Bei Burnout krankschreiben – so geht’s

Das Burnout-Syndrom. Mittlerweile traurigerweise eine Volkskrankheit. Um es zu beschreiben, muss man die Bezeichnung bloß auf die deutsche Sprache übersetzen: Burnout heißt Ausbrennen. Wie eine Flamme, die immer mehr an Leuchtkraft verliert und schließlich nicht mehr genug Energie hat und einfach ausbrennt. Im schlimmsten Fall brennt die Kerze aus und verraucht völlig im Wind. Das Burnout entsteht durch Überforderung, extremen Stress und unverhältnismäßige Belastung am Arbeitsplatz, denen man über einen längeren Zeitraum hinweg ausgesetzt ist. Manchmal ist der intensive und fordernde Alltag zu viel Last, die man lange auf den Schultern trägt. Dass einem der Dauerstress irgendwann einfach zu viel wird, ist durchaus legitim. Doch wie sieht es in der Praxis aus, wie läuft es wenn man sich bei einem Burnout krankschreiben lassen muss oder möchte?

Krankschreiben wegen Burnout

Wegen Burnout krankschreiben - Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt

Im Grunde ist es ja völlig logisch: Die Arbeit macht krank, also sollte man dem Ursprung seiner Erkrankung auch fernbleiben. Um gesund zu werden, muss man sich auskurieren. Bei einem Burnout ist es häufig die größte Schwierigkeit, sich die Tatsächlichkeit der Krankheit einzugestehen. Oft denkt man trotz warnender Symptome und andauernder Erschöpfung, dass man bloß einen Durchhänger hat oder setzt sich sogar noch mehr unter Druck, indem man sich einredet, dass nur Schwache oder Jammerlappen so etwas wie ein Burnout haben. Von diesem fatalen Irrglauben muss man ablassen! Weder ist man schwach noch muss man sich dafür schämen, dass man nicht immer konstant auf die gleiche Art und Weise mit dem alltäglichen Druck umgehen kann. Man ist schließlich keine Maschine, sondern ein Mensch. Ein Mensch, der auch noch ein Leben und eventuell die ein oder anderen Probleme neben der Arbeit hat. Ein Mensch, der nicht nur für die Arbeit lebt, sondern eigentlich eher für das Leben arbeitet.

Darf man sich also bei einem Burnout krankschreiben? Ja, selbstverständlich. Sollte man sich bei einem Burnout krankschreiben? Unbedingt, ohne lange zu zögern. Wie kann man sich bei einem Burnout krankschreiben? Eine Selbstdiagnose genügt nicht. Wenn der Gedanke aufkommt, sollte man einen Arzt aufsuchen und mit diesem über den eigenen Zustand offen, selbstkritisch und einsichtig sprechen. Sich bei einem Burnout krankschreiben zu lassen ist keine Schande und bewahrt rechtzeitig vor schlimmeren Folgen. Rechtzeitiges Krankschreiben bei Burnout schützt vor Folgeschäden wie Depressionen, Persönlichkeitsstörungen oder völliger Isolation. Die Krankheiten, die aus den Folgen eines unbehandelten Burnouts entstehen können, benötigen häufig jahrelange Therapien oder sogar medikamentöse Behandlungen. Diese Folgen möchte man nicht erleben. Es ist schlichtweg ineffizient, dieses Problem schleifen zu lassen.

Zu welchem Arzt muss man gehen bezüglich einer Burnout Krankschreibung?

Krankschreiben bei Burnout erfordert zuerst ein vertrautes und ehrliches Gespräch mit einem Fachmann. Naturgemäß hat man mit dem eigenen Hausarzt eine gute Kommunikationsbasis, da man diesen meist schon länger kennt, dieser Ein- und Überblick in die eigene Krankheitsgeschichte hat und man Vertrauen hat. Eine Burnout Krankschreibung beim Hausarzt läuft genauso ab wie jede sonstige Krankmeldung. Man schildert seine Beschwerden und Symptome und der Hausarzt stellt die Diagnose. Bezüglich der Burnout Krankschreibung zum Hausarzt zu gehen, kann Überwindung kosten. Man möchte sich oft nicht eingestehen, dass man diese Art von Problemen hat. Man möchte sich nicht krankschreiben wegen Burnout, weil man sich nicht eingestehen will, dass man Hilfe braucht. Wegen eines Burnouts krankschreiben? Das kann einem doch nicht passieren, so oft man es schon gehört oder auch gelesen hat. Doch wenn die Burnout Krankschreibung durch den Hausarzt erfolgt, hat dieser Symptome wie überwältigende Erschöpfung, Anzeichen von depressiven Verstimmungen, Distanziertheit, Schlafstörungen und Antriebslosigkeit festgestellt. Das sind ernstzunehmende Beschwerden und der Hausarzt wird einen krankschreiben wegen Burnout, sofern man diese in Kombination aufweist.

Bei Männern ist es regelmäßig ab dem 40. Lebensjahr der Fall, dass der Burnout auf einen Testosteronmangel zurückzuführen ist. Hier sollte man im Vorfeld einen genauen Test durchführen und diese Ursache ausschließen.

Die Burnout Krankschreibung vom Hausarzt: Wie lange wird man krankgeschrieben?

Die Burnout Krankschreibung erfolgt zumeist bis auf Weiteres. Das bedeutet, dass man beim Krankschreiben bei Burnout selten von Beginn an abschätzen kann, wie lange es dauert, bis man wieder gesund ist. Entscheidet der Arzt, wegen eines Burnouts krankschreiben zu müssen, ist die Sache schon sehr ernst. Die Burnout Krankschreibung erhält man niemals leichtfertig und einfach so. In manchen Fällen muss sogar eine Therapie oder eine Reha verschrieben werden, die im Rahmen des Krankschreibens bei Burnout zu absolvieren sind. Die eigene Gesundheit ist das wichtigste Gut und braucht es eben seine Zeit, diese wiederherzustellen. In manchen Fällen befristet sich eine Burnout Krankschreibung auf ein paar Wochen, in anderen Fällen wiederum kann diese bis zu monatelang oder bis zu einem halben Jahr dauern. Wie auch immer der Krankheitsverlauf dann in der Realität aussieht (das ist von Mensch zu Mensch völlig verschieden): Druck darf man sich keinen machen, möglichst schnell wieder fit zu werden. Dies beurteilt der Arzt, dieser wird fachmännisch bewerten, wann der Zeitpunkt da ist, an dem man wieder ins Berufsleben einsteigen sollte.

Bei Burnout krankschreiben, moralisch vertretbar oder nicht?

Wegen Burnout krankschreiben lassen - was denken die Kollegen

Ja, ein entschiedenes und nicht an Bedingungen geknüpftes Ja! Die Burnout Krankschreibung sollte auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen erzeugen. Dieses Hadern mit dem eigenen Gewissen, den hohen Ansprüchen an sich selbst und dem Druck, den man wegen den (Moral-)Vorstellungen der Gesellschaft auf sich lasten spürt, trägt einen nicht unwesentlichen Bestandteil zu der Krankheit bei. Muss man sich krankschreiben wegen Burnouts ist es kein Grund, dies moralisch zu hinterfragen. Der Arzt stellt keine Krankmeldung aus, weil es ihm egal ist oder er jemandem entgegenkommen möchte, sondern weil dieser einen Eid geleistet hat und seine medizinischen Begutachtungen auch fachgerecht begründen kann. Man sollte schleunigst aufhören, an sich selbst zu zweifeln und die Schuld bei sich selbst zu suchen. Zu diesem Thema kann man nur immer wieder mit Sicherheit festhalten: Ein diagnostiziertes Burnout ist definitiv keine Schande. Die Gesundheit ist das Wichtigste und oft erst dann, wenn man Beschwerden wie diese hat, weiß man das wirklich zu schätzen. Rechtfertigen muss man sich vor niemandem, wenn es um die eigene Gesundheit geht.

Was werden die Kollegen denken?

Diese Frage stellen sich leider zu viele der an Burnout Erkrankten. Die Grundgedanken hinter dieser Fragestellung sind auch löblich und korrekt. Schließlich verlässt man auf unbestimmte Zeit seinen Arbeitsplatz und hinterlässt einen nicht unwesentlichen Arbeitsaufwand für seine Kolleginnen und Kollegen. Doch muss man die Frage anders formulieren: Besser ist es nämlich, sich die Frage zu stellen, ob die Kollegen Verständnis haben. Die Situation, in der man sich bei einem Burnout befindet, wünscht man niemandem. Es ist aber auch so, dass Menschen, die noch nie mit dieser Situation konfrontiert waren oder diese Symptome spüren mussten, häufig nicht ganz nachvollziehen können, was wirklich los ist. Vielen mangelt es an Empathie oder Sensibilität für das Leid von ihren Kollegen. Von deren Urteil oder Meinung darf man sich aber nicht selbst reflektieren. Die eigenen Moralvorstellungen vermitteln einem eventuell, dass man sich schlecht fühlen muss, da man die Kollegen und die Arbeit einfach zurücklässt. Doch das ist eine kleine Stimme im Hinterkopf, auf die man in dieser Situation schlichtweg nicht hören darf!

Bei einem Burnout muss man sich die Zeit gönnen, sich in seinem eigenen Körper und eigenem Leben wieder wohl und lebendig zu fühlen. Neue Kraft und Energie schöpfen, neuen Antrieb und frische Motivation finden, die Gesundheit wieder aufpäppeln und über den Zustand der dauerhaften Erschöpfung hinwegkommen: Das sind die Ziele, die man im Rahmen einer Burnout Krankschreibung verfolgen muss, die es zu erreichen gilt. Außerdem sollte man immer bedenken, dass die Anforderungen, die man an sich selber stellt, meist viel strenger und höher sind, als es andere von einem selbst erwarten. Hat man eine Burnout Krankschreibung vom Hausarzt und nehmen sich die Kolleginnen und Kollegen bloß einen Augenblick die Zeit, sich in die Situation reinzuversetzen, haben diese meistens im Endeffekt Verständnis. Es wünscht doch keiner jemandem unbegründet etwas Schlechtes. Sollte dies widererwarten doch der Fall sein, kann man auf die Meinung dieser Vereinzelten wohlwollend verzichten. Die meisten Menschen wollen immer nur die beste Seite von sich selbst präsentieren, doch weiß auch jeder für sich selbst ganz genau, dass Schwächen normal und human sind. Wer das nicht sieht, lügt sich selbst an.

Krankschreiben bei Burnout ist eine Notwendigkeit, keine Schande

Hat man en Burnout, hat man eine seriöse Erkrankung psychischer Natur. Das Ausbrennen der letzten eigenen Kräfte und Ressourcen ist nichts, was man leichtfertig hinnehmen sollte. Es ist zudem auch nichts, dem man entgegenwirkt, indem man diesen Zustand ignoriert und das eigentliche Probleme zur Seite schiebt, bis es unumgänglich wird. Ein diagnostiziertes Burnout kann zu schlimmen Folgeerscheinungen führen, sollte man es bis zum Limit aufgeschoben haben, etwas dagegen zu tun. Die Krankschreibung ist der einzige Weg, sich mit dem eigenen Zustand auseinanderzusetzen und wirksam dagegen anzukämpfen. Weiter in der Arbeit zu verweilen, immer mehr in dem Strudel aus Stress, Druck und Überforderung zu verschwinden und darauf zu warten, wie sich die Symptome nur verschlimmern, ist kontraproduktiv und auch fahrlässig. Man tut sich selbst und auch jemand anderem einen Gefallen, wenn man sich diesen Moment der Schwäche eingesteht und sich selbst hilft. Häufig ist das mit Abstand Stärkste, das man tun kann, zu seinen schwachen Momenten zu stehen und an diesen zu arbeiten. Mit neuer Kraft und Stärke zurückzukehren ist wesentlich zielführender als sich über Monate hinweg ausgebrannt und unglücklich in die Arbeit zu schleppen