Wie die Modeindustrie die Umwelt verseucht

Jeder Mensch möchte gerne gut aussehen, gesellschaftlich anerkannt werden und Ansehen genießen. Mode spielt hier eine wichtige Rolle. Sie verleiht uns Selbstvertrauen, drückt die Zugehörigkeit zu einer Gruppe aus und lässt uns unbeschwert den Tag genießen. Die Modeindustrie ist eine der größte weltweit und Produkte die in Deutschland verkauft werden kommen häufig aus zahlreichen Ländern, in denen günstige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Das beliebteste Material zur Herstellung von Mode ist Baumwolle. Diese wird häufig in der dritten Welt angebaut, geerntet und verschickt. Ihr Anbau verbraucht enorme Mengen an Wasser und Energie und der Versand nach Deutschland produziert viel CO2. Die Arbeitnehmer der Baumwollproduzenten leben meist in großer Armut und auch Kinderarbeit ist noch immer ein großes Problem.

Die Modeindustrie und unser Konsumverhalten ist für viel Leid weltweit verantwortlich. Es gibt jedoch einige Unternehmen und Verbraucher, die sich für einen Wandel einsetzen. Nachhaltige Mode gewinnt zunehmend an Bedeutung und erkämpft sich Marktanteile.

Second Hand Mode könnte 5% des Umsatzes ausmachen

Der Großteil der Baumwolle wird er Containerschiff verschickt

Ein einfaches Mittel um weniger Baumwolle produzieren und verschiffen zu müssen ist das Tragen von gebrauchter Kleidung. Second Hand liegt voll im Trend, ist preiswert und nachhaltig. Schätzungsweise 40% der gekauften Kleidungsstücke werden in einem so guten Zustand entsorgt, dass sie noch mehrere Jahre getragen werden könnte. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht mehr im Trend liegen und optisch nicht zu den neuen Kollektionen der Designer passen.

Gebrauchte Vintage Mode hat sich in einer nachhaltig denkenden Subkultur zu einem echten Trend entwickelt und erfreut sich großer Beliebtheit. Mit einem Vintage Windbreaker kann man in den richtigen Kreisen viel Anerkennung ernten und wer auf seinen ökologischen Fußabdruck achtet, trägt ihn mit Stolz und voller Freude.

Doch nicht alle Menschen auf der Welt können Second Hand tragen. Um gebrauchte Kleidung in großer Menge anbieten zu können, müssen zahlreiche Menschen Neuware kaufen und abtragen. Es wird deshalb geschätzt, dass etwa 5% des Kleidungsbedarfs in Deutschland durch Vintage Mode gedeckt werden kann.

Nachhaltige Produktion direkt in Deutschland

Einige Unternehmen haben sich darauf spezialisiert nachhaltige Kleidung in Deutschland zu fertigen. Das trägt dazu bei, dass durch den Transport weniger CO2 ausgestoßen wird und die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer deutschem Recht unterstehen. Durch die Verwendung von nachhaltigen Materialien wie beispielsweise Hanf kann zudem der Wasserverbrauch in trockenen Regionen reduziert werden.

Solche Produkte sind allerdings kostspielig, da die Produktion deutlich teurer ist und nur geringe Stückzahlen gefertigt werden. Sie werden somit ein Privileg der Besserverdiener bleiben.

Kleidung aus Recyclingmaterial

Seit einigen Jahren ist es möglich die verwendete Baumwolle aus hochwertiger Ware zu recyclen. Liegt er Baumwollanteil bei über 95%, kann ein Großteil des Materials gerettet werden. Schätzungsweise 30% recycelte Baumwolle kann bei der Produktion verwendet werden, was einen großen Beitrag zu einer nachhaltigen Produktion von Kleidung leisten kann. Noch ist der Prozess langwierig und teuer. Hoffentlich wird sich das in den nächsten Jahren grundlegend ändern, sodass auch preisbewusst lebende Menschen die Möglichkeit haben mit ihren Konsumentscheidungen die Welt zu einem besseren Ort zu machen.