In der heutigen Diskussion zum Beitrag der NZZ zum unten stehenden, ganzseitigen Zeitungsinsert schreibt Hans Rudolf Fischer:
Einmal davon abgesehen und bei Lichte betrachtet, welche Resultate hat die SVP und die Kamarilla von Brunner und Blocher vorzuweisen?
Ausser Schimpfen, Verunglimpfen und Poltern nichts, gar rein nichts.
Die SVP schadet dem Volk und polarisiert, das kann kein gutes Ende haben
Das VBS, das diese Partei seit mehreren Jahren und Jahrzehnte innehat und noch innehat wurde von ihr selber, durch grossmundige Ankündigungen, an die Wand gefahren.
Es scheint, als ob diese Partei von einer umfassenden Paranoia befallen ist und der Schweiz innenpolitisch, aussenpolitisch und wirtschaftspolitisch nur geschadet und das internationale Ansehen der Schweiz ruiniert hat.
Die Frage finde ich bemerkenswert: Was hat die SVP eigentlich geleistet? Was kann sie vorweisen? Was sind ihre Resultate?
Dann eine zweite Frage: Sie betrifft das beliebte Argument bezüglich der »Anpassung« von Ausländern, und besagt ungefähr, »dass wir uns im Ausland selbstverständlicherweise auch anpassen«.
Schon lange nimmt mich wunder, worin diese Anpassung genau besteht? Sind wir Schweizer im Ausland nicht genau gleich wie in der Schweiz? Sind wir nicht zurückhaltend, abwartend, freundlich-distanziert? Oder sind die Leute, die sagen, sie passten sich im Ausland an, dann plötzlich emotional, impulsiv, spontan etc.; verhalten sie sich plötzlich so, wie die Menschen, die an dem Ort leben, wo sie hingehen?
(P.S.: Auf diesem Blog wurde mir von Alexander Müller gesagt, meine Fragen seien »niederträchtig«, weil ich meine Meinung schon damit zum Ausdruck bringe. Ich gebe es zu: Ich drücke mit diesen beiden Fragen tatsächlich eine Meinung aus.)
6 Antworten bis hierher ↓
Michael Jäger // Dezember 31, 2009 um 7:52 |
Lieber Alex,
gerne erkläre ich Dir den Zusammenhang:
Die Schweiz ist geopolitisch nicht von gleicher Bedeutung wie die USA.
Die Schweiz ist wirtschaftlich nicht von gleicher Stärke wie China.
Die Schweiz ist gesellschaftspolitisch reifer als Saudi-Arabien und trägt Verantwortung für Humanität und Menschenrechte.
Wir sind politisch, wirtschaftlich und sogar diplomatisch abhängig von der Welt, in der wir leben. Man darf und soll stolz auf die Schweiz sein, aber man kann und darf das Ausland nicht ignorieren, wenn man weiterhin in Frieden und Wohlstand leben will. Die AUNS-Landesverräter-Rehtorik à la Primin Schwander ist schädlich, peinlich und einfach nur hochgradig dumm.
Gruss,
Michael
Alexander Müller // Januar 6, 2010 um 12:44 |
Michael Jäger, deine abstrusen und konstruierten Zusammenhänge kannst du für dich behalten. Mit geopolitischer Bedeutung hat es nichts zu tun. Vielmehr kommt es auf ein gesundes Selbstbewusstsein an. Was sind das für absurde Bedenken gewesen, die da von der Economiesuisse und den linken Bundesräten geäussert wurden? Huch, wir dürfen ja nicht ja zur Minarettinitiative sagen, denn sonst gefärden wir lukrative Geschäfte mit Muslimen. Also ob man bereit ist für ein paar Silbergroschen über Leichen zu gehen. Genau gleich stupid ist die ständige Sorge über die möglichen Bedenken des Auslandes wenn man dies oder das tut.
Jede Beziehung ist zweiseitig. Man darf und man muss von Ausländern erwarten dürfen, dass sie sich UNS anpassen, unsere Gesetze respektieren und sich integrieren. Tun sie das nicht, sollen sie gehen.
Linke wie du wollen sich einfach immer ums Verrecken überall anpassen und den Weg des geringsten Widerstands gehen.
Schämen müssen wir uns für die Dummheit der linken Landesverräter und unseren lächerlichen Bundesrat.
Alexander Müller // Dezember 30, 2009 um 5:06 |
Andreas Jäger, wieso machen sich eigentlich immer nur wir Schweizer darüber Gedanken was die Ausländer über uns denken? Interessiert es Ausländer was wir über sie denken wenn sie sich in unserem Land daneben benehmen? Interessiert es die Amerikaner was das Ausland über sie denkt, wenn sie auf dem internationalen Tapet wie ein Elefant im Porzellanladen aufführen? Interessiert es die Chinesen was das Ausland über China denkt, wenn sie einen Engländer hinrichten? Interessiert es die Saudiaraber was wir über sie denken, wenn sie eine 75 Jährige Frau aus nichtigem Anlass zu einer Haftstrafe und 40 Peitschenhieben verurteilen? Interessiert es Gaddafi was die Welt über ihn denkt, wenn er sich im Ausland wie ein Clown benimmt bzw. sein verzogener Sohn seine Frau schlägt?
Müssen denn alle Schweizer solche Arschkriecher wie H.-R. Merz sein? Ist es nicht legitim wenn wir Schweizer einmal etwas selbstbewusster auftreten und der Welt unsere Sicht der Dinge darlegen? Haben immer nur die anderen Recht? Sind immer nur wir Schweizer die Dummen? Bitte etwas mehr Selbstbewusstsein. Schmeisst die Landesverräter und jene, die sich für unsere wunderschöne Heimat schämen aus dem Land, dann ist das Land gleich nochmals schöner.
Alexander Müller // Dezember 30, 2009 um 5:07 |
Sorry, natürlich meinte wollte ich Michael Jäger schreiben….
Michael Jäger // Dezember 30, 2009 um 3:29 |
Was die SVP geleistet hat ist ziemlich klar erkennbar: Sie hat über Jahre die Agenda bestimmt und das Volk immer wieder hinter sich gebracht. Ganz abgesehen davon hat sie den grössten Entertainment-Faktor und bestimmt die Medien - ganz egal wie linksliberal die Redakteure sein mögen. Die SVP ist so verkaufssteigernd wie Heidi Klum oben ohne.
Das Problem ist, dass unter der Polit-Ägide der SVP nur die Innensicht eine Rolle spielt. Ausländer, Kriminalität und Sozialmissbrauch sind aber nicht alles. Was ist mit der Aussenwahrnehmung? Wo ist die Schweiz geblieben, die einmal für Ihre Guten Dienste bekannt und geschätzt war? Wie steht es um die Wahrnehmung des Bildungs- und Wirtschaftstandortes Schweiz? Wohin wird sich unser Land entwickeln, wenn wir uns nur um unseren Vorgarten kümmern?
Vielleicht kann eine andere Partei sich dieser Problematik annehmen und medientauglich aufbereiten. Ich hätte da schon eine Kandidatin…
Andreas Kindlimann // Dezember 30, 2009 um 11:33 |
Vorab sei mal gefragt, was die restlichen Parteien so leisten, von SVP-Bashing mal abgesehen.