Immer längere Wartezeiten für Burnout-Patienten

Burnout ist längst als eine echte Krankheit anerkannt und die Fallzahlen steigen dramatisch. Vor allem Corona und der dauerhafte Einsatz im Homeoffice haben dazu beigetragen, dass die Krankheitsfälle in die Höhe schießen. Trotz der rasenden Verbreitung gibt es viele Probleme und Hindernisse.

Eine Krankheit mit wenig Akzeptanz

Noch immer ist es so, dass breite Teile der Gesellschaft Burnout nicht als herkömmliche Krankheit akzeptieren. Wer erkrankt, hat es oft schwer im Anschluss wieder eine normale Karriere zu verfolgen und von den Kollegen und Vorgesetzten akzeptiert zu werden. Unter Burnout zu leiden gilt als schwach. In vielen Unternehmen und Teams wird man anschließend nicht mehr für relevante Projekte berücksichtigt, da man Angst vor einem weiteren Ausfall hat und vermutet, dass die erkrankte Person dem Druck nicht gewachsen ist.

Aus diesem Grund verschleppen viele Berufstätige die Krankheit, nehmen Symptome nicht wahr und verheimlichen die Problematik – mit dramatischen Folgen.

Eine Behandlung ist oft schwierig

Von dem Auftreten der erste Symptome bis zu ernsthaften Sorgen vergeht oft eine lange Zeit. Niemand möchte wahrhaben, dass  Hilfe benötigt wird. Entscheidet man sich dann endlich dazu einen Experten aufzusuchen, ist dieser häufig ausgebucht und man findet keinen Behandlungsplatz. In Deutschland ist auch Österreich herrscht in vielen Regionen ein starker Ärztemangel. Das betrifft vor allem Psychologen, aber auch Hausärzte und Dermatologen.

Erkrankte fühlen sich deshalb oft allein gelassen und vernachlässigt. Sie suchen Hilfe bei Freunden und im Internet und bekommen häufig Ratschläge, die nicht zu einer Besserung der Situation beitragen.

Bis eine professionelle Behandlung erfolgen kann vergehen oft etliche Monate, in denen die Betroffenen leiden und sich das Krankheitsbild verschlechtert.

Burnout ist eine ernstzunehmende Krankheit

Mögliche Lösungsansätze

Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt, doch eine gute Lösung wurde noch nicht gefunden. Der komplexe Sachverhalt stellt Betroffene aber auch die Ärzte und Krankenkassen vor eine schwierige Situation.

Ein Lösungsansatz ist die Entlastung der Ärzte, sodass diese mehr Zeit für die Behandlung weiterer Patienten finden können. Ein Abbau der Bürokratie und eine Digitalisierung der Praxen und Krankenhäuser könnte dazu beitragen, dass weitere Patienten betreut werden können, das Leid gelindert wird und man die Folgekosten der Erkrankung reduziert.

Abschließende Worte

Wer unter Burnout leidet, sollte sich nicht dafür schämen, die Symptome frühzeitig überdenken und sich Hilfe suchen. Langfristig ist es wichtig ehrlich zu sich selbst und auch zu den Kollegen zu sein. Wer zwanghaft versucht die Krankheit zu ignorieren, wird eine hohe Rechnung dafür zahlen müssen und der eigenen Gesundheit und Karriere deutlich mehr schaden, als mit einer frühzeitigen Behandlung.