Burnout – Ursachen, Symptome und Behandlungen

Seit einigen Jahren hat der gesellschaftliche Stellenwert von Burnout-Erkrankungen zunehmend an Bedeutung gewonnen. In den Medien wird wiederholt über Burnout berichtet. Hausärzte, Neurologen und Psychotherapeuten bieten nicht nur für Betroffene entsprechende Maßnahmen zur Prä- und Intervention an. Aus diesem Grund liegt die Frage nahe, warum Burnout in der heutigen Gesellschaft eine so große Rolle spielt: Tragen die modernen Umstände zu einer Ausbreitung bei oder konnte die Krankheit mittlerweile einfach nur gezielter erforscht werden?

Auf diese und weitere Bereiche soll der untere Leitfaden genauer eingehen. Er richtet sich sowohl an Patienten als auch an Angehörige oder Interessierte. Neben Informationen über Ursachen soll das darin enthaltene Wissen helfen, Burnout rechtzeitig zu erkennen. So können Betroffene noch im Anfangsstadium einen Arzt aufsuchen und angemessene Unterstützung bekommen.

Aufbau des Leitfadens

Zunächst wird eine allgemeine Definition über den Begriff ‚Burnout‘ gegeben. Auf ihm bauen die weiteren Kapitel schrittweise auf. Der Leser erhält Wissenswertes über Symptome und Anzeichen, gefährdete Personengruppen sowie über Unterschiede zwischen Burnout und Depression. Anhand eines beispielhaft dargestellten Krankheitsverlaufs lassen sich die verschiedenen Stadien genauer nachvollziehen.

Burnout – was ist das eigentlich?

Burnout - Vor allem Menschen mittleren Alters leiden unter der Krankheit

Jeder Arbeitnehmer kennt aus seinem Berufsleben gute und weniger gute Tage. Manchmal fällt die Arbeit schwerer, man hatte eine Auseinandersetzung mit dem Chef oder die Schicht endete später als erwartet. Am nächsten Tag trifft man schon morgens in der Teeküche auf sympathische Kollegen, die Tätigkeiten machen Spaß und der Chef ist wieder so ausgeglichen wie sonst.

So sieht ein durchschnittlicher Arbeitsalltag aus. Davon ist Burnout wiederum klar abzugrenzen:
Wer an Burnout leidet, ist im wörtlichen Sinn seelisch ausgebrannt. Er befindet sich in einem anhaltenden Erschöpfungszustand, der aus eigenen Stücken nicht bewältigt werden kann. Folglich ist bei Burnout nicht die Rede von einer etwas aufreibenden Phase, die nach wenigen Tagen überstanden ist. Burnout kann sich über Wochen und Monate erstrecken. Bei manchen Patienten werden aus Monaten Jahre. Es handelt sich um eine behandlungsbedürftige Erkrankung.

Die Krankheit ergibt sich nicht von heute auf morgen. Sie entwickelt sich in einem Prozess. Zu Beginn werden die ersten Symptome als vorübergehende Erscheinung unterschätzt. Schließlich geht es im Beruf immer mal stressig zu. Deshalb wird Burnout meistens erst dann erkannt, wenn die Beschwerden schon weit fortgeschritten sind. Eine ärztliche Diagnose erfolgt oft noch später.

Dennoch wird das Thema in der Öffentlichkeit deutlicher zur Sprache gebracht als noch vor einigen Jahren. Zum Einen konnten Forscher den statistischen Anstieg von Burnout-Fällen wissenschaftlich bestätigen. Andererseits wurden bessere Hilfsangebote geschaffen. Im Zuge dessen hat ein Teil der Betroffenen Mut gefasst, seine Probleme offen zu schildern.

Welche Personengruppen gelten als besonders gefährdet?

Grundsätzlich kann jede Person ungeachtet ihres Alters, Geschlechts oder beruflichen Hintergrundes von Burnout betroffen sein. Jedoch gibt es bestimmte Risikogruppen mit einer erhöhten Prävalenz.

Extrem ambitionierte Mitarbeiter, Personen mit bereits vorhandenen psychischen Beschwerden und Arbeitnehmer im Schichtdienst gelten als besonders anfällig für Burnout. Ferner begünstigen schlechte Arbeitsbedingungen das Erschöpfungssyndrom: Komplizierte Aufgaben, Zeitdruck sowie ein schlechtes Arbeitsklima sind nachteilige Faktoren. Daneben tritt Burnout innerhalb bestimmter Berufsgruppen gehäuft auf. Lehrer, Angestellter im sozialen Bereich, Mediziner oder Manager machen einen großen Prozentsatz der Patienten aus.

Hinweis

Im Gegensatz zum gängigen Klischee des tiefenentspannten Studenten leiden etwa 15 Prozent der Hochschulabsolventen an Burnout. Inzwischen verfügen fast alle Universitäten über Beratungsstellen, die sich mit der Problematik befassen. Als Grund wird die internationale Vereinheitlichung des Bachelorstudiengangs vermutet. Darüber hinaus fühlen sich Studienanfänger in dem ungewohnten Universitätsmilieu oftmals überfordert. Erfahrenen Studenten macht hingegen der konstante Leistungsdruck zu schaffen. Beides kann Burnout zur Folge haben.

Was sind die Ursachen für Burnout?

Burnout Ursachen - viel Arbeit, mangelnder Respekt und soziale Isolation

Zumeist liegen die Gründe für Burnout im beruflichen Umfeld. Dauerhafte Überanstrengung im privaten Rahmen kann auch zu vergleichbaren Symptomen führen. Klassisches Burnout als Krankheit kennt man allerdings nur aus der Arbeitswelt.

Zu den Ursachen zählen einerseits allgemeine Umstände, andererseits Persönlichkeitszüge des Einzelnen. Natürlich können mehrere Auslöser auch in gekoppelter Form vorliegen. Dementsprechend wahrscheinlicher wird eine Erkrankung.

Stereotypische Verallgemeinerungen für bestimmte Berufe (z.B. ‚als Manager ist man immer energiegeladen‘, ‚jeder Lehrer liebt seinen Job‘), Druck seitens des Arbeitgebers oder eine niedrige Entlohnung reihen sich bei den Burnoutfaktoren ein. Führungskräfte werden mit einem hohen Grad an Verantwortung betraut und müssen sich in ihrer Position mehr als die übrige Belegschaft beweisen. Nicht jeder Vorgesetzte ist dazu fähig, er fühlt sich unter Druck gesetzt und entwickelt Anzeichen für Burnout.
Angekündigte Personalkürzungen in Kombination mit fehlenden Führungsqualitäten auf der Chefebene verschlimmern das Stressniveau bei allen Mitarbeitern. Außerhalb des Arbeitsplatzes kommen private Belastungen als sprichwörtlicher ‚Brandbeschleuniger‘ in Betracht.

Soviel zu den äußeren Bedingungen. Auf sie hat der Beteiligte keinen direkten Einfluss. Die inneren hängen primär vom Charakter des Arbeitnehmers ab. Darunter fallen Verhaltensmuster wie:

– Eine Neigung zum Perfektionismus
– Übertriebener Anspruch an die eigenen Leistungen
– Die Unfähigkeit, nein zu sagen
– Überdurchschnittliches Engagement
– Selbstzweifel
– Subjekte Abhängigkeit von den wohlwollenden Meinungen Anderer
– Angepasstes Verhalten, um Konflikte zu vermeiden

Nach wie vor findet Aufklärung von Seiten der Arbeitgeber nicht flächendeckend statt. Spezielle Schulungen für die Belegschaft werden in vereinzelten Betrieben abgehalten. Standard sind sie jedoch noch nicht. Aus diesem Grund kennen sich weiterhin zu wenige Berufstätige mit der Thematik aus.

Hat Burnout etwas mit Charakterschwäche zu tun?

Definitiv nicht. An Burnout zu erkranken, ist keineswegs ein Zeichen von persönlichen Unzulänglichkeiten. Für den Betroffenen gibt es keinen Grund, die Schuld bei sich zu suchen.

Niemand ist unbegrenzt belastbar. Das Bewusstmachen der eigenen Belastungsgrenze kann sogar vor Burnout bewahren – indem man zu sich sagt: ‚Bis hier und nicht weiter. Sonst geht es mir schlecht‘. Manchmal braucht es dazu ein paar Anläufe. Teilweise verstehen auch Angehörige erst nach einer Weile, dass ein Burnout kein Synonym für Unfähigkeit ist. Im Gegenteil: Der Patient hat viel zu lange durchgehalten und seine gesamte Kraft für den Beruf hergegeben. Von mangelnder Arbeitsbereitschaft kann daher wirklich nicht gesprochen werden. Mit unsachlichen Schulzuweisungen würde man dem Betroffenen nur Schaden zufügen.

Verdacht auf Burnout – wer eignet sich als Ansprechpartner?

Sollte man bei sich selbst oder bei einer nahestehenden Person (Verwandter, Kollege, Bekannter etc.) beginnendes Burnout vermuten, ist zeitnahes Handeln nötig. Hier geht es nicht ums Dramatisieren, sondern um Sensibilität.

Als Gesprächspartner eignen sich Angehörige, (Haus-)Ärzte, Psychologen, aber auch Kollegen beziehungsweise der jeweilige Arbeitgeber. Letzterer sollte bei vermutetem Burnout grundsätzlich in Kenntnis gesetzt werden. Er kann den Mitarbeiter entlasten, indem er ihm weniger umfangreiche Aufgaben erteilt oder andere betriebsinterne Maßnahmen in die Wege leitet. Zugleich ist eine Unterhaltung mit einem Mitglied aus der Belegschaft ratsam. Möglicherweise hatte der Zimmerkollege vor Jahren dasselbe durchgemacht und kennt Anlaufstellen für Burnout-Erfahrene.

Im umgekehrten Fall kommen der Chef oder ein Kollege von der Kaffeerunde auf den Patienten zu. Fragesätze wie ‚Hast du mal einen Moment? Können wir einmal miteinander reden?‘ sind gute Einleitungen für einen Dialog auf Augenhöhe. In einer ruhigen Minute können beide Gesprächspartner ohnehin leichter über das Anliegen sprechen. Mit vorsichtig gewählten Worten wird der Verdacht auf Burnout unterbreitet. Anschließend kann sich der Betroffene zu der Annahme äußern. Falls sich die Vermutung bewahrheitet hat, werden gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet.

Glaubt man, dass ein Bekannter im privaten Freundeskreis von Burnout betroffen ist, darf man seine Hilfe anbieten. Oft kann schon ein einfaches Gesprächsangebot für den Betroffenen von Vorteil sein. Trotzdem sollte man sich nach dem Gegenüber und seinen Bedürfnissen richten. Dazu gehört, dass man seine Grenzen berücksichtigt. Aufgedrängte ‚gut gemeinte‘ Ratschläge bewirken oft eine Verschlechterung. Deshalb ist von aktionistischen Ideen Abstand zu nehmen. Auch unbedachte Aussagen wie ‚Nun sei mal nicht so wehleidig, reiß dich endlich zusammen‘ verschlechtern die psychische Verfassung des Patienten.

Üblicherweise kann eine Unterhaltung zwischen Betroffenem und Angehörigem keine ärztliche Therapie ersetzen – so nützlich sie für den Moment auch sein mag. Ebenso wenig beseitigt sie die Ursachen auf einen Schlag. Der Anfang wäre allerdings gemacht, wenn der Patient begreift, dass er in seiner Lage Hilfe braucht. Gewissermaßen dient solch ein Erstgespräch als emotionale Erste Hilfe. Unter Anderem wurden dafür Foren im Netz eingerichtet. Manche Betroffene suchen eine Selbsthilfegruppe auf oder halten ihre Empfindungen in einem ‚Burnout-Tagebuch‘ fest. Welche Ansätze für ihn persönlich erfolgsversprechend sind, muss letztlich jeder Patient eigenständig herausfinden.

Woran erkennt man Burnout? Symptome und Anzeichen

Die folgenden Verhaltensmuster deuten auf eine Burnout-Erkrankung hin. Sie vollziehen sich in Etappen über einen längeren Zeitraum hinweg.

Phase 1 – Gefährliche Euphorie

Anfangs macht sich das Burnout noch gar nicht oder nur sehr vage bemerkbar. Der Burnout-Kandidat findet noch Gefallen an seinen Tätigkeiten. Zuweilen stürzt sich auf seine Arbeitsbereiche, stellt an sich selbst strenge Erwartungen und will auf gar keinen Fall Fehler machen. Neben den Pflichtaufgaben nehmen viele Risikopatienten zusätzliche Aufträge wahr oder beteiligen sich an umfangreichen Projekten.

Phase 2 – Stimmungswandel

Burnout Symptome - schlechte Laune auf der Arbeit

Irgendwann kippt sein Befinden. Seit einiger Zeit macht dem Betroffenen die Arbeit ‚irgendwie kaum noch Spaß‘, obwohl er seinen Job früher recht gerne gemacht hat. Seine Aufgaben schafft er nicht mehr, immer öfter bleibt ein Teil davon unerledigt auf dem Schreibtisch liegen.
Dem Patienten scheint die Kontrolle über sein Aufgabenfeld zu entgleiten. Dadurch kommen erste Ohnmachtsgefühle auf.

Phase 3 – Konsolidierung der Symptome

Beim fortschreitenden Burnout fällt es morgens schwer, den Tag zu beginnen. Die Nachtruhe ließ zu wünschen übrig, der Betroffene hat zu wenig oder nicht tief genug geschlafen.
Schon auf dem Weg zum Arbeitsplatz fühlt man sich demotiviert und lustlos. Am Schreibtisch wirft man ständig einen Blick auf die Uhr und zählt die Stunden bis zum Schichtende.

Phase 4 – Pessimistische Grundhaltung

Im weiteren Verlauf ruft allein der Gedanke an die Arbeit Gereiztheit oder sogar Aggressionen hervor. Darüber hinaus geht der Patient seinen Hobbys kaum noch nach und zieht sich zurück. Somit kommt auch das Privatleben zu kurz. Spätestens jetzt besteht Handlungsbedarf. Andere Patienten berichten wiederum von einer aufgehellten Stimmung in der Freizeit. Daran wird der Unterschied zur lästigen Arbeitszeit deutlich.
Die seelische Verfassung macht den Burnout-Kandidaten empfindsamer gegenüber äußeren Einflüssen. Es kommt vermehrt zu Außeinandersetzungen zwischen ihm und seinen Kollegen. Auf der Arbeit fällt der Betroffene durch verschlechterte Leistungen auf. Von seiner Seite aus kommt es wiederholt zu Krankmeldungen, manchmal auch zum unentschuldigten Fernbleiben.

Phase 5 – Nichts geht mehr

Am Ende ist man überhaupt nicht mehr in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Selbst kleinste Aufgaben werden zu scheinbar unüberwindbaren Hindernissen. Körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen, diffuse Schwindelgefühle oder nervliche Zusammenbrüche sind ebenfalls keine Seltenheit.
An diesem Punkt bleibt vielfach nur noch die freiwillige Kündigung. Wenn jetzt noch kein Arztbesuch stattgefunden hat, muss baldmöglichst ein Termin gemacht werden. Nicht therapierte Fälle von Burnout ziehen die Psyche des Erkrankten erheblich in Mitleidenschaft. Schlimmstenfalls erscheint ein Suizid als einiger Ausweg. Dies gilt es zu verhindern.

Hinweis

Wenn sich an den Gegebenheiten auf dem Arbeitsplatz auf absehbare Zeit nichts ändert, sollte man über eine berufliche Umorientierung nachdenken. Auch das Kündigen aus eigenem Entschluss kann den seelischen Zustand verbessern. Deshalb sind solche Wege nicht etwa eine Notlösung, sondern der erste Schritt in die richtige Richtung.

Ein Ratschlag für Angehörige und Freunde: Bei Burnout-Patienten lässt sich mehrheitlich ein sozialer Rückzug während ihrer Krankheitsphasen beobachten. In dem Zusammenhang müssen nahestehende Personen auf die Befindlichkeiten des Betroffenen unbedingt Rücksicht nehmen. Gelegentlich nehmen Erkrankte soziale Verpflichtungen nur noch eingeschränkt wahr, um ihre freie Zeit zum Gesundwerden zu nutzen. Mehr Freiraum für eigene Interessen ohne den Kontakt zum Bekanntenkreis kann sogar bereichernd sein.

Burnout vs. Depression

Häufig wird Burnout mit einer depressiven Störung verwechselt. Zwar können beide Gebrechen parallel zueinander auftreten, dies geschieht jedoch nicht immer. Depressionen und Burnout sind zwei verschiedene Krankheiten.

Die Depression gehört zu den affektiven Störungen. Unter den Begriff fallen zum Beispiel auch Psychosen, Manien sowie bipolare Verhaltensweisen. Besonders schwer ausgeprägte Krankheitsbilder können mit einer psychischen Behinderung einhergehen. In diesem Fall ist der Patient auf intensive professionelle Betreuung angewiesen. Selbst wenn solch eine Situation nicht eintrifft, werden viele Erkrankte erwerbsunfähig.

Bei Depressionen stehen Symptome wie anhaltende Traurigkeit, Stimmungsschwankungen, innere Unruhe und/oder Interessenverlust im Vordergrund. Warnzeichen von Burnout sind vor allem Abgeschlagenheit, fehlende Motivation im Beruf sowie Versagensängste. Ais diesem Grund können auch Antidepressiva beim Erschöpfungssyndrom keine gesundheitliche Stabilisierung bewirken. Anstelle von Medikamenten braucht der Patient Entschleunigung.

Eine Burnout-Erkrankung wird von einem zu hohen Stressniveau ausgelöst. Die täglichen Anforderungen auf der Arbeit kann der Patient nicht mehr erfüllen. Dazu fehlt ihm die Kraft. Für depressive Störungen kommen weitaus mehr Ursachen infrage. Der berufliche Hintergrund nimmt hier eher eine untergeordnete Rolle ein. Stattdessen tragen private Probleme zur Entstehung von Depressionen bei. Allerdings kann auch eine betriebliche Kündigung dazu führen, dass der entlassene Arbeitnehmer depressiv wird. In der Fachsprache nennt man solche Verläufe auch ‚reaktive Depressionen‘. Der Betroffene reagiert mit depressivem Verhalten auf ein negatives Ereignis.

Darüber hinaus gibt es die sogenannte endogene Depression. Konkrete Ursachen sind augenscheinlich nicht vorhanden. Bei Burnout ist dies jedoch unmöglich. Hier liegt immer eine Ursache in Form von Stress zugrunde. Burnout-Fälle ohne erkennbaren Anlass wurden bislang noch nicht festgestellt. Deshalb sind depressive Erkrankungen vom Erschöpfungssyndrom zu differenzieren.

Abschluss zur Ermutigung

Kein Burnout-Patient ist an seinem Zustand ’selbst schuld‘. Schuld trägt die moderne Gesellschaft. Sie sieht nicht die Person, sondern nur ihre Leistungen. Doch der Einzelne ist viel mehr als das. In erster Linie ist es der Charakter mit all seinen Feinheiten, der einen Menschen ausmacht und ihm seine Einzigartigkeit verleiht.

Vorwürfe gegen Burnout-Erkrankte entsprechen nie der Wahrheit. Krank zu werden ist nichts Schlimmes. Kein Verständnis zu erfahren hingegen schon. Vor allem dann, wenn man bis zuletzt alles für seine Arbeit gegeben hat. Bei Beschuldigungen müssen Patienten weg- und stattdessen der eigenen Person zuhören.

Deshalb sollte sich jeder Betroffene vor Augen halten, wie wertvoll er ist. Die Zeit des Burnouts kann neue Wege eröffnen – glücklichere Wege, auf denen man näher zu sich selbst zurückfindet. Denn kein Job ist mehr wert als die individuelle Entfaltung, auch wenn er noch so gut bezahlt wird.

Ein längeres Fernbleiben vom Arbeitsplatz kann genutzt werden, um einmal tief in sich hinein zu fühlen. Dabei lassen sich die bunten Facetten in der Seele näher kennenlernen. Vielleicht nimmt man bisher ungeahnte Wünsche und Sehnsüchte wahr. Womöglich eröffnen sich komplett neue Perspektiven. Eventuell lädt diese Achtsamkeit dazu ein, große Träume zu verwirklichen und nochmal von vorne anzufangen. Und irgendwann gehört die Zeit des Ausgebranntseins endgültig der Vergangenheit an.