Eine logische Frage zur Ausschaffungsinitiative

November 2nd, 2010 § 2 Kommentare

Man kann immer wieder lesen, die Position der SP (die übrigens auch meine ist), sowohl die Initiative wie auch den Gegenvorschlag abzulehnen, sei gefährlich - weil sie dazu führen könnte, dass die Initiative angenommen wird.

Stimmt das?

Meiner Meinung nach können folgende Fälle unterschieden werden (und folgende Effekte dieser Position):

  1. Initiative wird angenommen, Gegenvorschlag nicht.
    Effekt: Die Stimmen der »2xNEIN«-Gruppe hätten dem Gegenvorschlag helfen können.
  2. Beide werden abgelehnt.
    Effekt: Die Stimmen der »2xNEIN«-Gruppe hätten dem Gegenvorschlag zur Annahme verhelfen können.
  3. Beide werden angenommen.
    Effekt: Die Stimmen der »2xNEIN«-Gruppe sind irrelevant (können aber den Stichentscheid auf jeden Fall beeinflussen.)

Die Frage ist doch letztlich: Wie schätzt man die Chancen von 1. vs. 2. ein und wie gewichtet man die beiden Vorschläge? Oder gibt es in meinen Überlegungen einen Fehler?

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§ 2 Responses to Eine logische Frage zur Ausschaffungsinitiative

  • David sagt:

    Genau: Wenn man eigentlich gegen beides ist und davon ausgeht, dass die Initiative sowieso (oder wahrscheinlich) angenommen wird, muss man taktisch für den Gegenvorschlag stimmen, um die Initiative zu verhindern. Wenn man aber davon ausgeht, dass die Initiative eher abgelehnt wird, dann muss man den Gegenvorschlag ablehnen, um ihm nicht unnötigerweise zum Durchbruch zu verhelfen.

    Aber man kann natürlich auch dafür entscheiden, auf taktische Stimmabgabe zu verzichten, weil das die wahren Meinungsverhältnisse verschleiert, und einfach aus Prinzip zweimal nein sagen.

  • Flo sagt:

    Wenn man schon taktische Überlegungen anstellt, könnte man auch die Initiative annehmen und den Gegenvorschlag ablehnen: Die Initiative ist dermassen idiotisch formuliert, dass eine darauf beruhende Gesetzesvorlage einerseits auf epische Diskussionen über den vermeintlichen Volkswillen („Die Raser gehören dazu, das haben wir schon immer gesagt, wir waren nur zu blöd, das dort auch reinzuschreiben“) enden, eventuell sogar in einem Referendum über das Gesetz. Andererseits wird die Umsetzung im Einzelfall sehr häufig kaum möglich sein. De Facto würde dass dann auf die heutige Praxis hinauslaufen, der Gegenvorschlag jedoch nicht. Aber eben: solche Fragen sollte man nicht taktisch entscheiden, sondern vernünftig. Und da gibt’s nur eine Möglichkeit: 2 mal NEIN und am 28. sich am Abend weinend betrinken ob der herben Niederlage…..

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