Bevor der Blog in Richtung Roger-Köppel-Watchblog mutiert, zwei letzte Nachträge auf den »neugierigsten Menschen«, den Roger Köppel kennt, auf ihn selber, also.
Nachtrag 1: Roger Köppel trägt eine Kufiya
Modisch-locker wie selten formuliert Köppel in einem Video Behauptungen, mit denen wohl eine Art intellektuelle Auseinandersetzung mit einem Thema angedeutet werden, das nur auf der emotionalen Ebene überhaupt eine gewisse Relevanz hat. Um sie kurz aufzulisten:
- Das Verbot des Plakates sei begründet in der Bestrebung, eine Diskussion zu unterbinden.
- Das Plakat zeige nur eine Tatsache: Dass der Islam intimste Angelegenheiten kontrollieren wolle (Kopftuch) und dass Minarette (wie Kirchen) einem Machtanspruch Ausdruck verleihen.
- Die Diskussion müsse geführt werden, wie viel Islam in der Schweiz zu tolerieren sei.
- Diese Diskussion müsse sich am europäischen Umland und der Rolle des Islams dort orientieren.
- Dabei müsse das PR-Problem des Islam in Erwägung gezogen werden, Entrüstung wegen Karikaturen aber keine Entrüstung wegen al-kaida.
- Forderung: Der Islam oder die islamischen Länder oder die Gläubigen müssen uns zuerst beweisen, dass sie aufgeklärt sind, bevor wir mehr von ihnen tolieren.
Wie schon einmal bemerkt, handelt es sich um Bullshit-Rhethorik, also um eine Redeweise, welche die Realität völlig ignoriert. Es gibt in der Schweiz keine missionierende Muslime, es wird nicht einmal ansatzweise darüber diskutiert, schweizerische Rechtsnormen aus Glaubensgründen außer Kraft zu setzen. Kopftuchtragende Lehrerinnen und nicht-schwimmende Schülerinnen vermögen von Zeit zu Zeit die Gemüter zu erhitzen, aber letztlich gibt es in der Schweiz kein Problem mit Muslimen. Zudem ist der perfide Vergleich mit der Kaida (Köppel verwahrt sich noch gegen den Vorwurf, Islam und Kaida gleichzusetzen, was ihn aber mehr entlarvt als entschuldigt) ein Schachzug, der weder intellektuell noch intelligent ist, sondern schlicht plump, dumm und moralisch verwerflich.
Nachtrag 2: Roger Köppel über »Indiskretionen ehemaliger Mitarbeiter«
Der profilierte Musikjournalist Albert Kuhn wirft der Weltwoche einiges vor; nachdem er teils entlassen wurde, teils gekündigt hat:
Sein Vorwurf: Die «Weltwoche» rühre in ihrer aktuellen Ausgabe «als High-End-IQ-Blatt wider besseres Wissen in der dumpfen Religionssuppe», «stylt SVP-Haltungen zu intellektuellen Positionen hoch» und «verbreitet absichtlich xenophobe Dummheiten». Das Schreiben des erbosten «Weltwoche»-Autors […] gipfelt in der Aussage: «Ihr sät Zwietracht, und ihr wisst es». [Quelle]
Köppel meint dazu, er äußere sich nicht zu »Indiskretionen ehemaliger Mitarbeiter«. Eine durchaus verständliche Haltung - in diesem Fall. Im Falle des Zürcher Sozialamtes, wo die Weltwoche Amtsgeheimnisverletzungen nicht nur abgedruckt, sondern wohl auch gefördert hat, lasen sich die Editoriale von Herrn Köppel etwas anders. Aber ich vergesse, da gibt es Kriterien, wie Roger Köppel schreibt:
Wer Geschäfts- oder Amtsgeheimnisse publik macht, muss über höhere Motive verfügen als die blosse Gier nach «News». Die Weltwoche ist bekannt für pointierte Recherchen, aber sie betreibt die Recherche nicht als Selbstzweck. Man muss Missstände aufdecken oder relevante Fragen klären, um Enthüllungen zu rechtfertigen.
Albert Kuhn hat wohl in den Augen Roger Köppels keinen Missstand aufgedeckt und keine relevante Frage geklärt. Und ja - wer braucht schon guten Musikjournalismus, wenn der Islam auf dem Vormarsch ist und bald von jedem Minarett in der Schweiz der Muezzin musikalisch zum Gebet aufruft?
1 Antwort bis hierher ↓
britta // Oktober 12, 2009 um 10:06 |
http://www.ncbi.ch/pdf/postkarte_islamophobie.pdf
http://www.ncbi.ch/prog_islamophobie_selbsttest.php?art=1&fra=1
Ich empfehle Herrn Köppel mal diesen Selbsttest zu machen - weiss er wovon er redet? Betreibt er bewusst böswillige Verleumdung? Er ist glitschig wie ein Fisch - sorry Fisch - aber leider nicht stumm. Man sollte ihn schlicht mit totalem Ignorieren strafen, weshalb kommt er dauernd und überall zu Wort?
Man kann gar nicht soviel fressen, wie man….