann dafür bezahlen – Informationen sind Service Public.

5.
Die Tagesschau schafft es nicht mehr, News vernünftig zu hierarchisieren. Die Konzentration auf Trivialereignisse aus der Schweiz und die Vernachlässigung der wichtigen Ereignisse im Ausland ist besorgniserregend.

6.
Professionalität ist nicht besonders wichtig bei SF. Eine Art Kuschelmentalität führt dazu, dass wir seit Jahren inkompetente und unkritische Sportmoderation geniessen, schlecht ausgebildete Sprecherinnen und Sprecher haben und Showformate vorgesetzt bekommen, die der Intelligenz jeden Zuschauers spotten (beispielsweise 5gegen5).

7.
In der letzten Weltwoche (01/07) meint Zimmermann, Schellenberg habe dem SF die Quotenorientierung beschert. Danke. Wer die Zuschauer entscheiden lässt, was sie sehen wollen, vergisst, dass sie das gar nicht wissen, sondern es sich von anderen sagen lassen. Wenn man sich also nach ihnen richtet, so richtet man sich nach den anderen. Klingt recht trivial, doch ich glaub das recht stark. Medien müssen innovative Angebote anbieten und durchhalten – v.a., wenn sie Gebührengelder erhalten und der Publikumserfolg sekundär ist. Sonst könnten sie sich ja problemlos durch Werbung finanzieren, wenn sie so gute Quoten haben.

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