Was zu Kommunismus und Kapitalismus – und zum Leistungsschutzrecht

Mal sehen, ob ich das alles in einem Post zusammenbringe.

  1. Also, zunächst habe ich bei den Telekommunisten dieses Dokument studiert. Die spannende These: Das »kommunistische Internet« (nur verstanden als klassen- und staatenloses Internet) wird durch ein »kapitalistisches Internet« vertrieben, in dem die Besitzenden des Kapitals nicht produzieren müssen, sondern andere für sich produzieren lassen.
    Diese These wird durch den Umbruch von ursprünglichen Idee des Internets, dass sich jede(r) mit jeder/m verbinden konnte, hin zu einem Client-Server-Internet in dem alle Inhalte in kapitalistische Kontexte eingebunden sind (Facebook, Google, Twitter). Während das Internet von Universitäten und Hackern entwickelt worden ist, »gehört« es heute dem Kapital. Und zum Kapitalismus noch ein schönes Zitat aus dieser Übersicht:

    The law-giver and the capitalist always compare our wages with the wages of other labourers; and without adverting to what we produce, which seems the only criterion by which we ought to be paid, we are instantly condemned as insolent and ungrateful if we ask for more than was enjoyed by the slave of former times, and is now enjoyed by the half-starved slave of other countries. (Thomas Hodgskin 1825)

  2. Google ist der neue Kapitalismus. Bei Schauen des unten stehenden Films (den ich für reichlich übertrieben halte, aber Conspiracy-Theories funktionieren ja wohl so, vgl. den schönen Text von Nico Luchsinger) wurde mir klar, dass Google gleich wie der Kapitalismus in der Lage ist, jede Form des Widerstands zu integrieren. Gab es schon knapp ein Jahr nach dem Aufkommen der Punk-Bewegung in Zürich Punk-Accessoires zu kaufen, so finden sich heute die Filme der Google-Gegner auf Googles Plattform Youtube, man findet die Thesen des Widerstands mit der Google-Suchmaschine etc.
  3. Und zum Schluss noch Döpfner. In der heutigen NZZ verteidigt der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Verlags den deutschen Vorstoss zum Leistungsschutzrecht. Was ist das? Das ist die Idee, dass die Leistung der Verlage zusätzlich zum Urheberrecht geschützt werden muss. Und zwar durch eine Verwertungsgesellschaft, ähnlich wie in der Schweiz die Billag und die Suisa.
    Seine Argumente:
    a) Verlage halten Künstler am Leben. (Döpfner erfindet das »Stevie-Wonder-Argument«: Ohne Verlage würde Stevie Wonder in einem »Blindenheim zu verkommen«.
    b) Irgendwas mit Freiheit. Wenn Verlage viel Geld verdienen, dann gibt es viel Freiheit (ungefähr das habe ich davon verstanden).
    c) Alles andere wäre kommunistisch – oder mit Jason Lanier gar maoistisch.
    Zum Leistungsschutzrecht wurde schon fast alles gesagt (hier kann man einiges nachlesen, siehe auch Links unten). Konkret heißt das wohl: Es erfolgt eine Behinderung des Informationsflusses und wir werden über kurz oder lang für die Internetnutzung Gebühren zahlen müssen (wohl in Verbindung mit einem digitalen Personalausweis, welcher uns bei Surfen im Netz identifiziert).
    Und hier die Alternativen:
    1. Der Staat fördert Journalismus wie er das beim Film, der Kunst und der Literatur tut.
    2. Bedingungsloses Grundeinkommen. Dann gäbe es genügend Leute, die gerne Texte verfassen.

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