Wie ich Freier Trauredner wurde – eine neue Karriere?

Als ich im Sommer 2021 auf einer kleinen (Corona)-Hochzeit war, wurde die Zeremonie nicht klassisch kirchlich vollzogen. Es gab eine Freie Trauung auf einer wundervollen Wiese vor einem alten Gutshof.

Das Ambiente gefiel mir sehr, es war locker, entspannt, persönlich und es gab viel zu lachen. Man merkte, dass das Paar ihre eigene Note einbringen konnte. 

Nach der Trauungszeremonie wurde Sekt gereicht und ich ging auf die Traurednerin zu, machte ihr ein Kompliment für ihre bewegende Rede und fragte, seit wann sie Traurednerin sei. 

Wir kamen ins Gespräch und mein Interesse war geweckt.

Der übliche Werdegang eines Trauredners

Eine Freie Trauung kann auch an ungewöhnlichen Orten stattfinden

Ich erfuhr, dass Trauredner kein geschützter Beruf ist. Dennoch gibt es einige Anbieter, die eine Trauredner Ausbildung anbieten. Es gibt Seminare und Webinare, die einem das nötige Wissen und auch etwas Praxis vermitteln. Wer ambitioniert ist, kann gleich eine Ausbildung zum “Freien Redner” machen und im Anschluss eine Prüfung vor der IHK ablegen. So hat man etwas “handfestes” erreicht und ist vielseitig einsetzbar. Die Ausbildung behandelt die folgenden drei Bereiche:

  • Trauredner
  • Trauerredner
  • Kinderwillkommensredner

Ist die Ausbildung absolviert, kann man die eigene Dienstleistung anbieten. Die meisten Redner sind selbstständig, arbeiten also auf eigene Rechnung. Das erlaubt viel Freiheit, erfordert aber auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung. 

Was mich an dem Beruf fasziniert

Ein Brautpaar erlebt den vielleicht schönsten Tag des Lebens. Als Trauredner darf man dabei sein, trägt dazu bei, dass alles reibungslos abläuft und lernt das glückliche Paar kennen. Auch die Gäste freuen sich für die beiden und den bevorstehenden Tag. Die Stimmung ist immer gut und ausgelassen. 

Was gibt es schöneres als hier einen Beitrag zu leisten und von glücklichen Menschen umgeben zu sein?

Eine gute Rede und Zeremonie bleibt auf Ewig in Erinnerung, kann das Publikum zu Tränen rühren und ist ein wichtiger Bestandteil des ganzen Tages. In die verliebten Augen der Braut und des Bräutigams zu blicken ist unbezahlbar.

Die Schattenseiten

Wie jeder Beruf hat auch der des Trauredners seine Nachteile. Hochzeiten finden meistens am Wochenende statt. Man ist zudem in die Planung und Organisation involviert und das erfordert eine gewisse Stressresistenz.

Eine gute Rede zu schreiben ist viel Arbeit. Zunächst muss man aufwändig den Kunden gewinnen, dann das Brautpaar kennen lernen und viele Stunden beim Schreiben verbringen. Anschließend gibt es eine Anreise zur Hochzeitslocation, wartet auf den Einsatz, hält seine Rede und bleibt auch im Anschluss noch einige Momente vor Ort. 

Auch wenn die eigentliche Rede nicht besonders lang ist, darf der zeitliche Aufwand nicht unterschätzt werden.

Meine Zukunft als Redner

Aktuell habe ich zwar die Ausbildung absolviert, allerdings noch keine Traureden gehalten. In meinem aktuellen Tätigkeitsfeld bin ich sehr eingespannt. Dennoch habe ich großes Interesse und sehne mich danach erste Erfahrungen sammeln zu können. Noch ist es zu früh für eine Entscheidung, doch ich habe Lust auf die Herausforderung und werde berichten, sobald es Neuigkeiten gibt!