Normalerweise geize ich eher mit Anekdoten aus meinem Leben. In einer Diskussion mit Bobby California über das langlebige Thema des Urheberrechts und des geistigen Eigentums habe ich einen Sachverhalt aus meiner Schulzeit notiert, den ich hier ohne großen Kommentar publiziere – über Einschätzungen in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen.

Viele Schülerinnen und Schüler haben in den meisten Unterrichtsstunden keine sauberen Notizen gemacht – und sich darauf verlassen, sich diese Notizen vor der Prüfung von jemand anderem kopieren zu können. Zunächst gab es kein Problem dabei. Mit der Zeit stellte sich aber heraus, dass die Notizen einer Schülerin besonders sorgfältig waren – und so wollten alle die Notizen dieser Schülerin kopieren. Nun fühlte sie sich aber ausgenutzt (obwohl ihre Noten beständig gut waren) und weigerte sich, das Heft herzugeben.
Man könnte nun die Position der Schülerin nachvollziehbar finden – es war ihr Heft und ihre Notizen. Aber wurde sie wirklich ausgenutzt? Hatte sie einen Schaden dadurch, dass alle ihre Notizen benutzt haben? Oder weigerte sie sich nicht nur, anderen zu helfen, die diese Hilfe nötig hatten?
Tatsächlich gab sie das Heft ihren FreundInnen weiterhin. Und diese ließen wiederum ihre FreundInnen Kopien von ihren Kopien anfertigen. Und so hatten letztlich wiederum alle eine Kopie des Hefts der Schülerin.