In Anlehnung an Watzlawicks Kommunikationsaxiom (»Man kann nicht nicht kommunizieren«) gibt es auch ein Facebook-Axiom, das zumindest in den Industrieländern mit hoher Facebookpenetration gilt. In der Schweiz sind momentan 32% aller Menschen mit einem Facebookprofil ausgestattet, also rund ein Drittel (in der Altersgruppe der 20-30-jährigen sind es ca. 90%).

Dieses Drittel der Bevölkerung stellt Facebook bewusst oder unbewusst umfangreiche Daten zur Verfügung, um Freunde zu finden: Meistens das ganze auf dem Computer oder Handy gespeicherte Adressbuch. Facebook speichert diese Daten, kennt also nicht nur die Adressen, Telefonnummern, Geburtstage etc. der Menschen, die bei Facebook registriert sind, sondern auch von all den Menschen, die diese Menschen im nicht-virtuellen Leben kennen. Die Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer in der Schweiz kennen wahrscheinlich alle in der Schweiz lebenden Menschen – ergo sind auch alle in der Schweiz lebenden Menschen in den Datenbanken von Facebook vorhanden.

Dazu kommt: Facebook kann auf Photos Gesichter erkennen. Wenn also eine Person nur einmal auf einem Photo mit dem Namen bezeichnet worden ist, weiss Facebook auf allen bei ihnen gespeicherten Photos, ob diese Person drauf ist (oder Facebook könnte das wissen). Unabhängig davon, ob die Person selbst weiss, dass es dieses Bild von ihr gibt.

Wer mehr darüber lesen will, der oder dem seien die beiden Facebook-Kapitel aus David Bauers Buch »Kurzbefehl. Der Kompass für das digitale Leben« empfohlen:

  1. Was muss ich über Facebook wissen?
  2. Was weiss Facebook über uns?