Burnout Prävention – So vermeidest du es krank zu werden

Laut einer Umfrage befürchten etwa 50 Prozent der Arbeitnehmer, Risikopersonen für Burnout zu sein. Auf die Gründe wird an anderer Stelle nochmals eingegangen. Allen ist jedoch gemein, dass sie auf beruflichen Leistungsdruck zurückzuführen sind.

Die Erscheinungsform dieser Dauerbelastung kann sich wiederum unterschiedlich äußern. Manche Betroffene berichten von einer anhaltenden Erschöpfung. Andere klagen über Demotivation im Job oder sind trotz gutem Allgemeinzustand seit jüngerer Zeit anfällig gegen Infekte. Neben solchen Signalen begegnen einige Patienten ihrem Kollegenkreis mit Sarkasmus, vereinzelt sogar mit aggressivem Verhalten.

In der heutigen Gesellschaft nehmen die Fälle stetig zu. Mit einem steigenden Stressniveau erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, selbst ein Betroffener zu werden. Dieser Situation kann man jedoch entgegenwirken: Mithilfe einer gezielten Burnout Prävention lässt sich die Erkrankung oft abwenden oder zumindest frühzeitig erkennen.

Ebenso vielschichtig wie die Krankheit selbst sind auch die Methoden zur Früherkennung. Einige von ihnen beziehen sich auf bestimmte Personengruppen. Andere sind dagegen ‚massenkompatibler‘ und dienen als prinzipielle Mittel zur Burnout Prävention.

Wie kommt es zum Burnout?

Burnout Prävention - Sport und Lachen sind wichtige Faktoren

Ins Deutsche lässt sich der Begriff ‚Burnout‘ wörtlich als ‚ausgebrannt‘ beziehungsweise ‚ausgebrannt sein‘ übersetzen. Wer an Burnout leidet, hat seine psychischen Ressourcen aufgebraucht. Anders als zum Beispiel Depressionen liegen die Ursachen für Burnout fast ausnahmslos in den beruflichen Anforderungen.

Bis dahin entfaltet sich die Krankheit in einem längeren Prozess. Am Anfang fühlt sich der Betroffene keineswegs über Gebühr belastet. Im Gegenteil: Oftmals lieben spätere Erkrankte ihren Job, möchten jede Aufgabe möglichst perfekt vollenden und missachten dabei ihre eigenen Grenzen. Die Folgen sind Leistungseinbußen, chronische Müdigkeit, Interessenverluste sowie der Wunsch, zu kündigen. Zudem zweifeln viele Patienten an sich selbst und stellen ihre Kompetenzen infrage. Teilweise mündet Burnout in eine Erwerbsunfähigkeit. Dabei handelt es sich definitiv nicht um Ausnahmen.

Bei der umgekehrten Variante verläuft die Entwicklung etwas anders. In dem Fall geht der Betroffene nicht übereifrig an seine Tätigkeit heran, sondern führt sie mit angemessenem Aufwand durch. Hier stellen äußere Faktoren eine Bedrohung dar. Ein grundsätzlich angespanntes Betriebsklima samt häufigem Personalwechsel gilt als bedenklich. Des Weiteren kann der vielzitierte ‚Druck von oben‘ ein Erschöpfungssyndrom begünstigen. In Dienstleistungsberufen ist ein intensiver Kontakt zur Kundschaft mit Stress verbunden, dem sich nicht jeder Beteiligte gewachsen sieht.
Im Vergleich dazu fördern Mobbingattacken gegen den Einzelnen die Entstehung von Burnout besonders.

Damit es gar nicht so weit kommt – die wichtigsten Präventionsmaßnahmen:
Zur Burnout Prävention gibt es nicht ‚den einen Weg‘, sondern mehrere zielführende Schritte. Mit diesen Bausteinen kann man Burnout vorbeugen. Dabei muss jeder Einzelne für sich feststellen, inwieweit sie für die persönliche Ausgangssituation hilfreich sind.

Entschleunigung vs. Überlastung

Unter Umständen heißt Burnout vorbeugen auch (häufiger) Nein sagen. In der Regel entsteht das Erschöpfungssyndrom durch übertriebene Motivation im Beruf und das damit verbundene Unvermögen, restliche Aufgaben bis zum nächsten Morgen liegen lassen zu können.

Deshalb müssen Burnout-Kandidaten lernen, Mehrarbeit abzulehnen. Die Krankheitsvertretung für einen Kollegen kann auch jemand anderes aus der Belegschaft übernehmen. Solche Reaktionen haben weder etwas mit mangelnder Hilfsbereitschaft noch mit Unhöflichkeit zu tun. Sie dienen dem Burnout-Kandidaten schlichtweg zum Selbstschutz.

Von klischeehaften Vorstellungen der jeweiligen Berufsgruppe sollte man sich ebenfalls nicht irreführen lassen. Niemand ist dazu verpflichtet, seine Arbeit zum Lebensinhalt zu erheben. Privates darf dem Job nicht untergeordnet werden, sondern ist mindestens gleichwertig. Im Grunde muss jeder Arbeitnehmer diesen Gedankengang verinnerlichen. Dann hat es eine Burnout-Erkrankung schwer und kann gar nicht erst aufkeimen.

Tipp: Informiere dich über die Ashwagandha Wirkung. Das Mittel kann dir helfen!

Die tägliche Arbeitszeit einteilen

Zur Burnout Prävention empfiehlt sich eine Art Tagebuch. Hier schreibt man ein, was und wie viel man heute schaffen möchte. Erledigte Aufgaben werden mit einem Haken versehen. Die übrigen hält man auf einer anderen Seite fest. Sie verschieben sich auf den Folgetag.

Dringende Verpflichtungen mit hoher Priorität haben natürlich Vorrang. Bei der Gelegenheit macht es übrigens Sinn, einmal darüber nachzudenken, ob die vorliegende Arbeit wirklich keinen Aufschub duldet. Auf diese Weise kann man genauer selektieren. Im Zweifelsfall spricht man sich mit dem Vorgesetzten oder einem verantwortlichen Kollegen ab.

Erste Signale richtig deuten:

Je eher eine Therapie angesetzt wird, umso besser lässt sich Burnout behandeln. Für den Betroffenen stehen die Prognosen dann noch am günstigsten. Allerdings werden beginnende Burnout-Symptome zu diesem frühen Zeitpunkt selten wahrgenommen. Weder vom Patienten noch von Angehörigen und/oder Kollegen. Erst wenn die Symptome bereits weit fortgeschritten sind, wird dahinter Burnout vermutet. Problematisch ist nur, dass in diesem Stadium gängige Therapiemaßnahmen deutlich schlechter anschlagen. Somit besteht die Gefahr einer Arbeitsunfähigkeit.

Beispiel:
Ein Kollege, der in seinem Tagwerk bislang immer völlig aufging, fällt seit kurzem durch eine ungewohnt missmutige Stimmung auf. Seine Arbeitsergebnisse lassen zu wünschen übrig, denn ihm fehlt dazu die nötige Ausdauer. Solch eine Situation kann etwa auf Burnout hindeuten.

Dieser Ratschlag richtet sich nicht allein an Personen von Burnout-Risikogruppen. Auch andere Mitarbeiter oder der Vorgesetzte können mit achtsamem Verhalten womöglich charakteristische Signale bei einem Betroffenen leichter feststellen und ihn darauf ansprechen.

Zu den Anzeichen von Burnout gehört unter Anderem die soziale Komponente. Aufgrund ihrer psychischen Kraftlosigkeit fehlt ihnen meistens der Impuls, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Gleichwohl muss in dem Kontext differenziert werden. Leider fällt es vielen Angehörigen schwer, einen krankheitsbedingten Rückzug von einer freiwilligen Kontaktpause abzugrenzen. Die folgenden Beispiele sollen den Unterschied etwas klarer veranschaulichen.

Verlangt ein Mitarbeiter im Büro einen Einzelplatz und möchte nicht mehr mit seinem bisherigen Zimmerkollegen in einem Raum sitzen, könnten dahinter triftige Gründe stecken. Vielleicht trug er seinen Teil zum Burnout bei oder war die Ursache. Ähnliches lässt sich eventuell auch im Freundeskreis beobachten. Nicht alle Bekannten fördern die Genesung des Betroffenen, sondern sind ihr eher abträglich. Deshalb kann eine Burnout Prävention nach Ermessen des Patienten mit gewollten Kontaktabbrüchen einhergehen.

Wenn es dann doch mal brennt…?

Sollten sich die oben genannten Merkmale als Anfänge einer Erkrankung herausstellen, muss man etwas dagegen tun. Durch professionelle Hilfe kann man einer Verschlimmerung von Burnout vorbeugen. Als Anlaufstellen eignen sich spezielle Beratungseinrichtungen, der Hausarzt sowie ortsansässige Psychotherapeuten.

Nach der Diagnose wird der Patient für gewöhnlich erst einmal krankgeschrieben. Je nach Ausprägung der Beschwerden darf er nach wenigen Wochen wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Bei schweren Verläufen bleibt er mittel- bis langfristig vom Betrieb fern. Vom behandelnden Arzt wird die Krankschreibung auf unbestimmte Zeit verlängert.

Bei einer Psychotherapie kommt gegebenenfalls eine berufliche Umorientierung zur Sprache. Der Therapeut begleitet den Patienten bei diesem Vorhaben und berät ihn, wie er sich schrittweise neue Perspektiven in der Arbeitswelt aufbauen könnte. Zugleich wird der Betroffene hinsichtlich seines Selbstwertgefühls stabilisiert – sofern diesbezüglich Bedarf besteht, denn nicht jeder Erkrankte leidet an Selbstzweifeln.

Bei allen Patienten muss hingegen die Lebensqualität wiederhergestellt werden. Dieser wünschenswerte Therapieerfolg soll auch nach der Behandlung weiterhin bestehen bleiben. Somit schließt die Intervention eine Nachsorge ein. Im Rahmen von Kontrollterminen kann der ehemalige Betroffene von seinen derzeitigen Lebensumständen erzählen. Auf diese Weise ermittelt der Therapeut den Heilungsprozess.

Ein Gleichgewicht zwischen Beruf, Privat, Sport und Ernährung

Burnout vorbeugen - gesundes essen spielt eine Rolle

Im Rahmen der Burnout Prävention ist ein Ausgleich zum Berufsleben wichtig. Wenn sich Arbeit und Vergnügen in regelmäßigen Perioden abwechseln, lässt sich Burnout vorbeugen. Hierbei stehen Beruf, Private Angelegenheiten, Sport und gesunde Nahrung miteinander im Einklang.

So gerne man seinen Beruf auch macht – es gibt immer ein Leben nach dem Schichtende. Dann kommt das Private dran. Was in der freien Zeit unternommen wird, bleibt letztlich den individuellen Interessen und Neigungen überlassen. Sie sollten allerdings einen Kontrast zum oft stressigen Arbeitsalltag bilden.

Daneben kann man mit Sport Burnout vorbeugen, um neue Vitalität für den Beruf aufzutanken. Wem sportliche Aktivitäten nicht liegen, kann auf andere Weise ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Erholung schaffen. Bei schönem Wetter belebt ein ausgedehnter Gang durch die Natur sowohl die physische als auch die seelische Verfassung.

Anstelle von zucker- und fetthaltigen Fertiggerichten sollten gesunde, vitaminreiche Mahlzeiten einen festen Platz auf dem Speiseplan innehaben. Nach einem langen Arbeitstag kann Kochen durchaus entspannend wirken. Zugleich bringen Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst positive Effekte für das Immunsystem mit sich. Somit wird der Organismus widerstandsfähiger, nebenbei auch gegen Stress.

Schlusswort

Im Zuge der zeitgenössischen Leistungsgesellschaft rückt das Erschöpfungssyndrom Burnout verstärkt ins öffentliche Interesse. Deshalb ist die Frage nach Ansätzen zur Burnout Prävention im Grunde folgerichtig.

Allgemein formuliert kann man Burnout nur dann vorbeugen, wenn das private Umfeld von dem beruflichen Einzugsbereich abgegrenzt wird. Diese Grenzen sollten klar definiert bleiben und nicht ‚verwischen‘. An einigen Tagen funktioniert dieses Ziel vielleicht nicht auf Anhieb. Wenn man sich seine Stunden aber grundsätzlich richtig einzuteilen weiß, ist sowohl für die Arbeit als auch für die Erholung ein festgelegtes Zeitfenster vorgesehen.

Trotz aller Aufmerksamkeit gegenüber potentiellen Warnsignalen kommt es bei der Burnout Prävention letztlich auf das Individuum an. Diese Regel gilt insbesondere beim sozialen Aspekt. Hier sollten Bekannte und/oder Angehörige den Betroffenen nicht nach ihren Vorstellungen ’selbst therapieren‘. Angeblich gut gemeinte aufgedrängte Ratschläge (z.B. ‚Triff dich doch mal wieder mit Freunden‘) kann den Gesundheitszustand eines Burnout-Patienten mitunter negativ beeinflussen. Stattdessen braucht er Menschen, die ihm zuhören und von denen er sich ernst genommen fühlt.

Ob veränderte Charakterzüge wirklich durch Burnout verursacht wurden, kann nur ein Facharzt herausfinden. Darüber hinaus kann er über die Krankheit aufklären und kennt weitere geeignete Präventionsmöglichkeiten. Am wichtigsten ist aber das Bewusstmachen der eigenen Belastbarkeit. Hat man die Grenze erreicht, darf sie nicht überschritten werden. Effizienter lässt sich ein Erschöpfungssyndrom vermutlich kaum aufhalten.