Herbstserie: Worüber man in der Schweiz sprechen sollte. Teil 5 (Schluss): Milizsystem

Die Haltung, dass politische Ämter von Berufstätigen ausgeübt werden können, entspricht der Haltung, dass das Entsorgen von Altpapier von Jungwacht und Blauring erledigt werden könne: Nämlich, dass es sich um Arbeiten handelt, für die es keine spezifische Ausbildung brauche (oder gar Eignung), sondern dass prinzipiell jede(r) diese Aufgaben übernehmen könne. Diese Haltung drückt ein urdemokratisches Vertrauen in die Bürgerin und den Bürger aus – würde die Weltwoche sagen. Sie drückt aber auch die Ignoranz gegenüber den heutigen Verhältnissen aus: Längst sind viele PolitikerInnen dafür ausgebildet, weil sie Juristen sind oder eine ähnliche Laufbahn hinter sich haben. Und sie drückt auch eine Art mangelnde Wertschätzung für diese Berufe aus.

Viel darüber zu sagen habe ich nicht – nur: Man sollte sich Gedanken machen, ob und weshalb das Milizsystem ideal ist. Natürlich sollen nicht Entscheidungen von einer Art dafür ausgebildeten Elite gefällt werden: Andererseits können Aufgabenbereiche professionalisiert und durch eine sinnvolle Personalpolitik langfristig besetzt und kontinuierlich bearbeitet werden.

Die Serie bricht hier ab, um von einer neuen ersetzt zu werden: Auch, weil meine Vorschläge offenbar immer ein paar Tage zu spät kommen und ich es versäumt habe, die Themen schon vorgängig anzukündigen. So, genug des Selbstmitleids.

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